Köln - Schon an diesem Spieltag könnten die ersten Entscheidungen in der 2. Bundesliga fallen. Besonders im Aufstiegskampf sind große Schritte möglich. Im Tabellenkeller ist hingegen alles dicht beisammen: Zwischen Fürth (14.) und Aalen (18.) liegen gerade mal sechs Punkte (zur Tabelle).Das sind die wichtigsten Spiele des 32. Spieltags:

1. Traum von der Bundesliga

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Seit dem achten Spieltag steht der FC Ingolstadt ununterbrochen und unangefochten an der Tabellenspitze. Nun könnte der Traum der Schanzer vom ersten Aufstieg in die Bundesliga endlich Realität werden. Mit einem Sieg beim VfL Bochum (Sonntag, ab 13:15 Uhr im Liveticker) wäre dem FCI der Aufstieg auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Bochum scheint dabei genau das richtige Pflaster für dieses Unterfangen: Ingolstadt gewann insgesamt sieben von neun Duellen mit dem VfL in der 2. Bundesliga, verlor nur ein einziges Mal und ist auswärts in Bochum sogar noch ungeschlagen.

Hinzu kommt, dass das Team aus dem Ruhrpott erstmals in dieser Spielzeit ohne den gelbgesperrten Top-Torjäger Simon Terodde auskommen. Ohnehin ist für den VfL die Saison so gut wie durch: Nach oben können sie nicht mehr viel erreichen, auch der Abstand nach unten erscheint ausreichend. Sollte Kaiserslautern schon am Samstag nicht mehr als einen Punkt gegen St. Pauli holen, dann stünden die Schanzer bei einem Sieg sogar schon als Meister der 2. Bundesliga fest.

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2. Aufstiegs- gegen Abstiegskämpfer

Womit wir auch gleich beim zweiten entscheidenden Spiel am 32. Spieltag wären. Ein wegweisendes Duell steigt am Samstag (ab 12:45 Uhr im Liveticker) auf dem Betzenberg zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem FC St. Pauli. Während Kaiserslautern mit einem Sieg Platz zwei festigen könnte, denn die Verfolger Darmstadt und Karlsruhe klauen sich am Montag bestenfalls für die Lauterer gegenseitig die Punkte, geht es für St. Pauli weiter ums nackte Überleben. Ein Punkt beträgt der Vorsprung auf Platz 17, Aue liegt auf dem Relegationsrang punktgleich mit Pauli.

Könnte sein, dass es eine echte Abwehrschlacht wird. Beide Teams überzeugen in diesem Jahr in der Defensive. Kaiserslautern stellt mit nur neun Gegentore die beste Defensive im Jahr 2015, St. Pauli folgt mit zehn Gegentreffern auf dem geteilten dritten Platz. Neben Lautern und St. Pauli spielte nur Karlsruhe in diesem Jahr schon sechsmal zu Null.

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3. Krisentreffen

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Kaum zu glauben, aber mit 1860 München und dem FSV Frankfurt treffen im Kellerduell am Freitag (ab 18:15 Uhr im Liveticker) im Frankfurter Volksbankstadion die Teams aufeinander, die aktuell am längsten in der 2. Bundesliga spielen. Die Löwen befinden sich in ihrer elften Saison in der 2. Bundesliga in Serie, die Frankfurter spielen dort das siebte Jahr in Folge. Beide hoffen, dass es nicht das vorerst letzte Jahr ist, besonders wohl FSV-Coach Benno Möhlmann. Denn er wird am Freitag zum 500. Mal als Trainer in der 2. Bundesliga auf der Bank sitzen. Das schaffte vor ihm noch kein anderer Trainer.

Besonders für die Gäste aus München ist die Situation aber höchst prekär: Sie sind als 17. unbedingt auf drei Punkte angewiesen, um den Klassenerhalt im Bereich des Möglichen zu halten. Doch auch der FSV ist noch nicht gerettet. Mit fünf Punkten Vorsprung auf Rang 16 hat man aber die deutlich bessere Ausgangssituation als der Gegner. Dennoch: Krise trifft in Frankfurt auf Krise.

Der FSV ist seit neun Spiele sieglos, zuletzt konnte man am 22. Spieltag dreifach punkten. Der FSV ist in diesem Zeitraum sogar die einzige Mannschaft ohne Sieg. Die Löwen hingegen spielen die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte in der 2. Bundesliga. Zum Vergleichszeitpunkt hatten sie zuvor immer mindestens 37 Punkte auf dem Konto, nun sind es gerade mal 30.

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4. Der absolute Aufstiegskracher

Das wohl mit Abstand spannendste Duell des 32. Spieltags steigt am Montagabend (ab 20:00 Uhr im Liveticker) im Wildparkstadion. Mit dem SV Darmstadt 98 und dem Karlsruher SC treffen dort die beiden direkten Konkurrenten um Relegationsrang drei aufeinander. Bei einer Niederlage von Kaiserslautern am Samstag, könnte der Sieger des Duells sogar auf Platz zwei springen. Das garantiert Spannung pur.

Die Lilien gewannen schon letzte Woche das ebenso aufsehenerregende Aufstiegsduell mit dem 1. FC Kaiserlslautern, während Karlsruhe bei Erzgebirge Aue verlor. Dennoch: Der KSC ist im heimischen Wildpark eigentlich kaum zu knacken. Nur eins der letzten 27 Heimspiele in der 2. Bundesliga hat Karlsruhe verloren (mit 0:1 gegen Ingolstadt im September). 

Darmstadt teilt hingegen in der Fremde gerne die Punkte. Neun von 15 Auswärtsspiele in dieser Saison endeten unentschieden. Kurios außerdem: Beide Teams haben exekt gleich viele Tore geschossen und auch kassiert (42:25). 25 Gegentore bedeuten dabei auf beiden Seiten die beste Defensive der 2. Bundesliga. Dennoch: Eine Abwehrschlacht wird es am Montag wohl nicht geben.

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Dennis-Julian Gottschlich