Ein mit Spannung erwartetes Duell ist das Nachholspiel des 20. Spieltags zwischen dem F.C. Hansa Rostock und dem 1. FC Union Berlin (ab 18:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!) schon vorher gewesen. Nun bekommt die Partie auch noch einen Premierencharakter hinzu:

Nach der Beurlaubung von Trainer Andreas Zachhuber steht bei Hansa erstmals der bisherige Co-Trainer Thomas Finck in der Verantwortung.

Neuauflage des Traditionsduells

Nach fünf sieglosen Spielen und mit nur noch drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz eine richtige Feuertaufe für Finck. Und eine größere Bühne könnte es für das Hansa-Urgestein kaum geben.

Hansa gegen Union - das ist ein Traditionsduell aus DDR-Tagen. In der Hinrunde trafen sich beide Teams erstmals nach über 20 Jahren wieder in einem Pflichtspiel. Union siegte durch einen Treffer von John Jairo Mosquera mit 1:0.

Doch die Geschichte spricht eigentlich für die Gastgeber. Seit 38 Jahren hat Hansa zuhause nicht mehr gegen Union verloren. Von den letzten acht Heimspielen gegen die "Eisernen" (zwischen 1972/73 und 1988/89) gewannen die Rostocker sieben, ein Mal trennte man sich remis.

Zachhuber drückt die Daumen

Ein Punkt wäre für Hansa am Mittwoch aber fast schon ein bisschen zu wenig, schließlich bietet das Nachholspiel auch einen großen Vorteil. "Das Schöne ist, dass die Konkurrenz nur zuschauen und nicht reagieren kann", sagt der neue Chef Finck.

Mut könnte ihm machen, dass Union aus seinen letzten fünf Auswärtsspielen nur einen Punkt geholt hat. Fehlen werden den Hausherren allerdings weiterhin Enrico Neitzel (Oberschenkel), Dexter Langen (Jochbeinbruch) und Florian Grossert (Achillessehne).

Nicht verzichten müssen die Mecklenburger auf die Unterstützung ihres beurlaubten Ex-Coaches. Andreas Zachhuber steht weiterhin zu "seiner" Hansa: "Ich drücke der Mannschaft am Mittwoch die Daumen. Ich hoffe für sie, dass sie dann das dringend notwendige Erfolgserlebnis feiert."

Neuhaus: "Das wird eine ganz heiße Kiste"

Solch ein Erfolgserlebnis holten sich die Gäste beim 3:2-Heimerfolg gegen die TuS Koblenz am Wochenende. Zuvor waren die Berliner in Paderborn untergegangen, zeigten vor eigenem Publikum aber die erhoffte Reaktion. Trainer Uwe Neuhaus freute sich vor allem über die starke Moral seines Teams, dass zwei Mal die Führung wieder hergeben musste - und trotzdem siegte.

"Ich hoffe, dass uns dieser Erfolg die nötige Ruhe gibt, um gegen Rostock einen weiteren Erfolg nachlegen zu können", erklärte Neuhaus, der ein kampfbetontes Spiel erwartet: "Das wird eine ganz heiße Kiste. Neben dem Derbycharakter der Partie spielt dabei natürlich die Tabellensituation der Rostocker eine Rolle."

Die vergleicht Neuhaus mit einem angeschlagenen Boxer und warnt seine Mannschaft deshalb: "Wir werden höllisch aufpassen müssen und dürfen uns nicht von der Hektik anstecken lassen."

Dogan mit an Bord

Rechtzeitig wieder fit ist Hüzeyfe Dogan, zweifacher Torschütze beim Sieg der "Eisernen" gegen Koblenz. Er hat seine Erkältung auskuriert und konnte die Reise an die Ostsee ebenso antreten wie Jan Glinker, Daniel Schulz und Shergo Biran, die im Vergleich zur letzten Partie im Kader Christoph Haker, Christopher Quiring und Kenan Sahin (Gelb-Sperre) ersetzen.

Fehlen wird weiterhin Bernd Rauw. Die Sprunggelenksverletzung des Belgiers brach am Dienstag im Training wieder auf.