München - Trotz frostiger Temperaturen hat die 2. Bundesliga den Betrieb endlich wieder aufgenommen - sportlich geht es dafür aber gleich umso heißer her. So kommt es in den Samstagspartien des 20. Spieltags zu zwei echten Duellen zwischen David und Goliath: Abstiegskandidat empfängt Aufstiegsanwärter.

Auf den FC Ingolstadt, der nur einen hauchdünnen Vorsprung zum Relegationsplatz hat, wartet dabei mit dem Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf die wohl denkbar schwerste Aufgabe zum Auftakt. Alemannia Aachen, Tabellennachbar der "Schanzer", muss gleichzeitig gegen den Verfolger FC St. Pauli ran (ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Fortuna Düsseldorf kommt als souveräner Tabellenführer mit drei Punkten Vorsprung auf Platz 4 aus der Winterpause. "Die Stimmung in der Stadt ist riesig. Natürlich wissen wir, was die Fans von uns erwarten. Und ich hoffe, dass wir dieser Erwartungshaltung gerecht werden können und unser gemeinsames Ziel erreichen", meinte Sportdirektor Wolf Werner vor der Auftaktpartie - und schob nach: "Es wird noch ein langer und steiniger Weg."

Und der beginnt für die Rheinländer bereits beim "runderneuerten" FC Ingolstadt. Nach elf Niederlagen in den ersten 19 Spielen sind die "Schanzer" in den vergangenen Wochen gleich fünf Mal auf dem Transfermarkt aktiv geworden: Adam Nemec (1. FC Kaiserslautern), Manuel Schäffler (1860 München) und Florian Heller (1. FSV Mainz 05) sollen dem Angriffsspiel zu mehr Durchschlagskraft verhelfen, Ralph Gunesch (FC St. Pauli) und Marc Hornschuh (Borussia Dortmund) der zweitschlechtesten Abwehr der Liga (39 Gegentore) mehr Stabilität verleihen.

"Wir werden dort sicher nichts geschenkt bekommen. Sie haben sich schon ordentlich verstärkt. Wie sie dann auflaufen, ist natürlich eine kleine Unbekannte für uns, spielt aber letztendlich für meine Mannschaft keine Rolle", zeigte sich Gäste-Trainer Norbert Meier, der personell aller Voraussicht nach aus dem Vollen schöpfen kann, vom Aufrüsten des Gegners zunächst unbeeindruckt.

Wegweisende Partie

Denn entscheidend sei sowieso nur die eigene Leistung: "Wir müssen auf den Punkt da sein und dort als Mannschaft funktionieren", meinte der 53-Jährige und verwies auf die enorme Bedeutung der ersten Begegnung im Fußballjahr 2012: "Wir haben jetzt 15 Endspiele ohne Pause. Da ist ein guter Start nicht unwichtig."

Was umgekehrt für die Bayern im Kampf um den Klassenerhalt natürlich genauso gilt. Chefcoach Tomas Oral muss allerdings auf die verletzten Caiuby, Fabian Gerber, Malte Metzelder und Moritz Hartmann verzichten.

Beiden Teams dürften die äußeren Bedingungen mit zum Teil zweistelligen Minusgraden zudem alles abverlangen - wie auch dem Rasen: "Der Platz wird auf jeden Fall bespielbar sein, aber einen perfekten Teppich sollte man nicht erwarten", erklärte Sepp Lindermayer, seines Zeichens Greenkeeper im Audi Sportpark.


Die Winterpause ist endlich vorbei, gefühlt scheint der Winter allerdings gerade erst anzufangen. Friedhelm Funkel können Schnee und Frost aber nichts anhaben. Trotz Tiefsttemperaturen fiebert der Trainer von Alemannia Aachen dem Auftaktspiel gegen den FC St. Pauli förmlich entgegen - Ausreden lässt der 58-Jährige dabei nicht gelten.

"Der FC St. Pauli spielt bei denselben Temperaturen auf demselben Platz. Für uns kann es nur darum gehen, ein Stück mehr für den Sieg zu tun als der Gegner", gab Funkel seiner Mannschaft die Marschroute vor - und verwies auf die eigentlichen "Leidtragenden" der Minusgrade: "Die Spieler können laufen, laufen, laufen. Wir an der Seitenlinie und die Zuschauer sollten sich natürlich warm anziehen."

Personell hat sich die Lage am Tivoli in der vergangenen Woche indes verschlechtert: Neben den Langzeitverletzten meldeten sich auch Mario Erb (Innenband- und Meniskusschaden) und Reinhold Yabo (Knieprellung) ab. Dafür wird Neuzugang Albert Streit definitiv in der Anfangsformation der Kaiserstädter stehen, die in den vergangenen fünf Duellen mit den "Kiez-Kickern" immer den Kürzeren gezogen haben.

Personalsorgen bei St. Pauli

Dennoch rechnet man auf Seiten der Hamburger keineswegs mit einem Spaziergang, vielmehr erwartet Chefcoach Andre Schubert einen Tanz auf der Rasierklinge: "Ich gehe davon aus, dass Aachen uns in Zweikämpfe verwickeln will. Aber sie werden auch versuchen, ihr Offensivspiel aufzuziehen. Denn gerade zuhause wollen sie einen guten Start erreichen. Aber wir müssen stark genug sein, um unser Spiel durchzudrücken."

Mit den verletzten Philipp Tschauner und Lasse Sobiech, den gesperrten Sebastian Schachten und Fin Bartels sowie Charles Takyi (Afrika-Cup) stehen dem 40-Jährigen allerdings fünf Leistungsträger nicht zur Verfügung.

Dafür hat Markus Thorandt nach muskulären Problemen rechtzeitig Entwarnung gegeben. Den Gameplan für das Gastspiel bei der drittschwächsten Heimmannschaft der Liga beeinflusst das nicht: "Die drei Zähler sind das einzige, was für uns in dieser Begegnung zählt."