München - Nachfolger für Ronny, Ginczek und Co. gesucht: bundesliga.de stellt 18 Spieler vor, die sich in der kommenden Zweitligasaison ins Rampenlicht spielen könnten. Wer wird zum Star in der neuen Spielzeit, die am Freitagabend beginnt (ab 18:15 Uhr im Live-Ticker)? Die Kandidaten im Kurzporträt:

Fortuna Düsseldorf: Levan Kenia (22)

Der ehemalige Schalker gilt als technisch versierter, spielstarker Zehner. Der Georgier, der von Karpaty Lviv kam, kann auch auf dem Flügel spielen, kommt in der Zentrale aber besser zur Geltung - und gerade im Kreativzentrum haperte es zuletzt bei der Fortuna. Düsseldorf gab in der Vorsaison nicht zuletzt mangels eines Ideengebers die wenigsten Torschüsse ab: im Schnitt nicht mal zehn pro Partie. Bei Kenias elf Bundesliga-Einsätzen für Schalke (April bis Oktober 2009) bereitete er im Schnitt alle 27 Minuten einen Torschuss vor. Zum Vergleich: Julian Draxler lieferte 12/13 im Schnitt alle 34 Minuten eine Torschussvorlage. Da Kenia bereits viereinhalb Jahre in Deutschland spielte und Deutsch spricht, sollte die Eingewöhnung leicht fallen.

SpVgg Greuther Fürth: Ognjen Mudrinski (21)

Der Serbe soll die in der Vorsaison schwache Offensive der Fürther beleben. In Serbiens höchster Spielklasse, in der er 62 Mal zum Einsatz kam, gelangen ihm beachtliche 22 Treffer für Roter Stern Belgrad. Mudrinski gilt als kopfballstark, was den Fürthern angesichts von nur vier Kopfballtreffern in der Vorsaison nur gut tun kann. Mit serbischen Angreifern machte Fürth zuletzt ohnehin gute Erfahrungen: Der in der Winterpause verpflichtete Nikola Djurdjic war in der Bundesliga mit fünf Treffern bester Torschütze der Franken - mit Mudrinski könnte er nun ein serbisches Sturmduo bilden, Verständigungsprobleme würde es keine geben.

1. FC Kaiserslautern: Alexander Ring (22)

Der Finne kann im Mittelfeld viele Positionen bekleiden, die größte Perspektive hat er wohl auf der Sechs. Der Nationalspieler ist schnell und technisch versiert. Aufgrund seiner nur 1,73 m ist er zwar nicht kopfballstark, am Boden waren seine Zweikampfwerte in der Bundesliga aber in Ordnung. Sprachprobleme gibt es keine: Ring ist größtenteils in Deutschland aufgewachsen, spielte in der Jugend jahrelang für Bayer Leverkusen und war zuletzt als Leishpieler für Gladbach aktiv. Beim FCK war vergangene Saison Ariel Borysiuk auf der Doppelsechs gesetzt, an seiner Seite durften sich zahlreiche Spieler probieren, dauerhaft durchsetzen konnte sich aber keiner. Ob dies Ring gelingt?

FSV Frankfurt: Michael Görlitz (26)

Der Profi aus der Jugend des FC Bayern kam vergangene Saison als einziger FSV-Akteur in allen 34 Spielen zum Einsatz und war hinter Stürmer Kapllani zweitbester Scorer seines Teams. Er erzielte sechs Tore und gab fünf Torvorlagen. Dass die Hessen 13 Tore nach Flanken erzielten - gleichauf mit Kaiserslautern und Bochum ligahöchstwert - lag auch an Görlitz, der ligaweit die fünftmeisten Flanken schlug. 89 Mal flankte er, vier seiner Hereingaben führten zu Treffern. Nach den Abgängen der Leistungsträger Yannick Stark und Marcel Gaus ist Görlitz noch stärker gefordert beim Überraschungsteam der Vorsaison. Denkbar ist, dass Trainer Benno Möhlmann ihn je nach Personallage von der rechten Seite ins Zentrum zieht.

