München - Hertha BSC geht als Zweitliga-Spitzenreiter und damit mit einem mentalen Plus in den Spieltag der Wahrheit am kommenden Wochenende: Das Team von Trainer Markus Babbel besiegte den SC Paderborn mit 2:0 (2:0) und führt die Tabelle vor den abschließenden sechs Partien mit 59 Zählern vor dem FC Augsburg (57) und dem VfL Bochum (52) an.

Der Revierclub muss am Montag noch beim FSV Frankfurt (20.15 Uhr/Sport1 und Sky) antreten. Auch Greuther Fürth (50) darf sich noch Hoffnungen auf den Sprung in die Bundesliga machen.

"Diesen Sieg schenken wir dem Trainer "

Eine Vorentscheidung in der Aufstiegsfrage könnte am nächsten Spieltag fallen, wenn die vier bestplatzierten Mannschaften quasi als geschlossene Gesellschaft aufeinandertreffen. Augsburg (2:0 bei Arminia Bielefeld) empfängt dabei am Freitag Fürth (2:1 gegen den MSV Duisburg). Tabellenführer Berlin muss drei Tage später am 11. April in Bochum antreten.

Die Hertha stellte die Weichen dank der Treffer von Pierre-Michel Lasogga (39.) und Andre Mijatovic (45.+1) schon vor dem Wechsel gegen Paderborn auf Sieg. Der zehnte Heimsieg geriet auch nach dem Wechsel nicht mehr in Gefahr, sogar die Welle schwappte durch das proppenvolle Olympiastadion. Nach dem Abpfiff streiften sich die Profis T-Shirts mit der Aufschrift "Hey, was fürn Lauf, die Hertha steigt wieder auf". "Diesen Sieg schenken wir dem Trainer. Er hat immer davon geträumt, vor so einer Kulisse gegen Paderborn zu spielen", sagte Kapitän Mijatovic.

FCA bleibt dran

Zwei Tage zuvor hatten sich die Augsburger auf der Bielefelder Alm dank eines Sieges in Unterzahl vorübergehend an die Tabellenspitze gesetzt. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit sah der in der Winterpause aus Mönchengladbach gekommene Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (41.).

Nach dem Seitenwechsel machten die Gäste dann aber auch mit einem Spieler weniger den achten Auswärtscoup perfekt. Stephan Hain (59.) und Lukas Sinkiewicz (80.) trafen für den FCA. Nando Rafael war kurz vor dem 2:0 mit einem an ihm selbst verursachten Foulelfmeter an Arminia-Torhüter Patrick Platins gescheitert. "In Unterzahl hat die Mannschaft nach der Pause Charakter gezeigt", lobte Augsburgs Trainer Jos Luhukay.

Nehrig lässt Fürth hoffen

Auch Fürth untermauerte seine Ambitionen auf die Eliteliga dank Matchwinner Bernd Nehrig. Der Abwehrspieler bescherte den Franken per Foulelfmeter (79.) den Siegtreffer gegen Pokalfinalist Duisburg. Olcay Sahan hatte die Duisburger bereits in der achten Minute in Führung gebracht, Felix Klaus glich für die Gastgeber in der 19. Minute aus. "Für den Kopf war dieser Erfolg ganz wichtig. Überhaupt helfen uns jetzt nur noch Siege", meinte Fürths Innenverteidiger Mergim Mavraj.

Für Duisburg sind damit auch die letzten Aufstiegsträume geplatzt. "Verärgert, sauer, enttäuscht. Keines dieser Worte trifft es richtig", sagte MSV-Trainer Milan Sasic, der auch mit dem Blick auf das DFB-Pokalfinale gegen Schalke 04 am 21. Mai in Berlin einen herben personellen Verlust hinnehmen musste. Torjäger Stefan Maierhofer erlitt im Spiel einen Bruch des rechten Mittelfußes und fällt wochenlang aus. Sasic: "Es gibt kaum Hoffnung, dass Stefan in dieser Saison noch einmal für uns spielen kann. Das ist ganz bitter und tut mir sehr leid."

Ingolstadt weiter erfolgreich

Der Tabellenfünfte Erzgebirge Aue (48) verlor im Aufstiegsrennen durch eine 0:3 (0:2)-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf an Boden. Die Rheinländer bleiben angesichts von zehn Siegen und einem Unentschieden zuhause ein Macht. Im Kampf um den Klassenerhalt sammelte der FC Ingolstadt beim 2:1 (2:0) Auswärtssieg gegen Energie Cottbus wichtige Punkte.

Das Kellerduell zwischen dem Karlsruher SC und dem VfL Osnabrück endete 2:2 (1:1), während der Tabellenvorletzte Rot-Weiß Oberhausen durch ein 0:2 (0:0) gegen Union Berlin einen weiteren Rückschlag kassierte. 1860 München verlor mit 1:2 (0:1) bei Alemannia Aachen.