Bochum - Ganz knapp war der VfL Bochum am Aufstieg in die Bundesliga dran. Erst in der Relegation, nach einem 0:1 und einem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach, fand der Traum von der sofortigen Rückkehr ein Ende.

In dieser Saison gilt die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel daher als einer der Top-Favoriten auf den Aufstieg ins Oberhaus. Wie sich die Situation beim VfL eine Woche vor dem Saison-Auftakt darstellt, erklärt der Neu-Bochumer Lukas Sinkiewicz, der mit seiner Erfahrung ein wichtiger Baustein für das Unternehmen "Bundesliga-Rückkehr" ist.

bundesliga.de: Herr Sinkiewicz, seit Mitte Juni stehen Sie beim VfL Bochum unter Vertrag. Wie sind die vergangenen Wochen bei Ihrem neuen Arbeitgeber verlaufen?

Lukas Sinkiewicz: Sehr arbeitsreich, aber durchweg positiv. Ich bin gut aufgenommen worden und habe festgestellt, dass wir eine sehr homogene Truppe beim VfL haben. Die Mischung stimmt. Dazu ein sehr erfahrener Trainer, so dass wir meiner Meinung nach sehr gut aufgestellt sind.

bundesliga.de: Welchen Eindruck haben Sie vom Umfeld des VfL Bochum?

Sinkiewicz: Bisher habe ich mich hauptsächlich in Trainingslagern aufgehalten, so dass ich zur Stadt und zum Stimmungsbild wenig sagen kann. Ich habe den VfL aber als einen Verein kennen gelernt, der topseriös geführt wird. All das, was ich über Bochum gehört habe, hat sich auch bestätigt. Und so gehe ich davon aus, dass die Fans weiter so zur Mannschaft stehen werden, wie sie es in der Rückrunde getan haben. Von der Mentalität dürfte ich hier keine Probleme haben, der Ruhrpott-Begriff der "Maloche" ist mir nicht fremd.

bundesliga.de: Sind Sie ein wenig enttäuscht, dass Sie nach dem Aufstieg mit dem FC Augsburg nun selber nicht in der Bundesliga spielen werden?

Sinkiewicz: Nein. Jeder deutsche Fußballer möchte in der Bundesliga spielen, das ist klar. Beim VfL habe ich die Möglichkeit dazu und ich will mit dem Verein den Sprung nach oben schaffen. Ich habe momentan eine Vertragslaufzeit von drei Jahren - zwei davon möchte ich im Oberhaus spielen.

bundesliga.de: Sportdirektor Jens Todt und Trainer Friedhelm Funkel sehen Sie als wichtigen Baustein für die Mannschaft. Wie genau wird Ihre Rolle beim VfL aussehen?

Sinkiewicz: Wichtig ist, dass wir als Team auftreten und uns gemeinsam den Erfolg erarbeiten. Wir haben einen großen und qualitativ gut besetzten Kader. Alle müssen sich einem Ziel unterordnen, und das heißt: Aufstieg. Dazu will ich meinen Beitrag leisten - möglichst als Führungsspieler auf und neben dem Platz.

bundesliga.de: In den vergangenen fünf Jahren hat es bei Ihnen aufgrund diverser Verletzungen leider nur zu 62 Spielen in der Bundesliga und der 2.Liga gereicht. Wie sind Ihre persönlichen Zielsetzungen für die kommende Spielzeit?

Sinkiewicz: Den Aufstieg zu schaffen und dabei gesund zu bleiben.

bundesliga.de: Am 15. Juli geht es für Sie und Ihre Kollegen schon wieder los. Inwiefern war die kurze Sommerpause problematisch? Oder ist es sogar ein Vorteil, weil man nicht so lange aus dem Wettkampf raus ist?

Sinkiewicz: Ich sehe es eher als Nachteil, denn man braucht eine Auszeit, vor allem mental. Für den VfL war die Pause aufgrund der Relegation noch kürzer, und sie war sowieso zu kurz, um komplett abzuschalten. Fakt ist jedoch, dass es so ist. Und wir müssen sehen, dass wir mit der Situation zurechtkommen. Und da bin ich sehr optimistisch.

bundesliga.de: Zum Auftakt geht es gegen Fortuna Düsseldorf. Wird dieses Spiel sofort ein erster Härtetest für den VfL, der klar verortet, wo sich die Mannschaft befindet?

Sinkiewicz: Wir haben 34 Spieltage und jeder einzelne ist ein Härtetest. Am 1. Spieltag hat sich noch keine Mannschaft endgültig gefunden, insofern kann weder die eine noch die andere Mannschaft mit Sicherheit sagen, wo sie steht.

bundesliga.de: Wie werden die kommenden anderthalb Wochen bis zum Saisonstart aussehen? Wo setzt Friedhelm Funkel im Training noch einmal neue Impulse?

Sinkiewicz: Wir haben intensive Laufeinheiten hinter uns gebracht und werden nun verstärkt die Ballarbeit in den Mittelpunkt rücken. Es wird noch ein paar Testspiele geben, bevor es losgeht. Allerdings werden wir auf spezielle Teambuilding-Maßnahmen verzichten, denn die Truppe ist auch so schon eng zusammengerückt.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig