Die Hoffnung an den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga hat Fortuna Düsseldorf noch lange nicht aufgegeben. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Aufsteiger keines seiner vergangenen vier Spiele gewonnen hat.

Dies wird im Interview mit Norbert Meier bei bundesliga.de deutlich. Der Trainer der Fortuna glaubt weiter an die Sensation, solange sie rechnerisch möglich ist. Dazu muss aber am besten schon im nächsten Spiel ein "Dreier" her.

Jedoch empfangen die Düsseldorfer niemand geringeren als den Tabellen-Zweiten FC St. Pauli (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Wie Meier seine Mannschaft gegen die beste Offensive der 2. Bundesliga einstellen will, verrät er im Interview ebenso wie seine Haltung zur anhaltenden Torflaute der Fortuna.

bundesliga.de: Herr Meier, beim KSC gab es ein 1:1 für Düsseldorf. War das eher ein Remis der unglücklichen Sorte?

Norbert Meier: Wir waren uns von vornherein bewusst, dass die Karlsruher über eine starke Mannschaft verfügen und wir uns vom aktuellen Tabellenplatz des KSC nicht täuschen lassen dürfen. Es war ein Remis, das aufgrund des Spielverlaufs in Ordnung ging.

bundesliga.de: Ihre Mannschaft hat seit vier Spielen nicht mehr gewonnen und schoss in diesem Zeitraum nur ein einziges Tor. Muss die Mannschaft im ersten Jahr 2. Bundesliga dem hohen Niveau der Liga schlussendlich Tribut zollen?

Meier: Man darf nicht vergessen, dass uns mit Ranisav Jovanovic momentan ein wichtiger Mann in unserer Offensive fehlt. Dass wir insgesamt noch etwas abgeklärter werden müssen, steht außer Frage. Aber diese Erfahrung wollen wir sammeln, um uns stetig zu verbessern.

bundesliga.de: Das Tor beim KSC schoss der eingewechselte Marcel Gaus. Ihre etatmäßigen Offensivkräfte haben weiter Ladehemmungen. Wie bauen Sie die Spieler auf?

Meier: Marcel Gaus ist eine Offensivkraft - insofern hat der Aufbau doch offensichtlich gefruchtet. Wir haben gute Spieler, die bewiesen haben, dass sie den entsprechenden Torinstinkt entwickeln können. Niemandem ist versagt, Tore zu schießen - daher haben sich in der Breite auch etliche Spieler im Laufe der Saison in die Torschützenliste eingetragen.

bundesliga.de: Daheim hieß es zuletzt zwei Mal in Serie 0:0. Waren das aufgrund der starken Gegner trotzdem gewonnene Punkte?

Meier: Gegen den 1. FC Kaiserslautern, der souverän die Tabelle anführt, insgesamt vier Punkte in dieser Saison zu holen, ist doch wohl kein schlechtes Ergebnis. Und das gleiche gegen eine Mannschaft zu erzielen, die vor der Saison als einer der Aufstiegskandidaten gehandelt wurde, ist doch ebenso ansehnlich. Ich kann mit beiden Ergebnissen leben.

bundesliga.de: Nun kommt der FC St. Pauli nach Düsseldorf. Wie werden Sie Ihre Mannschaft auf die torgefährlichste Mannschaft der Liga einstellen?

Meier: Die Paulianer werden sicherlich alles daran setzen, die drei Punkte mitzunehmen - gerade, wo sie wieder auf einen direkten Aufstiegsplatz zurückgekehrt sind. Wir wissen um unsere Heimstärke und die großartige Unterstützung durch unsere Fans. Es wird sicherlich eine sehr spannende Partie.

bundesliga.de: Worauf muss Ihr Team gegen die "Kiezicker" besonders achten?

Meier: Wir werden alle unsere Stärken abrufen müssen, werden sehr konzentriert und diszipliniert in die Partie gehen müssen. Dass wir uns dabei nicht verstecken zu brauchen, haben wir im Hinspiel gesehen, das bekanntlich sehr, sehr knapp ausgegangen ist.

bundesliga.de: Zuletzt fehlte Andreas Lambertz erst verletzungsbedingt und in Karlsruhe aufgrund einer Gelb-Sperre. Wie wichtig ist seine Rückkehr in die Mannschaft für das Spiel gegen St. Pauli?

Meier: Andreas Lambertz ist der Kapitän - und damit einer der zentralen Akteure in unserem Spiel. Sicherlich bin ich froh, dass er am Ostermontag zur Verfügung stehen kann. Doch der Erfolg dieser Mannschaft resultiert nicht zuletzt aus einer starken Gemeinschaft, die die Ergebnisse im gegenseitigen Miteinander einfahren.

bundesliga.de: Die Fortuna liegt auf einem starken 4. Platz - sieben Punkte hinter dem Relegationsplatz. Ist der Sprung dorthin noch möglich?

Meier: Ich beschäftige mich bereits so lange mit dem Thema Fußball, habe so viele Dinge schon erlebt, dass ich nichts für ausgeschlossen halte, was rechnerisch nicht noch möglich ist.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz