Sie hatten bereits die Vision von der Bundesliga und Derbys gegen Bayern München, nun müssen sie zwei Klassen tiefer einen neuen Anlauf nehmen: Nach dem besiegelten Abstieg aus der 2. Bundesliga baut der künftige Drittligist FC Ingolstadt am Fundament für eine bessere Zukunft.

Symbolisch dafür: In der kommenden Woche soll der Spatenstich für das neue Stadion erfolgen. Und in Kürze soll auch mit Trainer Horst Köppel die Einigung über die weitere Zusammenarbeit vereinbart werden.

"Wir haben schon darüber gesprochen. Ich kann mir das schon vorstellen. Der Verein hat Pläne und Möglichkeiten. Ich gehe davon aus, dass wir uns einigen", sagte Köppel nach der 0:1 (0: 0)-Niederlage gegen den FC St. Pauli, durch die der Abstieg nach nur einem Jahr in der 2. Bundesliga nicht mehr abzuwenden ist. Der sofortige Wiederaufstieg ist das klare Ziel.

FCI will mit Köppel verlängern

Dass der fünfmalige deutsche Meister, der als Feuerwehrmann vor drei Wochen als Nachfolger des entlassenen Thorsten Fink geholt worden war, doch noch absagt, ist nicht zu erwarten. Zumal man im Verein vom besonnen auftretenden Köppel überzeugt ist.

"Er macht einen guten Job. Wir möchten mit ihm und Co-Trainer Michael Wiesinger weiterarbeiten", sagte Peter Jackwerth, Aufsichtsratsvorsitzender und starker Mann im Club.

Neues Stadion soll 15.000 Zuschauer fassen

Neben der anstehenden Einigung mit Köppel, der am Sonntag seinen 61. Geburtstag feiern wird, gilt auch die Finanzierung des Stadionbaus als gesichert, obwohl auch hier noch letzte Details zu klären sind. "Am 22. Mai ist Spatenstich, bis dahin steht die Finanzierung", verprach Manager Harald Gärtner.

Hauptsponsor Audi und Namensgeber wird der neuen Arena Geld zuschießen, der Großteil der Kosten soll über eine Bürgschaft finanziert werden. Die Stadt hat ihre Unterstützung zugesichert. 15.000 Zuschauer wird das Stadion fassen.

Kader soll verkleinert werden

Wie der Kader in der kommenden Saison aussehen wird, ist dagegen weniger klar. Vier bis fünf Neuzugänge werden dem Vernehmen nach angepeilt. Um den großen Kader insgesamt kompakter zu gestalten, müssen einige Profis gehen.

Vratislav Lokvenc, Daniel Lemos, Braganza, Necat Aygün und "Zecke" Neuendorf gelten als potenzielle Abgänge, ob Christopher Reinhard, Markus Karl und Valdet Rama zu halten sind, bleibt abzuwarten.

"Werden uns regenerieren und zurückkommen!"

Darüber entscheiden nicht zuletzt auch die finanziellen Möglichkeiten. Die Einschnitte sind groß: Beispielweise kommen statt vier Millionen Euro durch TV-Gelder künftig nur noch 800.000 in die Kasse.

Der Optimismus ist in Ingolstadt dennoch unerschütterlich. "Wir werden uns im nächsten Jahr in der 3. Liga regenerieren und wieder zurückkommen", sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Schleef.