Die Freude beim SV Wehen Wiesbaden nach Spielende war groß. Das Team von Trainer Christian Hock lag bei 1860 München bereits mit 0:3 zurück, konnte aber noch einen Punkt mit nach Hause nehmen.

Ein Eigentor von Münchens Benjamin Schwarz und die Treffer von Sanibal Orahovac und Benjamin Siegert sorgten für das 3:3-Endergebnis.

Trotz der Freude über diesen unerhofften Punktegwinn hat es auch im achten Spiel auf Gegners Platz nicht zum ersten Sieg gereicht. Im Interview mit bundesliga.de spricht SVWW-Verteidiger Torge Hollmann über das Spiel bei den "Löwen" und die Auswärtsmisere seines Teams.

bundesliga.de: Herr Hollmann, Glückwunsch zum Punktgewinn. Wie fühlt sich das an, so ein Spiel noch gedreht zu haben?

Torge Hollmann: Danke. Das ist einfach schön! Super! Den Punkt nehmen wir gerne mit!

bundesliga.de: Wann haben Sie denn gemerkt, dass noch etwas möglich ist?

Hollmann: Wir geben nie auf. Wir haben eine ordentliche zweite Halbzeit gespielt und waren immer dran. Wir wollten eigentlich mehr Druck machen, um den Anschlusstreffer zu erzielen, doch dann kassieren wir das 0:3 und da hat sich bei uns eine Alles-egal-Haltung breit gemacht, was in dem Fall gut war. Dann haben wir das 1:3 geschafft und damit war dann auf einmal wieder alles möglich.

bundesliga.de: Also war das 0:3 quasi das Beste, was Ihnen in dem Spiel passieren konnte?

Hollmann: Wahrscheinlich schon. Trotzdem darf ich mich vor dem Tor zum 0:3 natürlich nicht so abwürgen lassen. Ich muss den Ball eigentlich ablaufen, das darf mir nicht passieren.

bundesliga.de: Was ist da denn genau passiert? Es sah so aus, als ob Benjamin Lauth Sie im Zweikampf gefoult habe.

Hollmann: Ich komme vor Lauth an den Ball und versuche, mich davor zu stellen. Ich habe es mir später noch mal angeschaut und ich kann mich nicht beschweren, dass der Pfiff ausgeblieben ist. Letztlich muss ich einfach stabiler bleiben und den Ball behaupten. Das Tor geht auch ein bisschen auf meine Kappe.

bundesliga.de: Trotz des erkämpften Punkts gegen 1860 läuft es beim SVWW auswärts nicht rund. Erst vier Punkte aus acht Spielen und noch kein Sieg. Woran liegt das?

Hollmann: Wir kommen einfach schwer in die Spiele. Heute auch. Nach den ersten zehn Minuten hätte es auch schon zwei oder drei zu null stehen können. Wir geraten auswärts halt fast immer in Rückstand und dann ist es als Gastmannschaft natürlich schwer. Wir haben keine zwingenden Aktionen und den "Löwen" schenken wir dann noch das zweite und das dritte Tor. Aber dennoch muss ich die Moral der Mannschaft loben, dass sie es schafft, zurückzukommen, auch wenn es dieses Mal für einen Sieg nicht gereicht hat. In Osnabrück und bei Greuther Fürth hatten wir noch Chancen, das Spiel zu gewinnen. Irgendwann sind wir auch mal wieder mit einem Auswärtssieg dran.

Aus der Allianz Arena berichtet Gregor Nentwig