Köln - Jetzt geht es um alles. Im Topspiel des 33. Spieltags empfängt der Dritte Hannover 96 den Tabellenführer VfB Stuttgart. Mit einem Dreier können die Niedersachsen nach Punkten mit dem VfB gleichziehen, um die Schwaben zu überholen, müsste 96 allerdings mit vier Toren Unterschied gewinnen. Im Spitzenspiel stehen sich auch die beiden besten Torjäger der 2. Bundesliga gegenüber - Hannovers Martin Harnik (17 Treffer) und Stuttgarts Simon Terodde (23 Tore). Vor dem Hit gegen seinen Ex-Verein spricht der österreichische Angreifer im Interview über den Dreikampf an der Spitze und das Topspiel.

Frage: Martin Harnik, haben Sie sich den 3:1-Sieg von Eintracht Braunschweig gegen Union Berlin im Fernsehen angeguckt und was sagen Sie zum Ergebnis?

Martin Harnik: Nein, habe ich nicht. Irgendwie wusste ich, dass man sich auf die anderen nicht verlassen kann (lacht). Ich habe vorher schon gesagt: Egal, wie das Spiel ausgeht, wir können jedem Ergebnis etwas Positives abringen.

Frage: Was war daran positiv?

Harnik: Dass wir den Relegationsplatz so gut wie sicher haben. Vorher war es über die ganze Saison mehr oder weniger ein Vierkampf. Jetzt ist es realistisch betrachtet ein Dreikampf. Und wir gehören zu den Dreien.

Frage: Wie rechnen Sie? Braucht 96 noch zwei Siege, um den Bundesliga-Aufstieg perfekt zu machen?

Harnik: Rechnen bringt nichts. Nicht einmal zwei Siege geben uns die hundertprozentige Sicherheit, dass wir den zweiten Platz erreichen werden. Braunschweig hat zwei machbare Aufgaben mit Arminia Bielefeld und dem Karlsruher SC, der VfB Stuttgart hat, vorausgesetzt, wir schlagen ihn, mit den Würzburger Kickers auch eine lösbare Aufgabe. Deshalb könnten am Ende sogar drei Mannschaften mit 69 Punkten oben stehen.

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Frage: Nun kommt es zum Topspiel gegen den VfB Stuttgart. Haben Sie im Vorfeld der Partie Kontakt zu den alten Kumpels gehabt?

Harnik: Wir haben regelmäßig Kontakt und tauschen uns auch in einer Whatsapp-Gruppe aus. Aber über das Spiel haben wir noch nicht geschrieben.

Frage: Worauf kommt es am Sonntag gegen den VfB an?

Harnik: Wir haben das im Hinspiel (beim 2:1-Sieg, die Red.) schon ganz gut gemacht. Wir sollten die Initiative übernehmen, wir spielen zu Hause. Das sind für uns drei wichtigere Punkte als für Stuttgart, weil der VfB dieses kleine Polster hat. Ich glaube, dass wir es in den vergangenen Wochen einfach gut gemacht haben. Wir sind hinten stabil und kommen in der Offensive immer zu unseren Chancen. Ich bin sehr guter Dinge, dass wir gegen Stuttgart gewinnen können.

Frage: Wie stoppt 96 den Stuttgarter Torjäger Simon Terodde?

Harnik: So wie im Hinspiel, in dem wir es schon ganz gut gemacht haben, obwohl er ein Tor erzielt hat. Aber da verlasse ich mich ganz auf unsere Defensive. Er ist auch abhängig von der Mannschaft. Wenn wir das Mittelfeld des VfB unter Kontrolle bringen, dann wird er auch nicht so viele Bälle bekommen wie in anderen Spielen. Wir müssen ein besonderes Augenmerk auf ihn legen, weil er in einer guten Verfassung ist und unfassbar viele Tore schießt. Aber deshalb müssen wir jetzt nicht auf Manndeckung umstellen. Wir sollten uns auf unsere Stärken konzentrieren.

Frage: Wäre Ihnen die Torjäger-Kanone wichtig?

Harnik: Über so eine Auszeichnung würde sich jeder freuen. Aber das ist nur so ein Bonus, der eine gute Saison abrunden würde – die Kirsche auf der Sahne wäre. Das ist kein Preis, um den ich spiele. Zumal der Preis ja wohl schon vergeben ist.

Frage: Denken Sie schon daran, dass Sie den Stuttgarter Spielern nach dem Spiel eventuell zum Aufstieg gratulieren müssen?

Harnik: Nein, das wäre negatives Denken vor einer solchen Partie. Dafür sind wir auch zu gut unterwegs und haben einen zu positiven Flow. Wir sind fit, sind gut unterwegs, haben am drittletzten Spieltag nochmal richtig was abgebrannt. Wir haben in den letzten neun Spielen achtmal zu null gespielt und 23 von 27 Punkten geholt. Da gibt’s keinen Grund zu zweifeln. Wir sind sehr gut auf den Endspurt vorbereitet.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski