München - Hertha BSC vertraut auf seine Heimstärke, um sich den Verfolger aus Duisburg vom Hals zu halten. In Aachen will der aufstrebende FC Augsburg seine "schwarze Serie" beenden und Boden auf die Tabellenspitze gut machen (beide Samstagspartien des 14. Spieltags ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Hertha BSC - MSV Duisburg

Der große Favorit auf die Zweitliga-Meisterschaft ist zuletzt etwas aus dem Tritt geraten. Inklusive der Partie im DFB-Pokal in Koblenz verlor die Hertha drei Auswärtsspiele in Folge. Durch die Niederlage am vergangenen Freitag in Osnabrück mussten die Berliner sogar Platz 1 frei machen und Erzgebirge Aue an sich vorbeiziehen lassen. Im Olympiastadion gewann die "Alte Dame" aber sechs von sieben Auftritten. "Wir wollen zuhause wieder unser gutes Gesicht zeigen und dominant auftreten", sagte Coach Markus Babbel vor der Partie des Tabellenzweiten gegen den Dritten: "Ich will die Gier sehen, die Punkte zu holen."

Die Gäste aus Duisburg freuen sich, "dass wir jetzt wieder ein so genanntes Spitzenspiel bestreiten dürfen", wie Co-Trainer Fuat Kilic erklärte, der den wegen eines Trauerfalls in die kroatische Heimat gereisten Cheftcoach Milan Sasic in dieser Woche auf dem Trainingsplatz vertrat. Kilic macht aber vor dem Anpfiff der Begegnung deutlich: "Wir konzentrieren uns nicht auf einen Tabellenplatz, sondern auf unsere Arbeit." Das Rezept für die Herkulesaufgabe bei den Berlinern, die sich "wie eine Spitzenmannschaft präsentieren, mit individueller Klasse gesegnet sind und zuhause sehr offensiv und selbstbewusst auftreten", verrät Kilic allerdings nicht.

Hertha gehen die Innenverteidiger aus

Dass die Duisburger in dieser Saison zu den angriffslustigsten Teams der Liga zählt, dürfte aber auch den Herthanern nicht verborgen geblieben sein. Ausgerechnet gegen die offensivstarken "Zebras" sind Berliner Innenverteidiger Mangelware. Andre Mijatovic (Außenbandriss im Knie), Christoph Janker (Oberschenkelverletzung) und Kaka (Operation an der Hand) fallen definitiv aus, Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Youngster Sebastian Neumann. "Bei Sebastian müssen wir das Abschlusstraining abwarten. Er hat einen Schlag auf den Knöchel bekommen, aber ich bin zuversichtlich, dass er am Samstag auflaufen kann", so Herthas Übungsleiter. "Zur Not könnten auch Peter Niemeyer oder Fabian Lustenberger diese Position spielen", macht sich Babbel aber keine großen Sorgen. Stammtorhüter Maikel Aerts wird aufgrund seiner Knieverletzung in der Hinrunde nicht mehr zum Einsatz kommen, für ihn steht erneut Marco Sejna zwischen den Pfosten.

"Hertha hat eine riesige Qualität, kann von der Bank aus noch Stärke einbringen. Alles, was die Fußballexperten vor der Saison gesagt haben, hat sich in den bisherigen Begegnungen bestätigt", attestiert Sasic den Hauptstädtern. Doch die Meidericher haben lediglich drei Punkte Rückstand auf Berlin, mit einem Sieg würden sie gar auf Platz 2 vorrücken. "Wir können der Hertha die erste Heimniederlage zufügen", ist Mittelfeldmann Goran Sukalo zuversichtlich: "Natürlich hat die Hertha eine gute Truppe. Wir aber auch. Wir verfügen über eine tolle Moral und so viel Leidenschaft, dass wir ganz bestimmt keine Angst haben werden."

MSV-Senkrechtstarter Julian Koch erwartet einen "heißen Tanz" und fordert: "Da müssen wir noch mal die Ärmel hochkrempeln und die Zähne zusammenbeißen." Da trifft es sich aus Duisburger Sicht gut, dass Routinier Ivo Grlic nach überstandener Rückenverletzung wieder in den Kader zurückkehrt, und auch darüber hinaus alle Mann an Bord sind.




Alemannia Aachen - FC Augsburg

Ein Punkt aus den letzten drei Spielen, aber von Niedergeschlagenheit kann am Tivoli in diesen Tagen keine Rede sein. Auch wenn die Leistung in Aue Trainer Peter Hyballa nicht überzeugt hat, zeigt sich der Coach zuversichtlich für das Heimspiel gegen Augsburg. "Wir haben richtig gut trainiert und es herrscht eine gute, wenn auch kritische Stimmung. Also wenn man so will eine 'Jetzt-erst-recht-Stimmung'", sagt Hyballa.

"Jetzt erst recht" zum einen weil die Punkteausbeute der letzten Spieltage zu wünschen übrig lässt und zum anderen weil das Lazarett sich bei den Alemannen vergrößert hat. Hinter Markus Daun (Knieverletzung), Thorsten Stuckmann (Mittelfußbruch), Seyi Olajengbesi (Sehnenabriss), Thorsten Burkhardt (Fußverletzung) und Florian Müller (Kreuzbandriss) reiht sich nun auch Alper Uludag mit Syndesmosebandriss in die Verletztenliste ein. Darüber hinaus ist Thomas Stehle aufgrund seiner fünften Gelben Karte aus dem Aue-Spiel gesperrt. In den Kader zurückkehren werden Kevin Kratz und Thomas Zdebel, die beide wegen muskulärer Probleme pausiert hatten.

Gegner Augsburg ist derzeit gut in Form, holte wie Erzgebirge Aue 13 Punkte aus den letzten fünf Spielen. "Der FCA ist eine gefährliche Mannschaft, die im Aufwind ist, ein spielstarkes Team, das sehr offensiv spielt, hoch angreift, um schnell den Ball zu bekommen", zollt Hyballa dem Gast großen Respekt.

Augsburg kann profitieren

FCA-Trainer Jos Luhukay hat sich mit einem Team viel vorgenommen. "Das wird ein sehr interessantes Spiel und ein sehr interessantes Wochenende", sagt der Niederländer mit dem Blick auf die Konkurrenz, die derzeit in der Tabelle vor dem FCA platziert ist. Denn mit Hertha BSC gegen Duisburg und Cottbus gegen Aue treffen die ersten vier der Tabelle in direkten Duellen aufeinander. "Egal wie die Konkurrenz spielt, wir haben die Chance, uns mit einem eigenen Sieg weiter an die ersten vier Plätze heranzuarbeiten und uns gut für die nächsten Wochen zu positionieren.", weiß Luhukay.

Die Bilanz der beiden Vereine spricht in jedem Fall für die Alemannia. Zuhause haben die Aachener gegen den FCA noch nie verloren und erst einen Gegentreffer kassiert. Die letzten beiden Heimspiele gewann die Alemannia sogar mit 4:0. Doch nicht nur aufgrund der Ergebnisse in der Vergangenheit am Tivoli hat Luhukay eine hohe Meinung von der Aachener Mannschaft: "Das ist ein junges, engagiertes und sehr lauffreudiges Team, das vor allem zuhause zu sehr Vielem in der Lage ist."

In Aachen steht Luhukay neben den Langzeitverletzten auch Ibrahima Traore, der am Freitag in der Hessingpark Clinic am Sprunggelenk operiert wird, nicht zur Verfügung. Dafür rückt auf jeden Fall Daniel Baier nach überstandener Verletzung wieder in den Kader. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Stürmer Nando Rafael, der im Training einen Schlag auf den Knöchel erlitten hat und eine Trainingspause einlegen musste.