Köln - Der 1. FC Nürnberg rangiert nach einem durchwachsenen Start mit sieben Punkten auf Platz 10 im Mittelfeld der Tabelle. Vor der Länderspielpause konnte der Club allerdings beim 1:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf ein wichtiges Erfolgserlebnis feiern. Schütze des goldenen Tores war Neuzugang Hanno Behrens, der im Interview mit bundesliga.de den Start noch einmal Revue passieren lässt und über seine Ziele mit dem Club spricht.

bundesliga.de: Hanno Behrens, der Club ist mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause gegangen und hatte jetzt fast zwei Wochen, um sich auf das Frankenderby am Sonntag in Fürth vorzubereiten. Wo lagen die Schwerpunkte in der Trainingsarbeit?

Hanno Behrens: Wir haben ein bisschen im konditionellen Bereich gearbeitet und einige Spielzüge einstudiert. Und wir haben die Abläufe in der Defensive trainiert.

bundesliga.de: Stichwort Defensive. Wenn man sich die Bilanz des Clubs anschaut, fallen einem die zwölf Gegentore in fünf Spielen ins Auge. Das ist der Höchstwert der 2. Bundesliga.

Behrens: Zwölf Gegentore sind nach fünf Spielen sicherlich zu viele. Allerdings haben wir auch gleich im ersten Spiel in Freiburg sechs Gegentore bekommen, die die Statistik schlechter aussehen lassen.

"Lieber 1:0 als ein Spektakel"

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bundesliga.de: Dafür hat der FCN auch zehen Tore geschossen. Steht der Club ein bisschen unfreiwillig für Spektakel oder wird bewusst riskant agiert?

Behrens: Das Spektakel ist eigentlich nicht gewollt. Wir wollen unsere Spiele gewinnen. Dann ist es auch egal, wenn wir sie dreckig mit 1:0 gewinnen. Mir persönlich ist ein 1:0 auch lieber als ein Spektakel. Im letzten Spiel gegen Düsseldorf standen wir bereits gut, haben die Null gehalten und kaum Chancen zugelassen. Das ist auch unser Ziel in den nächsten Spielen.

bundesliga.de: Sie selbst sind zur neuen Saison aus Darmstadt nach Nürnberg gewechselt. Viele hat überrascht, dass Sie den Club statt der Bundesliga mit den Lilien vorgezogen haben. Welche Argumente haben für den Wechsel den Ausschlag gegeben?

Behrens: Es hat sich ja schon im April abgezeichnet, dass ich Darmstadt verlassen werde. Wir haben in den Gesprächen nicht zueinander gefunden. Dann entstand der Kontakt zum Club, der großes Interesse bekundete. Ich hatte super Gespräche mit den Verantwortlichen und von Anfang an ein gutes Gefühl. Nürnberg ist langfristig gesehen aus meiner Sicht der größere Verein, auch wenn Darmstadt gerade das absolute Hoch erlebt.

bundesliga.de: Gilt für Sie das Motto: Man muss auch einmal einen Schritt zurück machen, um nach vorne zu kommen?

Behrens: Ja. Aber die Entscheidung fiel auch schon vor dem Aufstieg. Deswegen gab es auch nur noch ein kurzes Aufleuchten.

"Werden bessere Leistungen abrufen"

bundesliga.de: Sie haben Wolfgang Wolf, dem Leiter der Fußballabteilung, wie zu lesen war, fünf bis acht Tore in dieser Saison versprochen. Mit zwei Toren nach fünf Spieltagen liegen Sie auf Kurs. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Quote?

Behrens: Die Quote ist okay. Wenn es so weiter geht, werde ich das Versprechen halten.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie persönlich mit den ersten drei Monaten beim Club?

Behrens: Wir sind nicht ganz zufrieden. Wir haben wie gesagt zu viele Gegentore bekommen und turbulente Wochen hinter uns. Aber wir haben auch sieben Punkte und hatten ein schweres Auftaktprogramm mit den Auswärtsspielen in Freiburg und Bochum. Das waren keine Spiele, in denen man locker punktet. Bochum und Freiburg stehen nicht umsonst ganz oben in der Tabelle. Ich bin optimistisch gestimmt, dass wir in den nächsten Wochen bessere Leistungen abrufen und mehr Punkte holen können als in den ersten fünf Spielen.

bundesliga.de: Welche Ziele verfolgt der 1. FC Nürnberg?

Behrens: Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen jedes Spiel mit 100 Prozent Leistung angehen. Wir wollen uns steigern und schauen gar nicht auf die Tabelle.

bundesliga.de: Was muss noch besser werden?

Behrens: Unser großes Manko sind die zwölf Gegentore. Gegen Düsseldorf haben wir es schon gut gemacht. Wenn wir es schaffen, als Mannschaft defensiv stabil zu stehen, werden wir die Punkte holen, weil wir vorne immer für ein Tor gut sind.

"Die Bundesliga ist mein Traum"

bundesliga.de: Jetzt kommt das Frankenderby gegen die SpVgg Greuther Fürth, das älteste Derby Deutschlands. Für Sie ist es das erste Nachbarschaftsduell. Haben Ihnen Ihre Mitspieler die Bedeutung noch einmal eingeimpft?

Behrens: Ich habe schon mitbekommen, wie viel das Derby den Fans bedeutet. Mit den Mitspielern redet man natürlich auch über die vergangenen Spiele.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Behrens: Fürth ist gut in die Saison gestartet, hat dann aber in den letzten Spielen nicht mehr die Leistung hundertprozentig abrufen können. Fürth ist eigentlich eine sehr gute Mannschaft der 2. Bundesliga. Das wird ein richtig heißes, enges Spiel.

bundesliga.de: Und der Bundesliga-Traum lebt weiter?

Behrens: Na klar. Langfristig ist die Bundesliga mein Ziel und mein Traum. Ich habe bis 2018 beim Club unterschrieben und bin optimistisch, dass es früher oder später auch klappt.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski