Auch wenn Robin Dutt seinen Trainer-Kollegen Claus-Dieter genannt "Pele" Wollitz durchaus schätzt, sollen die Spieler des SC Freiburg am Freitagabend im Duell gegen den VfL Osnabrück (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker) keinesfalls Höflichkeiten verteilen.

Der Freiburger Coach lobt das "taktisch gute und mutige Spiel" des VfL und "den Mut und die Qualität, nach vorne zu spielen". Dass dieser Angriffsfußball wiederum seinem Team eher entgegen kommt, mag Dutt so nicht einfach stehen lassen. "Wir haben schließlich gegen Osnabrück zwei Mal unentschieden gespielt", erinnert sich der 44-Jährige.

Nur nicht abheben

Dass seine Freiburger aber ebenfalls über einen ausgeprägten Sinn für die Offensive verfügen, verdeutlicht die Tabellensituation. Durch das 2:0 beim TSV 1860 München stürmte der SC nämlich zum Rückrundenauftakt auf Platz 1, übernahm die Rolle des meist gejagten Ligateams und kommt damit laut Dutt gut klar.

"Die Mannschaft hat keine Probleme, am Boden zu bleiben. Und auch ich möchte die Dinge nicht ganz so überschwänglich bewerten. Es gab in München genauso Dinge, die noch zu verbessern sind", sagt der Trainer. Mit einem "Dreier" kann und will der SC die ärgsten Konkurrenten aus Fürth, Mainz und Kaiserslautern unter Druck setzen. Bis zum Sonntag könnten die Breisgauer auf vier Punkte davonziehen.

Personell sieht es für dieses Unterfangen gut aus, obwohl mit Mohamadou Idrissou der Top-Stürmer (sechs Treffer) wegen einer Gelb-Sperre fehlt. Bis auf den Kameruner sind aber alle Stammkräfte fit und Dutt muss nur diesen einen Umbau an seiner erfolgreichen Startelf aus München vornehmen. Der Trainer ließ aber noch offen, wer Idrissous Position besetzt.

Hoffen auf Reichenberger

Osnabrück musste am vergangenen Spieltag mit dem 2:2 gegen den FC St. Pauli einen kleinen Dämpfer hinnehmen und hat mit drei Punkten Vorsprung kein beruhigendes Polster auf den Relegationsplatz (Rang 16).

Thomas Reichenberger, der nach überstandener Leisten-Operation wieder das Mannschaftstraining aufgenommen hat, könnte gegen Freiburg sogar schon wieder zum Kader gehören. Sein Einsatz würde dem VfL besonders Mut machen, schließlich ist der Sport-Club Reichenbergers Lieblingsgegner: In drei Spielen traf er bisher drei Mal.


Alemannia Aachen - Hansa Rostock

Auch auf dem Tivoli in Aachen soll es zur Sache gehen. "Wir wollen den Rasen sicherlich nicht mehr so schön aussehen lassen wie vor Beginn des Spiels", erklärt Trainer Jürgen Seeberger nach seiner Vertragsverlängerung und vor der Partie gegen Hansa Rostock. "Die Primärtugenden sind jetzt gefragt. Wir müssen den Punkt finden, an dem wir auch an die Schmerzgrenze gehen. Das heißt zweikampfstark aufzutreten, damit man den Gegner zunächst bekämpft. Und dann kommt die spielerische Linie automatisch dazu", sagt Seeberger.

Er erwartet aber ebenso wie Andreas Bornemann eine Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorwoche (0:1 beim SV Wehen Wiesbaden). "Ich hoffe, dass unsere Mannschaft eine engagiertere und bessere Tagesform auf den Platz bringt, als das beim Wehen-Spiel der Fall war. Dann sollte ein Erfolg gegen Hansa Rostock drin sein", fordert der Sportdirektor außerdem "Vehemenz und Laufbereitschaft".

Für die Partie gegen die Hanseaten steht Seyi Olajengbesi nach abgesessener Gelb-Sperre wieder zur Verfügung und wird in der Innenverteidigung starten. Die Einsätze von Pekka Lagerblom und Szilárd Nemeth sind hingegen noch offen. Beide hatten in den vergangenen Tagen aufgrund leichter Blessuren nur reduziert trainiert. "Ich werde mir jetzt noch ein Bild von ihnen machen. Wir sind aber guter Dinge, dass sie einsatzbereit sind", sagt Seeberger.

