Zusammenfassung

  • 3:0 ist bisher das Standard-Ergebnis der Hamburger.
  • Pierre-Michel Lasogga ist wieder ein echter Vollstrecker.
  • Zusammenhalt in der Mannschaft ein wichtiger Faktor für den Erfolg.

Hamburg - Der Hamburger SV hat sich mit dem 3:0 gegen Arminia Bielefeld auf den Relegationsplatz vorgeschoben und scheint nun in der 2. Bundesliga so richtig angekommen zu sein. Bereits am Samstag wartet in Dresden die nächste schwere Aufgabe.

3:0 scheint aktuell das Standard-Ergebnis des HSV zu sein. Wurde die Auftaktpartie gegen Holstein Kiel noch in dieser Höhe verloren, so gab es nun zwei Siege mit selbigem Ergebnis: erst vor gut zwei Wochen der Auswärts-Triumph beim SV Sandhausen, nun am Montagabend der überzeugende Heimsieg gegen Arminia Bielefeld. Der Hamburger SV scheint in der 2. Bundesliga so richtig angekommen zu sein.

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"Das war heute ein guter Auftritt von uns. Wir hatten gute Passagen im Spiel und haben viel Dominanz ausgestrahlt", sagte Kapitän Aaron Hunt, der nach einer überstandenen Wadenverletzung seinen ersten Saisoneinsatz feierte. Für Torwart Julian Pollersbeck war es vor allem ein Sieg des Willens: "Jeder hat sich den Arsch aufgerissen. Nach einer Niederlage sind wir mit zwei Saisonsiegen jetzt gut in die Spur gekommen." Die Rothosen sind mit dem Sieg auf den dritten Tabellenplatz vorgerückt und haben das große Ziel fest im Auge. "Am Ende musst du die Spiele gewinnen, um aufzusteigen, und das haben wir heute getan", sagt Lewis Holtby.

Pierre-Michel Lasogga bejubelt seine beiden Tore gegen Bielefeld
Pierre-Michel Lasogga bejubelt seine beiden Tore gegen Bielefeld © gettyimages / Martin Rose/Bongarts

Der Sieg brachte gleich mehrere Match-Winner hervor. Zum einen war es Pollersbeck zu verdanken, dass die Bielefelder trotz eines Torschutz-Verhältnisses von 17:10 ohne Treffer blieben. Dann wäre da noch Holtby, der per Kopfball den Führungstreffer erzielte und eine der treibenden Kräfte im Angriffsspiel war. Oder eben Pierre-Michel Lasogga, der zwei Tore erzielte und zudem auch an der Entstehung des Holtby-Treffers beteiligt war. "Er hat heute den Unterschied ausgemacht", lobte Trainer Christian Titz. "Denn er hat dort gestanden, wo ein Stürmer hingehört – nämlich in der Box. Er hat aus der Drehung das Tor für uns erzielt, hat sich in der Box gut durchgesetzt, den Elfmeter herausgeholt und selber verwandelt. Genau das möchten wir von einem Stürmer sehen."

"Jeder hat sich den Arsch aufgerissen. Nach einer Niederlage sind wir mit zwei Saisonsiegen jetzt gut in die Spur gekommen." Julian Pollersbeck (Torwart Hamburger SV)

Für den Hamburger SV war es nicht nur ein wichtiger, sondern vor allem auch ein sehr emotionaler Sieg. Vier Tage zuvor hatte sich der Flügelspieler Jairo Samperio im Training eine schwere Knieverletzung zugezogen. Ihm droht das Saisonaus. Bereits vor dem Spiel posierte die gesamte Mannschaft in "Come back stronger"-Shirts und dem Trikot von Samperio. Dieses trat erneut in Erscheinung, als Holtby das 1:0 erzielte und daraufhin das Hemd seines Mitspielers in die Höhe hob.

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"Das war mir sehr wichtig", sagte der Torschütze. "Er tut mir so unheimlich leid, weil er sich hier voll reingeschmissen hat und dann durch so eine Verletzung gestoppt wurde." Torwart Pollersbeck dachte ebenfalls an seinen Mitspieler, aber auch noch an eine andere Person. "Ein guter Freund von mir ist vor ein paar Tagen gestorben. Er war ein großer HSV-Fan. Den Sieg widme ich ihm und seiner Familie", sagte der U21-Europameister, der den Namen seines Freundes mit dem Zusatz R.I.P. unter dem Trikot trug.

Julian Pollersbeck hält den HSV mit seinen starken Paraden im Spiel
Julian Pollersbeck hält den HSV mit seinen starken Paraden im Spiel © imago / Oliver Ruhnke

Viel Zeit, um sich auf dem Sieg auszuruhen, bleibt nicht. Bereits am Samstag wartet die nächste schwere Aufgabe bei Dynamo Dresden. "In Dresden wird es genauso heiß hergehen. Das wird viel Kampf", sagt Lasogga. Auch nach den zuletzt positiven Ergebnissen wollen sich die Hamburger weiter verbessern und streben eine spielerische Weiterentwicklung an, wie Lewis Holtby erklärt: "Wir haben noch viel aufzuarbeiten und müssen viele Dinge besser machen. Wir dürfen den Gegner mit schwächeren Phasen nicht so stark machen, sondern müssen weiter souverän spielen, konzentriert bleiben und einfache Fehler vermeiden."

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Ob dann erneut das "Standard-Ergebnis" von 3:0 herausspringt? "Hauptsache Sieg, alles andere ist mir egal", sagt Pollersbeck.

Aus Hamburg berichtet Oliver Jensen