München - Zweieinhalb Jahre lang trug Ken Ilsö das Trikot von Fortuna Düsseldorf, ehe er im Sommer dem Rheinland den Rücken kehrte und ins Ruhrgebiet nach Bochum wechselte. Am 5. Spieltag gastiert der junge Däne mit dem VfL bei seiner alten Liebe und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von Beginn an auflaufen.

"Wer so lange bei diesem Verein gespielt hat, dürfte hochmotiviert sein und wird wahrscheinlich von Anfang an spielen. Nur wer daneben, dahinter und davor steht, kann ich im Augenblick noch nicht sagen", erklärte VfL-Trainer Peter Neururer.

Neben Düsseldorf und Bochum treffen am Sonntag außerdem der SC Paderborn und der TSV 1860 München sowie der FSV Frankfurt und Union Berlin aufeinander (alle Partien ab 13:15 Uhr im Live-Ticker).

Fortuna Düsseldorf hat den Saisonstart mehr oder weniger in den Sand gesetzt. Vier Punkte aus vier Spielen sind für einen Aufstiegskandidaten viel zu wenig. Der kommende Kontrahent aus Bochum hat mit fünf Zählern bisher einen mehr auf dem Konto als die Fortuna. "Wir treffen auf eine Mannschaft, die nicht mit der aus dem Vorjahr zu vergleichen ist. Nach der Verpflichtung von Peter Neururer konnte dieses Team viel Selbstvertrauen tanken", betont Trainer Mike Büskens. "Außerdem haben sie sich mit einigen bundesligaerfahrenen Spielern verstärkt. Ich habe den VfL in beiden Heimspielen gesehen. Man muss auf die gefährlichen Standardsituationen höllisch aufpassen."

Die Rot-Weißen haben mit Erwin Hoffer in dieser Woche eine weitere Alternative für den Angriff erhalten. "Er wird zum Kader gehören, ist aber sicherlich noch nicht fit genug für 90 Minuten. Er hat zwar bei einem österreichischen Drittligisten und darüber hinaus für sich selbst trainiert. Aber das ist nicht mit einem Mannschaftstraining in der 2. Bundesliga zu vergleichen", so Büskens, der auf Stelios Malezas, Heinrich Schmidtgal (beide Trainingsrückstand), Ihlas Bebou (Schädelfraktur) und Axel Bellinghausen verzichten muss.

Bochums Coach Peter Neururer hat im Gastspiel bei der Fortuna die Qual der Wahl. "Bis auf Jan Gyamerah und Felix Bastians kann ich auf alle Akteure zugreifen", verkündete der 58-Jährige. Alle Spieler befänden sich derzeit in einem guten Zustand, was die Aufgabe gegen einen personell ebenfalls starken Gegner angenehmer gestalte. "Ich bin froh, dass wir nun mehrere Möglichkeiten haben und variieren können. Lediglich der Torwart und die Abwehrkette sind bisher gesetzt. Alle anderen Positionen sind aktuell hart umkämpft", erklärte Neururer. Mit einer Ausnahme: Offensivspieler Ken Ilsö wird gegen seinen Ex-Club sehr wahrscheinlich von Beginn an spielen.




Schiedsrichteransetzungen

Nach dem 1. FC Kaiserslautern (0:1) und dem 1. FC Köln (1:1) empfängt der SC Paderborn mit dem TSV 1860 München erneut ein Top-Team der 2. Bundesliga, das aktuell den 3. Rang in der Tabelle belegt. Trainer Andre Breitenreiter blickt trotz der schweren Aufgabe zuversichtlich auf das Spiel: "Wir wollen den nächsten Schritt in der Entwicklung machen. Die Spieler sind heiß auf den ersten Dreier und wollen das Ergebnis erzwingen."

Besonderes Augenmerk hat der Coach in der Vorbereitung auf den 5. Spieltag auf die letzten Spielminuten gelegt, in denen der SCP gegen den 1. FC Köln und auch bei Arminia Bielefeld (3:3) den späten Ausgleich kassiert hat. "Wir müssen auch in der Schlussphase wachsam sein, den Gegner weiter attackieren und die individuellen Fehler ablegen", sagt Breitenreiter, der nicht auf Alban Meha (Aufbautraining nach Knie-OP) und Manuel Zeitz (Mandelentzündung) zurückgreifen kann.

Die Löwen wollen den Schwung von drei Siegen in Folge in die Benteler-Arena mitnehmen. Trainer Alexander Schmidt fordert von seinem Team gerade in der Anfangsviertelstunde, in der Paderborn immer viel Druck macht, hellwach zu sein. "Wir dürfen nicht den Fehler machen und passiv agieren, sondern müssen sofort da sein", sagt der 44-Jährige. "Im Training haben wir viel eingeübt. Das müssen wir jetzt im Spiel umsetzen." Schmidt hat Sebastian Hertner wegen eines Todesfalls in der Familie freigegeben. Zudem fehlen weiterhin Dominik Stahl, Daniel Bierofka und Kodjovi Koussou, die sich alle im Aufbautraining befinden.




Schiedsrichteransetzungen

Anscheinend ist beim FSV Frankfurt der Knoten geplatzt. Nach zwei Niederlagen zu Saisonbeginn feierten die Hessen nun zwei Siege hintereinander. Vor allem der souveräne 3:0-Erfolg in Dresden schürt am Bornheimer Hang Zuversicht. "Wir haben uns alle gefreut, dass wir nach unserem Heimsieg gegen Bochum auch am vergangenen Wochenende in Dresden nachlegen und das Spiel sehr souverän und sicher gewonnen haben", sagt Trainer Benno Möhlmann. "So langsam kommen wir in eine gute Form und Verfassung."

Nun steht mit Union Berlin der Geheimfavorit der aktuellen Saison vor der Tür. "Wir wissen, dass Union Berlin ein anderes Kaliber ist als Dynamo Dresden, auch ein anderes Kaliber als wir", so der 59-Jährige. "Aber wir sind auch auf einem guten Wege. Wir haben uns so stabilisiert, dass wir unsere Dinge besser und sicherer auf den Platz bringen." Möhlmann muss gegen die Eisernen ohne Tim Heubach (Adduktoren-OP) und Zafer Yelen (Trainingsrückstand) auskommen.

Der Saisonverlauf des 1. FC Union Berlin ähnelt dem der Frankfurter. Nach schwachem Beginn haben sich die Hauptstädter gesteigert und in der Tabelle bis auf Platz 5 nach oben geschlichen. "Frankfurt wird aber keine leichte Aufgabe", sagte Torjäger Adam Nemec, der gegen Düsseldorf einen Doppelpack schnürte, dem "kicker". Nach der 0:3-Pleite in der vergangenen Saison werden die Köpenicker, die ohne Björn Jopek, Ahmed Razeek (beide Kreuzbandriss), Baris Özbek (Muskelfaserriss) und Steven Skrzybski (Bänderriss) anreisen werden, die Aufgabe beim FSV ohnehin nicht auf die leichte Schulter nehmen.




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