Eilts mit Respekt vor dem Tivoli

Die Hansa-"Kogge" kämpft in Aachen gegen ihre Auswärtsschwäche - das Team ist ohne Sieg in der Fremde und Letzter der Auswärtstabelle. "Dann wird es ja Zeit, dass wir das ändern", fordert Trainer Dieter Eilts.

Obwohl auch er natürlich weiß, dass eine ganz schwierige Aufgabe wartet. "Die Aachener sind auf dem heimischen Tivoli eine Macht. Ich schätze sie sogar noch einen Tick stärker ein als die Duisburger, besonders in der Offensive. Da kommen sie oft ganz gefährlich über die Außen, spielen schon von hinten heraus über die Flügel. Und mit Jochen Seitz haben sie sich in der Winterpause besonders auf der rechten Seite noch einmal gut verstärkt."

Wenn Hansa ein Erfolgserlebnis feiern will, müssen auch die Stürmer endlich ihre Ladehemmung ablegen. "Wir dürfen vor dem Tor einfach nicht so lange überlegen, vielfach wird die Verantwortung dann sogar noch wieder abgegeben. Man muss im Abschluss einfach auch mal höheres Risiko gehen, einfach öfter mal draufhauen", sagt Eilts. Für mehr Druck im Angriff könnten Kevin Schindler und Fin Bartels als Sturmspitzen agieren. Außerdem lauern Henri Myntti und Felix Kroos in der zweiten Reihe auf Einsätze.


TuS Koblenz - FSV Frankfurt

In Koblenz treffen sich die heimische TuS und der FSV Frankfurt zum Abstiegskrimi. Mit einem Sieg könnte Koblenz (15 Punkte) die "Rote Laterne" an den FSV (16 Zähler) abgeben.

"Unsere Ausgangsposition können nur wir beeinflussen, sie ändert sich nicht durch die Ergebnisse anderer. Die Jungs müssen einfach Gas geben. Bei uns muss noch mehr Feuer, mehr Leidenschaft, mehr Biss rein", fordert TuS-Trainer Uwe Rapolder.

Welche Spieler den Erfolg einfahren sollen, steht noch nicht genau fest. Goran Sukalo musste das Abschlusstraining nach einem Fieberschub absagen. Neben den gesperrten Branimir Bajic und Marko Lomic müssen zudem auch Frank Wiblishauser (Muskelfaserriss) und Matthew Taylor (Schlag aufs Knie) passen. Die beiden Neuzugänge Zoltan Stieber und Manuel Fischer dürfen sich daher Hoffnungen auf ihr Debüt machen.

Aufwärtstrend bestätigen

Die Gäste aus Frankfurt wollen den Schwung vom 4:0 gegen Aahlen mitnehmen. "Wenn wir ähnlich auftreten wie gegen Rot Weiss, glaube ich, dass wir was Zählbares aus Koblenz mitnehmen", vermutet FSV-Manager Bernd Reisig. Teamchef Tomas Oral stellt sich auf eine hart umkämpfte Partie ein: "Es wird nicht nur über spielerische Mittel gehen. Koblenz ist sehr heimstark, das hat man auch letzte Saison schon gesehen. Es ist eine sehr disziplinierte Mannschaft mit individueller Klasse. Ich habe sie viel stärker auf meinem Zettel, als die Tabelle das aussagt."

Das Rezept des FSV ist eine "kontrollierte Offensive": "Wir werden versuchen, Koblenz unter Druck zu setzen, aber nicht im Hurra-Stil", so Oral. Verzichten muss er auf den Gelb-gesperrten Emil Noll, Henrich Bencik (Muskelfaserriss), Radek Spilacek (Fitnessrückstand) sowie auf die Langzeitverletzten Dennis Hillebrand und Fikri El Haj Ali. Für den peruanischen Neuzugang Junior Ross steht ein Einsatz gegen Koblenz noch nicht in Aussicht.

Marjan Petkovic will trotz einer schmerzhaften Hüftprellung auf die Zähne beißen. "Ich habe viel Therapie gemacht und war kaum noch zuhause, aber ich möchte unbedingt mit nach Koblenz fahren, da nehme ich auch die Schmerzen in Kauf. Ich denke, dass es bis Freitag geht", ist der Keeper frohen Mutes.