Braunschweig - Deniz Dogan: Sechs Einsätze im Trikot von Eintracht Braunschweig stehen für den Routinier in der laufenden Saison zu Buche. In den Partien gegen Leipzig und Ingolstadt war er zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz. Auch sonst ließ der Innenverteidiger im Abwehrzentrum nichts anbrennen und zeigte einmal mehr, dass auf ihn Verlass ist, wenn er gebraucht wird. Im Interview mit eintracht.com sprach Dogan unter anderem über sportliche Gelassenheit sowie Leistungsschwankungen von Spiel zu Spiel.

Frage: Wie geht´s den Knochen und den Muskeln?

Deniz Dogan: Mir geht es wieder ganz gut. Die paar Tage Regeneration haben dafür gesorgt, dass ich wieder aus dem Vollen schöpfen kann.

Frage: Im Ernst, braucht man mit 35 Jahren etwas länger, bis sich der Körper von Spielen wieder erholt hat? Gerade wenn sie so intensiv sind, wie zuletzt gegen den FC Ingolstadt?

Dogan: Ja, das mag so sein. Bei mir hält sich das aber noch in Grenzen. Unsere Physios machen einen super Job und man ist natürlich auch selber bemüht, dafür zu sorgen, dass man nach ein paar Tagen wieder fit ist.

Frage: Apropos Ingolstadt - ärgert ihr euch immer noch etwas über den verpassten Dreier, der ja definitiv drin gewesen wäre?

"Ein Sieg wäre definitiv drin gewesen"

Dogan: Natürlich. Wir hatten riesen Torchancen und haben ein sehr ordentliches Spiel gegen den Tabellenführer gemacht. Ein Sieg wäre definitiv drin gewesen. So ist es zwar ärgerlich, wir hadern aber nicht mehr mit dem Ergebnis.

Frage: Erlebst du die Partien mittlerweile auch intensiver - nicht physisch, sondern psychisch? Wird einem mehr und mehr bewusst, dass die Fußballerkarriere eben auch endlich ist?

Dogan: Wenn ich auf dem Platz stehe, dann immer zu 100 Prozent. Dann interessiert es mich nicht, was danach ist. Mit 22 Jahren bin ich die Spiele genauso angegangen wie heute, da mache ich keinen Unterschied. Es wäre der erste Schritt zum Karriereende, wenn ich so denken würde. Das tue ich aber nicht, sondern es geht immer um die nächste Begegnung. Das ist ja auch mein Job.

Frage: Man merkt dir sowohl auf als auch abseits des Platzes eine gewisse Gelassenheit an. Hat das auch mit der Erfahrung und dem Alter zu tun, oder bist du einfach ein lockerer Typ?

Dogan: Das bin ich schon. Aber natürlich ist Erfahrung und die Anzahl der Spiele relevant. Ich versuche, mir da selbst wenig Druck zu machen. Es geht immer darum, das Beste abzurufen. Wenn ich mir schon im Vorfeld Druck mache oder über mögliche Fehler nachdenke, bringt das alles nichts. Man muss jede Sekunde 100 Prozent da sein. Deswegen bin ich relativ gelassen. Trotzdem habe ich eine positive Anspannung und die richtige Einstellung.

"Fühle mich immer noch fit"

Frage: Genug über das Alter gesprochen. Bei deinen Einsätzen gegen Leipzig und Ingolstadt warst du jeweils zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz. Kann dich der Trainer also immer bedenkenlos bringen, auch wenn du davor mal ein paar Partien nicht gemacht hast?

Dogan: Zweikampfstärkster Spieler des Planeten habe ich gehört (lacht). Nein im Ernst - ich habe immer gesagt, dass ich mich noch fit fühle und mein Alter nicht so merke. Man wird damit immer wieder konfrontiert und langsam nervt mich das auch ein wenig. Ich kann nicht mehr tun als meine Leistung abrufen. Das Beste ist, wenn man die Antwort auf dem Platz gibt. Und ich glaube, das habe ich in den beiden erwähnten Spielen getan.

Das komplette Interview mit Deniz Dogan lesen Sie auf der Homepage von Eintracht Braunschweig.