Schon vor dem Anpfiff der Partie des FC St. Pauli gegen den FC Augsburg hob sich Marius Ebbers von den anderen Spielern ab. Mit seinen goldfarbenen Schuhen war der Stürmer der Hamburger ein richtiger Hingucker.

Auf dem Rasen spielte er dann auch groß auf und erlegte den FCA mit seinen zwei Treffern beim 3:0 fast im Alleingang. Der Aufstieg ist für die "Kiezkicker" zum Greifen nahe.

"Das Tor zur Bundesliga steht einen Spalt weit auf, aber wir sind noch nicht durchgegangen", bremste Ebbers im Interview nach dem Spiel aber die Euphorie am Millerntor. Der treffsichere Blondschopf sprach zudem über die verschiedenen Halbzeiten gegen den FCA, den Schlüssel zum Erfolg im Spitzenspiel und mögliche Feierlichkeiten im Falle eines Aufstieges.

Frage: Herr Ebbers, Sie werden von den Fans als Fußball-Gott gefeiert. Fühlen Sie sich auch so?

Marius Ebbers: Ich fühle mich wie ein ganz normaler Fußballer und nicht wie ein Fußball-Gott. Ich freue mich aber, dass ich meinen Teil zum Sieg beitragen konnte und die Mannschaft erfolgreich ist. Ich hänge meine Leistung jetzt aber nicht zu hoch auf. Denn als Stürmer profitiere ich von der Arbeit der Mannschaft.

Frage: Welche Marschroute hat Trainer Holger Stanislawski vor dem Spiel ausgegeben?

Ebbers: Wir wollten kompakt stehen und wenige Chancen zulassen. Unsere Abwehrreihe stand bombenfest. Und dass wir vorne immer ein Tor schießen können, das wissen mittlerweile glaube ich alle.

Frage: In der ersten Halbzeit sah es aber noch nicht nach einem Erfolg aus. Was hat Trainer Holger Stanislawski in der Kabinenansprache bewirkt, damit es besser läuft?

Ebbers: Er hat uns gesagt, dass es ein sehr intensives Spiel ist und dass wir Spaß haben sollen. Dann hat er uns noch ein paar taktische Sachen für die zweite Halbzeit mit auf den Weg gegeben, die wir dann sehr gut umgesetzt haben.

Frage: In den Topspielen hat St. Pauli bislang fast immer den Kürzeren gezogen. Was war gegen die Augsburger anders?

Ebbers: In den anderen Spitzenspielen waren wir teilweise auch überlegen, aber da hat uns dann die nötige Cleverness gefehlt. Da haben wir in den entscheidenden Situationen den einen Fehler gemacht, der dann sofort bestraft wurde.

Frage: Ist der Aufstieg nach dem Sieg nun nur noch Formsache?

Ebbers: Das Tor zur Bundesliga steht einen Spalt weit auf, aber wir sind noch nicht durchgegangen. Wir stehen immer noch davor. Wir müssen das Tor jetzt noch weiter aufstoßen und durchgehen. Aber das haben wir noch nicht getan.

Frage: Aber bei vier Punkten Vorsprung auf Augsburg und einem "Extrapunkt" durch die Tordifferenz darf St. Pauli doch schon träumen, oder?

Ebbers: Der Sieg gegen Augsburg war ein großer Schritt in Richtung Aufstieg, aber noch kein entscheidender Schritt. Es ist im Fußball schon so viel passiert. Aber wir wollen uns diese Chance jetzt nicht mehr nehmen lassen.

Frage: Was passiert am Millerntor, wenn der FC St. Pauli in die Bundesliga zurückkehrt?

Ebbers: Das kann man sich glaube ich nicht vorstellen, was hier abgehen wird, wenn wir aufsteigen. Und das zum 100-jährigen Bestehen. Das wird glaube ich vieles bislang Dagewesenes übertreffen. Ich habe auch schon meine Vorstellungen. Aber sicherlich wird es noch heftiger, als ich mir das vorstelle.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis


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