Für Sebastian Albert und Tobias Jänicke vom FC Hansa Rostock ist der aktuelle Aufenthalt in Grassau etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal sind die beiden Mittelfeldspieler, die bislang nur zum Kader der zweiten Mannschaft gehörten und in der Oberliga zum Einsatz kamen, mit dem Profi-Team in ein Trainingslager gereist.

Im Sporthotel Achental teilen sie sich ein Zimmer und wollen die täglich zwei Trainingseinheiten im Chiemgau natürlich dazu nutzen, sich bei Chef-Coach Frank Pagelsdorf für einen Platz im Bundesliga-Team aufzudrängen.

Erster Profi-Vertrag

Einen Schritt weiter scheint in dieser Richtung Sebastian Albert, der bis zur D-Jugend beim FC Sachen und bis zur B-Jugend beim VfB Leipzig spielte, bevor er 2004 nach Rostock wechselte, wo er im vergangenen Frühjahr dann auch seinen ersten Profi-Vertrag (gültig bis 2010) unterzeichnete.

"Am letzten Spieltag in Bochum habe ich ja immerhin schon mal auf der Bank gesessen und nun die komplette Saisonvorbereitung mit dem Bundesliga-Kader absolviert. Es wäre sehr schön, wenn demnächst auch der erste Einsatz in einem Pflichtspiel folgen würde", hofft der 21-jährige Sachse, dessen Vorfreude auf das Trainingslager in den ersten beiden Juli-Wochen natürlich groß war.

"Nominierung ist Auszeichnung für meine gezeigten Leistungen"

Ganz unverhofft in Grassau landete dagegen Tobias Jänicke, dem nur wenig Zeit zum Kofferpacken blieb: "Am Donnerstag Nachmittag beim Fototermin habe ich erst erfahren, dass ich mitfahren darf. Anschließend hatte ich sogar noch Training und am nächsten Vormittag saß ich schon im Flugzeug. Natürlich war die Freude groß, zumal ich weiß, dass diese Nominierung auch eine Auszeichnung für meine gezeigten Leistungen ist."

Und eine logische Konsequenz der Entwicklung des 19-Jährigen, der 2003 vom FC Neubrandenburg zum F.C. Hansa stieß und dort zuletzt als A-Jugendlicher schon in der zweiten Männermannschaft zum Einsatz kam. Sein Amateur-Vertrag endet zwar 2009, doch der F.C. Hansa hat bereits angedeutet, ihn längerfristig binden zu wollen.

Ans Training gewöhnen

Eine kleine Umstellung bedeutet das Training im Profi-Bereich für die beiden Hansa-Youngster schon: "Die Trainingsinhalte sind zwar ähnlich, aber an die Intensität und die Dauer der Einheiten von manchmal mehr als zwei Stunden muss man sich erst noch gewöhnen", erklärt das Duo unisono. Deshalb waren beide auch nicht böse, dass sie beim 1:0 Testspielsieg am vergangenen Sonnabend in Burghausen nur 45 Minuten zum Einsatz kamen.

Zur Pause wurde "Albi" für Tobi" eingewechselt, wobei diese Partie natürlich besonders für den jüngeren der beiden Hansa-Youngster ein besonderes Erlebnis war: "Immerhin mein erster Einsatz im Profi-Team überhaupt, das erste Mal ein Trikot mit meinem Namen auf dem Rücken", strahlte Tobias Jänicke, der in Burghausen mit der Nummer 29 auflief, während ihm in der zweiten Mannschaft bereits die verpflichtende Nummer 10 übertragen wurde.

Name auf dem Profi-Trikot

Auch Sebastian Albert ist mit seiner Rückennummer zufrieden. Die 22, die er schon in der Hansa-Reserve trug, ziert nun auch seinen Namen auf dem Profi-Trikot.

Wenn am morgigen Dienstag ab 18 Uhr in Grassau das Testspiel gegen Arminia Bielefeld auf dem Programm steht, werden Sebastian Albert und Tobias Jänicke sicherlich noch einmal die Gelegenheit haben, sich in den Vordergrund zu spielen. Wohin der Weg der beiden Nachwuchs-Hoffnungen dann nach dem Ende des Trainingslagers führt, natürlich abgewartet werden.