1. FC Köln: Marcel Risse (23)

Der 23-Jährige ist in der Offensive vielseitig einsetzbar, er spielte in Mainz in der Regel auf der rechten Seite. Einen Stammplatz hatte er zuletzt allerdings nicht, nun nimmt er ein Stockwerk tiefer einen neuen Anlauf. Der schnelle und dribbelstarke Profi ist ein guter Vorbereiter, selbst Tore zu erzielen ist hingegen nicht seine Sache. Risse erzielte nur vier Treffer in 79 Bundesliga-Spielen. Die Voraussetzungen um durchzustarten passen: Risse ist gebürtiger Kölner, kennt Stadt und Mentalität. Und er weiß, wie man aufsteigt: Das gelang ihm bereits 09/10 mit dem 1. FC Nürnberg. "Ich habe mich bewusst gegen andere Optionen entschieden", sagt Risse, "weil ich mich darauf freue, endlich als Profi im FC-Trikot auflaufen zu können."

1860 München: Yannick Stark (22)

Der 22-Jährige war vergangene Saison maßgeblich am Erfolg von Überraschungsteam FSV Frankfurt beteiligt. Er spielte zumeist auf der Sechs und überzeugte sowohl defensiv als auch offensiv. Stark gewann sehr gute 57 Prozent seiner Zweikämpfe. Vier Tore und fünf Torvorlagen standen 12/13 für ihn zu Buche - und das als Sechser (!). Mit 1860 nimmt der Mittelfeldstratege nun den Aufstieg ins Visier. Offerten von Erstligisten schlug er aus, entschied sich lieber für den Zwischenschritt , als in der Eliteklasse womöglich auf der Bank zu sitzen. "Ich finde, man sollte sich da nicht selbst überschätzen", sagt Stark.

1. FC Union Berlin: Martin Dausch (27)

Der 27-Jährige kann in der Offensive praktisch jede Position spielen. In Aalen kam er in der Vorsaison links, rechts, zentral, als hängende Spitze und als einzige Spitze zum Einsatz. Das Gros seiner Spiele machte er auf der Zehn. Der gebürtige Allgäuer ist ein guter Vorbereiter: Er lieferte 12/13 zwar nur eine Torvorlage, aber das lag eher an seinen Mitspielern, denn Torschussvorlagen gab kein Aalener mehr als Dausch. Sieben Tore gelangen ihm selbst, davon drei per Elfmeter. Seine Zeit als Alleinunterhalter in der Offensive ist nun vorbei. Bei Union hat er hochkarätige Mitspieler - und Konkurrenten. Dausch sagt: "Ich stelle mich einer neuen Herausforderung."

FC Energie Cottbus: Amin Affane (19)

Der Schwede kam vom FC Chelsea nach Cottbus, bestritt für die erste Mannschaft der Blues aber nie ein Pflichtspiel. Höherklassig Erfahrung sammelte Affane 12/13, als er als Leihspieler für Roda Kerkrade zu 15 Einsätzen in der Ehrendivision kam. Affane ist in der Offensive vielseitig einsetzbar, kann links, rechts und zentral hinter der Spitze spielen. "Mehr Optionen als bisher" verspricht sich Rudi Bommer von dem Schweden mit marokkanischen Wurzeln. "Amin hat uns auf Anhieb überzeugt", sagt der Trainer und nimmt seinem Schützling den Druck: "Von einem Talent in seinem Alter dürfen wir nicht sofort Wunderdinge erwarten."

VfR Aalen: Andre Hainault (27)

Aalens in der Vorsaison sattelfeste Defensive (nur 39 Gegentreffer) verlor Stamm-Innenverteidiger Tim Kister an Sandhausen, Andre Hainault soll ihn ersetzen. Der Kanadier hat reichlich internationale Erfahrung vorzuweisen: Er bestritt 35 Länderspiele, nahm mit seinem Land zweimal am Gold Cup teil. In der Rückrunde 12/13 spielte er für Ross County in der schottischen Premier League. Sportdirektor Markus Schupp beschreibt Hainault als aggressiv und kopfballstark. Schupp ist überzeugt, dass Hainault dem VfR direkt weiterhelfen kann: "Mit ihm gewinnen wir eine Persönlichkeit mit Führungsqualitäten hinzu."



Teil 2: Von Amedick bis Zimmermann