Ganz Mainz schleift die Scheren für "Hippie" Peter Neururer: Seit seinem Amtsanstritt beim MSV Duisburg vor fast fünf Monaten war der Trainer nicht mehr beim Friseur.

Den für die erste Niederlage geplanten Haarschnitt wollen ihm die Verantwortlichen des 1. FSV Mainz 05 gleich am Freitagabend nach dem Spitzenspiel verpassen (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker).

Neururers Aberglauben scheint zu wirken

"Peter Neururer sieht aus wie ein Hippie. Nach dem Spiel ist er dran, dann schneide ich ihm die Haare", sagte der Mainzer Vize-Präsident Peter Arens, ein gelernter Coiffeur. Der mit Neururer befreundete Trainer-Kollege Jörn Andersen hatte schon vor zwei Wochen angekündigt: "Wenn wir in Duisburg gewinnen, schneide ich Peter persönlich die Haare."

Nachdem der MSV noch keines der zwölf Spiele unter dem neuen Trainer verlor, hat er sich bis auf vier Zähler an den Relegationsplatz herangeschoben. Und diesen hat neun Spiele vor dem Saisonende ausgerechnet der kommende Gegner aus Mainz inne. "Das ist zwar kein Endspiel, aber enorm wichtig", sagte Neururer: "Der ganze MSV brennt."

Wiedergutmachung nach der Alemannia-Klatsche

Die Mainzer brennen nach der 1: 4-Heimniederlage gegen Alemannia Aachen auf Wiedergutmachung. "Jeder muss sich hinterfragen, auch ich", erklärte Andersen, nachdem Manager Christian Heidel verkündet hatte, es sei "Schluss mit lustig". Der norwegische Coach konnte beim schweren Erbe vom nach Dortmund abgewanderten "Kult-Trainer" Jürgen Klopp schnell Erfolge erzielen, wurde Herbstmeister und steht mit dem 1. FSV im Halbfinale des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen. Doch schon vor der Pleite gegen Aachen wurde Kritik an seinem Spielsystem laut. "Jetzt darf nichts mehr schöngeredet werden", sagte Präsident Harald Strutz und forderte: "Andersen kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Er muss sich zum Beispiel auch fragen lassen, ob die Mannschaft vielleicht körperlich platt ist."

Beim MSV Duisburg wird neben den Rekovaleszenten Chinedu Ede, Maicon und Tiago, auch Tobias Willi wegen Knieproblemen ausfallen. Die Mainzer müssen auf Peter van der Heyden (Patellasehne), Daniel Gunkel (Sprunggelenk) und Daniel Ischdonat (Reha) verzichten.


1. FC Nürnberg - TuS Koblenz

Die Rollen scheinen klar verteilt, wenn der 1. FC Nürnberg die TuS Koblenz empfängt. Nach neun ungeschlagenen Heimspielen und zuletzt zwei Siegen in Folge schnuppert der Bundesliga-Absteiger wieder an den Aufstiegsrängen. Vier Punkte trennen die "Cluberer" noch vom Relegationsplatz. "Jetzt sind wir in der Position, in der wir Druck ausüben können. Wir haben zum ersten Mal die Situation, dass die anderen mit uns ein Problem kriegen", schätzt Oenning die aktuelle Lage ein.

Die TuS Koblenz dagegen kämpft weiter gegen den Abstieg - drei Punkte trennen die Truppe von Uwe Rapolder noch vom16. Tabellenplatz. Das scheinbar schwere Restprogramm - mit Spielen gegen den SC Freiburg und den MSV Duisburg - macht dem Trainer aber keine Sorgen: "Wer sind denn in dieser Liga schwere Gegner? Wir haben oftmals gerade gegen Spitzenmannschaften gut ausgesehen. Und den Spielplan kann man sich nun mal nicht aussuchen."

Mavric gesperrt

Verzichten muss Rapolder auf Emmanuel Krontiris und Ardijan Djokaj, die beide an Wadenverletzungen laborieren. Fatmir Vata ist nach seinem Muskelfaserriss zwar ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, sein Einsatz bleibt aber fraglich. Matej Mavric ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt.

Gute Nachrichten gibt es von den Nürnberger Verletzten zu vermelden: Peer Kluge, Mike Frantz und Marcel Rissev sind wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen. Albert Bunjaku und Daniel Gygax werden aber nach derzeitigem Stand nicht rechtzeitig fit. Fraglich ist auch der Einsatz der Nationalspieler Jose Goncalves und Marek Mintal, die noch am Mittwoch mit ihren Nationalmannschaft antreten mussten.

FC Augsburg - FC Ingolstadt 04

Mindestens vier Punkte fordert Trainer Thorsten Fink aus den beiden kommenden Partien in Augsburg und gegen den SV Wehen Wiesbaden. Die Ingolstädter stehen derzeit auf dem Relegationsrang 16 und müssen unbedingt punkten.

Gleiches gilt für den Gegner aus Augsburg, der mit derzeit 31 Punkten zwar auf einem scheinbar komfortablen 11. Platz steht, aber nur ein Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge hat. Im Jahr 2009 haben beide Teams noch nicht gewonnen und konnten erst vier Punkte aus acht Spielen in der Rückrunde holen.

Thurk muss pausieren

"Wenn wir gewinnen, ist das ein riesen Schritt in Richtung Klassenerhalt", sagt Augsburgs Angreifer Michael Thurk, der im bayerischen Derby geperrt ist. Wie Trainer Holger Fach den Ausfall seines Stürmers kompensieren möchte, wollte er noch nicht verraten: "Es gibt verschiedene Alternativen. Mourad Hdiouad kehrt zurück, aber auch Elton Da Costa ist auf einem aufsteigendem Ast."

Vor einer Rückkehr ins Ingolstädter Tor steht Michael Lutz. Marco Sejna, der zuletzt als Nummer 1 zwischen den Pfosten stand, laboriert an einer Rippenprellung und fällt aus. Außerdem fehlen Alexander Buch, der sich im Spiel gegen den MSV Duisburg einen Kreuzbandriss zugezogen hat, sowie Daniel Lemos wegen eines Faserrisses in der Wade. Daniel Jungwirth muss wegen seiner fünften Gelbe Karte zuschauen.