Berlin - Das Derbyfieber grassiert am Wochenende nicht nur in der Bundesliga - auch eine Klasse tiefer stehen sich zwei Stadtrivalen gegenüber: Das Berliner Derby, das im ausverkauften Olympiastadion zwischen Hertha BSC und Union stattfinden wird, teilt die Hauptstadt wieder in zwei Lager. bundesliga.de hat bei beiden Cheftrainern über die besondere Situation vor dem spannungsgeladenen Duell nachgefragt.

bundesliga.de: Herr Babbel, Herr Neuhaus, die ganze Stadt freut sich auf das Derby am Samstag. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Partie?

Markus Babbel: Mit großer Freude auf das Spiel, weil ich selbst immer sehr gerne vor so vielen Menschen in einem ausverkauften Stadion gespielt habe und dies als Trainer natürlich ebenso genieße. Ich hoffe natürlich, dass wir unseren unglaublichen, enthusiastischen Fans einen Sieg schenken werden, weil das einmal mehr zeigen würde, dass Fans und Mannschaft zu einer wirklichen Einheit zusammengewachsen sind. Was die Hertha-Fans, zu Hause und auswärts, zeigen, ist einfach erstklassig!

Uwe Neuhaus: Es ist ein ganz besonderes Spiel für die Stadt. Ein ausverkauftes Olympiastadion gibt es nicht alle Tage - darauf freuen wir uns sehr, auch wenn wir natürlich als Außenseiter in die Partie gehen.


bundesliga.de: Das Hinspiel endete 1:1. Könnten Sie wieder mit einem Unentschieden leben - oder streben Sie mit aller Macht die drei Punkte an?

Babbel: Keine Frage, wir wollen die drei Punkte. Wir wollen gegen Union einen weiteren kleinen Schritt in Richtung unserer Zieles gehen.

Neuhaus: Wir streben in jedem Spiel drei Punkte an, auch wenn uns das auswärts leider nicht so oft gelungen ist. Natürlich kann ich unter Umständen auch mit einem Unentschieden leben. Das hängt aber vom Spielverlauf ab.


bundesliga.de: Drei Spiele in der Rückrunde sind absolviert. Wie beurteilen Sie Ihren Start nach der Winterpause?

Babbel: Von der Punktausbeute sind wir selbstverständlich zufrieden. Aber ich kenne meine Mannschaft: Spielerisch müssen und können wir noch zulegen.

Neuhaus: Damit kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Das Auftaktspiel gegen Aachen war sehr gut und wir haben hochverdient gewonnen. Die Partien gegen Fürth und Paderborn ärgern mich, weil wir ganz wichtige Punkte unnötig vergeben haben.


bundesliga.de: Welche(n) Spieler des Gegners würden Sie am liebsten im eigenen Kader haben?

Babbel: Die Wechselfrist ist vorbei!

Neuhaus: Netter Versuch, aber das ist ein Spiel, dass ich als Trainer auf keinen Fall mitmache. Ich habe eine Mannschaft, die absolut konkurrenzfähig ist - leider ist sie in dieser Saison aufgrund zahlreicher Verletzungen zu selten komplett.


bundesliga.de: Was wünschen Sie Ihrem Gegner für den weiteren Verlauf der Rückrunde?

Babbel: Dass sie den Klassenerhalt schaffen und dann ihre weiteren Zielen verfolgen können.

Neuhaus: Ich gönne Hertha den Erfolg. Es ist keine leichte Situation, zum Aufstieg quasi verdammt zu sein. Sie haben das bisher bemerkenswert souverän gelöst.


bundesliga.de: Glauben Sie, dass es auch in der kommenden Saison ein Berliner Derby gehen wird - oder werden die beiden Berliner Vereine künftig wieder in verschiedenen Ligen spielen?

Babbel: Unser Ziel ist es, ganz klar, aufzusteigen. Wenn es Union dann auch schaffen sollte, würde ich mich darüber freuen. Wie gesagt, auf ein Derby zu Erstligabedingungen hätte ich nichts einzuwenden.

Neuhaus: Derzeit scheint die Sache recht klar: Hertha wird aufsteigen, also trennen sich unsere Wege wieder.


Die Fragen stellte Johannes Fischer