Das Stadion Niederrhein wurde am 24. Mai 1926 eingeweiht. Es liegt auf der sogenannten "Emscherinsel", eingebettet zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal. Die ersten Planungen für den Bau des Stadions gehen zurück ins Jahr 1919. Federführend war hier der Stadtverband für Leibesübungen.

1924 nahm das Projekt konkrete Formen an und am 27. Juni desselben Jahres erfolgte der erste Spatenstich. Die Gesamtkosten des von den Kölner Architekten Nußbaum und Wilkens geplanten Komplexes beliefen sich auf eine Million Reichsmark.

Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung konnte das Stadion Niederrhein 732 überdachte, 2106 unüberdachte Sitzplätze sowie 29.000 Stehplätze vorweisen. Der absolute Besucherrekord wurde 1950 aufgestellt: Im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft trafen die Offenbacher Kickers auf Preußen Dellbrück.

48.000 Zuschauer?

Die genaue Zuschauerzahl ist bis heute nicht genau bekannt: Die Angaben schwanken zwischen 44.000 und 48.000.
Doch auch durch andere Sportarten wurden die Zuschauer in das Stadion Niederrhein gelockt: So wurden in Oberhausen z.B. mehrere Endspiele um die Deutsche Feldhandballmeisterschaft ausgerichtet.

Aber der Fußball blieb die zentrale Sportart: 1957 wurde das erste A-Jugend-Länderspiel in Oberhausen ausgetragen. Deutschland bezwang England mit 4:1. Unvergessen bis heute bleibt auch das Aufstiegsspiel zur Bundesliga am 25. Juni 1969, als RWO sich durch ein 0:0 gegen den Freiburger FC den Zugang zur höchsten deutschen Spielklasse sicherte.

Das hellste Flutlicht Europas

Im Zuge des Aufstiegs mussten jedoch auch einige DFB-Auflagen erfüllt werden, u.a. musste das Stadion mit einer Flutlichtanlage ausgestattet werden. Im März 1970 wurde dann auch nicht irgendein, sondern das hellste Flutlicht Europas eingeschaltet.

Anfang der 80er Jahre erhielt das Niederrhein-Stadion eine Tartanbahn, und Oberhausen wurde prompt zum Landes-Leistungsstützpunkt der Leichtathleten gekürt. Zu Beginn der 90er Jahre wurde mit der Renovierung der Stehplätze begonnen, außerdem wurde die Gegengerade modernisiert.

Der große Umbau

1996 wurde vom Stadtrat ein größerer Umbau beschlossen. Dieser beinhaltete die Überdachung der Gegengeraden, die Sanierung der Haupttribüne sowie die Installation einer elektronischen Anzeigetafel. Für den letzten Punkt fand sich eine günstige Lösung: Bayer 04 Leverkusen spendete die alte Anzeigetafel des Ulrich-Haberland-Stadions.

Die Überdachung der Gegengeraden sowie die Sanierung der Haupttribüne erfolgten in den nächsten beiden Jahren. Am letzten Spieltag der Saison 1997/1998 wurde das umgebaute Stadion Niederrhein offiziell eingeweiht. 2008 wurde schließlich gemäß DFL-Vorgaben eine Rasenheizung eingebaut.

Heutzutage bietet die Heimstätte der Kleeblätter Platz für 21.318 Zuschauer. Die Sitzplätze verteilen sich auf die Haupt- und Gegentribüne, wobei letztere durch den Uhrenturm getrennt wird. Die Emscherkurve beheimatet die einheimischen Fans, während die Kanalkurve den Gästefans vorbehalten ist.