Drittbester Scorer der Liga: Moritz Stoppelkamp (l.) war klar bester Offensivspieler bei 1860
Drittbester Scorer der Liga: Moritz Stoppelkamp (l.) war klar bester Offensivspieler bei 1860
2. Bundesliga

Highlights der Saison

Wichtigster Spieler: Moritz Stoppelkamp

Zwar hätte sich auch Gabor Kiraly diesen Titel verdient, denn der Wert von ordentlichen 40 Gegentore waren einmal mehr vor allem dem Keeper-Routinier zu verdanken. Doch ohne die 19 Torbeteiligungen des ligaweit drittbesten Scorers Stoppelkamp sähe die schwache Offensiv-Bilanz des TSV (38 Tore sind der schlechteste Wert der ersten Neun) zappenduster aus. Der selbstbewusste Dribbler - neben Osako und Kiraly der einzige mit unbestreitbarem Erstliga-Format - verbesserte nicht nur seine Standards und Dribblings, sondern glänzt nun auch mit Defensiv-Arbeit und unermüdlichem Einsatz.

Aufsteiger der Saison: Julian Weigl

Der 18-Jährige ist vor allem der Gewinner der Rückrunde. Die Verletzung von Mittelfeld-Kampfmaschine Dominik Stahl schien zunächst schwer zu kompensieren, doch Weigl meisterte diese Prüfung ohne Wimpernzucken und ist nun kaum noch aus der Startelf des TSV wegzudenken. Passsicher, zweikampfstark, tolle Übersicht - die Zukunft im Münchner Mittelfeld heißt Weigl.

Tor der Saison: Lauth gegen Bochum

Es war ihm zu gönnen. 30 Spiele lang wartete 1860-Ikone Lauth auf sein drittes Saisontor, 30 Spiele. Für einen Torjäger seines Formats eine kaum vorstellbare Negativ-Serie. Erstmals in seiner Zeit in München musste sich der Rekordtorjäger dauerhaft mit der Joker-Rolle zufrieden geben. Sein Abschied stand bei seinem letzten Heim-Auftritt im eigentlich bedeutungslosen Spiel gegen Bochum schon fest. Dennoch feierten die Löwen-Fans "ihren" Benny beim 2:0 in der Nachspielzeit noch einmal wie zu besten Bundesliga-Zeiten. Ein letztes Mal.

Das bleibt hängen: Stahls unheimliche Serie

Als Torjäger war Dominik Stahl vor dieser Saison wirklich nicht bekannt gewesen. In 89 Zweitliga-Spielen brachte er es gerade einmal auf fünf Treffer. Zwischen dem 13. und 17. Spieltag jedoch glänzte der Mittelfeld-Abräumer in vier Spielen in Folge als Goalgetter, dreimal davon als Siegtorschütze. "So eine Serie habe ich noch nicht erlebt. Das ist einfach Wahnsinn", sagte der 26-Jährige. Die Serie von vier Löwen-Siegen und vier Stahl-Toren in Folge endete mit einem 0:2 gegen St. Pauli allerdings ebenso abrupt, wie sie begonnen hatte.

Tops:

    Zur Winterpause träumte 1860 noch von der Bundesliga, lag nur drei Punkte hinter dem 3. Rang. Am Ende fehlten zwölf Punkte zur Relegation. 

    Nur Kaiserslautern ließ weniger Gegentore nach Flanken zu (drei) als 1860 München (vier). 

    Die Mittelfeldspieler von 1860 München gaben die meisten Torschüsse ligaweit ab (313). 

    Nur Ingolstadt ließ weniger Kopfball-Gegentore zu (drei) als 1860 München (vier). 

    1860 München blieb nach Eckbällen ohne Gegentor. 

Flops:

    1860 München stellte die harmlosesten Stürmer der Liga, nur zehn Stürmertore standen zu Buche.  Einzig Winter-Einkauf Yuya Osako war ein Lichtblick (sechs Tore).

    Einzig im Strafraum von St. Pauli kamen die Gegner öfter zum Torschuss (307 Mal) als im 16er von 1860 München (303 Mal). 

    Nur gegen zwei Teams kamen die Gegner öfter zum Torschuss als gegen 1860 München (524 Mal). 

    Kein Team erzielte weniger Kontertore als 1860 München (drei). 

    Kein Team ließ mehr Gegentore nach Steilpässen zu als 1860 München (zehn). 

Christoph Gschoßmann