Zusammenfassung

  • Jonas Hector vom 1. FC Köln ist der erste deutsche Nationalspieler seit über zehn Jahren, der den Gang in die 2. Bundesliga antritt.

  • Kein Zweitliga-Spieler hat so viele Bundesliga-Spiele absolviert wie Hamburgs Aaron Hunt.

  • Mit Marcel Heller hat Darmstadt einen wichtigen Baustein aus vergangenen Tagen wieder zurückgeholt.

Köln – Wenn am Freitagabend die 2. Bundesliga in die Saison 2017/18 startet, wird die Kulisse in den Stadien erstklassig sein. Aber nicht nur der Zuschauerzuspruch genügt höchsten Ansprüchen, auch sportlich hat die Liga einiges zu bieten. Auf diese fünf Spieler könnt ihr Euch in der kommenden Saison besonders freuen.

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Timo Horn, 1. FC Köln

Der Kölner Schlussmann ist einer der besten jungen deutschen Torhüter und gilt langfristig auch als Kandidat für die Nationalmannschaft. Und das mit Recht: In seinen ersten drei Bundesliga-Spielzeiten gehörte mit jeweils rund 75 Prozent abgewehrten Torschüssen statistisch zu den besten Torhütern der Liga. Nur im vergangenen Jahr sank diese Quote auf 67 Prozent. Es ehrt Horn, dass er nach dem Abstieg keinen Gebrauch von seiner Ausstiegsklausel gemacht und den Vertrag beim FC sogar bis 2023 verlängert hat.

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Die DFB-Elf hat er dabei nicht aus den Augen verloren. "Es ist auf jeden Fall mein Ziel, irgendwann in diesen Kreis vorzustoßen", erklärte Horn Anfang des Jahres im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de. Der Schritt in die 2. Bundesliga erscheint auf den ersten Blick ein Rückschritt für den mit exzellenten Reflexen gesegneten Horn zu sein, aber er kann in Köln nun zum absoluten Führungsspieler reifen und gestärkt aus der Situation hervorgehen.

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Marcel Heller, SV Darmstadt 98

Die Entwicklung in Darmstadt erinnert an einen Filmplot: Eine ehemals erfolgreiche Musikgruppe geht getrennte Wege und wagt Jahre später ein Comeback. In Darmstadt sind sie gerade dabei, die alte Band wieder zusammen zu holen, die Darmstadt von der 3. Liga bis in die Bundesliga gebracht hat. Erst kehrte Tobias Kempe 2017 nach einem Jahr in Nürnberg zurück, später folgte mit Dirk Schuster der Erfolgstrainer und nun ist auch Marcel Heller aus Augsburg zurück. Kapitän Aytac Sulu war sowieso schon durchgehend bei den Lilien.

Mit Heller hat Schuster nun einen Schlüsselspieler für sein überfallartiges Konterspiel. Denn enormes Tempo bringt der 1,76 Meter große Flügelspieler auch mit 32 noch mit. Letzte Saison war er mit einer Höchstgeschwindigkeit von 35,1 km/h der zweitschnellste Bundesliga-Spieler hinter Hannovers Ihlas Bebou. In Filmen gehen die Comebackgeschichten am Ende trotz einigen Irrungen und Wirrungen meistens gut aus. Es sollte also nicht überraschen, wenn die Lilien in der kommenden Saison wieder wie in besten Tagen durch die Stadien rocken.

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Jonas Hector, 1. FC Köln

Als sich in der vergangenen Saison der Abstieg des 1. FC Köln andeutete, wurde viel spekuliert, zu welchem Spitzenclub Jonas Hector wohl wechseln würde. Umso bemerkenswerter war die Entscheidung des Kölner Kapitäns, mit dem FC auch in die 2. Bundesliga zu gehen. Zum ersten Mal seit Olivier Neuville in der Spielzeit 2007/08 spielt ein aktueller deutscher Nationalspieler in der 2. Bundesliga.

Anders als Neuville ist Hector aber sogar unumstrittener Stammspieler der DFB-Elf und mit 28 Jahren im besten Fußballeralter. Der ehemalige Stürmer war hingegen bereits 34 Jahre alt, als er mit Borussia Mönchengladbach in die 2. Bundesliga ging. Hectors sportliche Fähigkeiten als Linksverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler sind über jeden Zweifel erhaben und ein Grund dafür, dass der 1. FC Köln als einer der großen Aufstiegsfavoriten in die Saison geht.

Video: Jonas Hector setzt beim FC ein Zeichen

Aaron Hunt, Hamburger SV

Während Hector als aktueller Nationalspieler in der 2. Bundesliga hervorsticht, hat Aaron Hunt ein anderes Alleinstellungsmerkmal. Kein anderer Akteur hat so viele Bundesliga-Spiele auf dem Buckel wie der filigrane Linksfuß. Insgesamt lief Hunt für Werder Bremen, den VfL Wolfsburg und den Hamburger SV 304 Mal in der Bundesliga auf und sammelte dabei starke 112 Scorerpunkte (56 Tore, 56 Assists).

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Auch 24 Champions-League-Partien stehen für Hunt zu Buche. Dabei gelang ihm zwar nur ein Treffer, aber der war umso bedeutender: 2007 traf er beim Bremer 3:2-Heimsieg gegen Real Madrid zum zwischenzeitlichen 3:1. Mit seiner Qualität und Erfahrung ist einer der Fixpunkte in den Plänen von HSV-Trainer Christian Titz. Gegen Kiel wird er sein erstes Spiel in der 2. Bundesliga absolvieren. Mehr als 33 sollen dann aber auch nicht mehr dazukommen.

Sonny Kittel, FC Ingolstadt

Der Ingolstädter Techniker galt als eines der ganz großen Talente in Deutschland. Bereits mit 17 Jahren debütierte er für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga. Vor allem aufgrund von Verletzungen blieb ihm der ganz große Durchbruch bei den Hessen verwehrt. Als der beidfüßige Offensivspieler 2016 nach Ingolstadt wechselte, hatte er in fünf Jahren als Profi gerade einmal 40 Bundesliga-Spiele (null Tore, ein Assist) und elf Zweitligapartien (drei Tore, ein Assist) absolviert. Zu wenig für einen Spieler mit Kittels Anlagen. Nach dem Wechsel brauchte er ein Jahr, um sich bei den Schanzern zu akklimatisieren, aber 2017/18 gelang ihm dann endlich der Durchbruch. Lediglich Marvin Ducksch sammelte in der vergangenen Saison mehr Scorerpunkte als Kittel, der sowohl der beste Torschütze (zehn Treffer) als auch Vorlagengeber (16 Assists) seines Teams war.

Dementsprechend groß war die Freude bei Sportdirektor Angelo Vier, dass sein Leistungsträger diesen Sommer seinen Vertrag bis 2022 verlängerte: "Sonny ist ein absoluter Schlüsselspieler für uns. Daher sind wir sehr glücklich, dass wir weiter langfristig mit ihm planen können." Nur den Gegenspielern in der 2. Bundesliga dürfte dies ein wenig Kopfschmerzen bereiten.

Florian Reinecke