Zusammenfassung

  • Der Hamburger SV spielt 2018/19 erstmals in der 2. Bundesliga.

  • Den Trainingsauftakt verfolgen trotz Regen 1.500 Fans.

  • Trainer Christian Titz ist sich der Favoritenrolle bewusst.

Hamburg - Als die Fans am Trainingsplatz des Hamburger SV neben dem Volksparkstadion eintrafen, herrschte fast Stimmung wie an einem Spieltag. "Und hier, regiert, der H-S-V", sangen rund 200 Anhänger, die einen Fanmarsch vom nächstliegenden Bahnhof veranstaltet hatten. Wenige Minuten später, genauer gesagt um 11:15 Uhr, betraten die Spieler, angeführt von Aaron Hunt und Matti Steinmann, den Trainingsplatz. Kinder im HSV-Dress standen Spalier und klatschten mit den Spielern ab.

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Trotz des ungemütlichen und regnerischen Wetters waren am Samstagvormittag rund 1500 Zuschauer bei der ersten öffentlichen Trainingseinheit des Hamburger SV. Auch wenn der erstmalige Abstieg der Vereinsgeschichte gerade einmal 42 Tage zurückliegt, scheint die Fußball-Begeisterung in Hamburg ungebrochen zu sein. "Ich bin mir sicher, dass wir wieder aufsteigen", sagt ein HSV-Fan in Fankutte.  Auch rund um den Trainingsplatz wurde den Fans einiges geboten – von der Würstchenbude bis hin zu einer Torwand mit Geschwindigkeitsmessung. Auch Maskottchen Dino Hermann war wieder vor Ort. Nun allerdings mit einem Pflaster auf der Schnauze, der den Abstieg in die Zweitklassigkeit symbolisiert.

Moritz sieht Hamburger Strahlkraft

23 Kaderspieler sowie der Probespieler Andreas Ivan nahmen an dem Training teil. Darunter befanden sich auch die Neuzugänge Manuel Wintzheimer, David Bates und Christoph Moritz. "Der HSV hat einfach eine Strahlkraft", betonte der vom 1. FC Kaiserslautern nach Hamburg gewechselte Moritz. Er gehört zu den wenigen Spielern im Kader, die Erfahrungen in der 2. Bundesliga gesammelt haben. Daher weiß der 28-Jährige auch um die Herausforderung: "Auf den HSV kommt eine ähnlich schwierige Saison zu wie auf jeden anderen Zweitligisten auch. Aber als Absteiger sind wir natürlich dazu verdammt, der Aufstiegskandidat Nummer 1 oder Nummer 2 zu sein."

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Warmlaufen: Zahlreiche HSV-Fans sind zum ersten Training gekommen
Warmlaufen: Zahlreiche HSV-Fans sind zum ersten Training gekommen © gettyimages / Cathrin Mueller

Dass das Spiel mit dem Ball im Vordergrund steht, zeigte sich auch in der Trainingseinheit. Nach einem kurzen Warmup mit Laufen und Dehnübungen fanden rund eineinhalb Stunden Trainingsspiele statt. "Wir wollen das, was wir in letzter Zeit eingeleitet haben, weiterführen, wollen aber taktisch noch variabler agieren", erklärte der Trainer. Immer wieder rief er die Spieler zu sich und gab taktische Anweisungen, die er anschließend auf dem Trainingsplatz sehen wollte.

Köln und Hamburg die "Gejagten"

Titz weiß, dass der Wiederaufstieg kein Selbstläufer wird: "Wir und der 1. FC Köln werden immer die Gejagten sein. Jedes Spiel wird einen Pokal-Charakter haben. Wir müssen den Kampf annehmen." Dass die Spieler das verinnerlicht haben, zeigte sich bereits im Training. Ob nun England-Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga, Sturm-Hoffnung Fiete Arp oder Tempo-Dribbler Tatsuya Ito: Alle agierten im Trainingsspiel mit sehr viel Einsatz und scheuten dabei keine Zweikämpfe. Nicht vor Ort waren unter anderem Filip Kostic, Albin Ekdal und Gotoku Sakai, die an der Weltmeisterschaft in Russland teilnehmen.

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Um 13:25 Uhr, also nach 130 Minuten, war die Trainingseinheit beendet. Die Spieler nahmen sich daraufhin viel Zeit, um die Autogramm- und Selfiewünsche der Fans zu erfüllen. Am morgigen Sonntag fährt der HSV in das erste Trainingslager nach Glücksburg. "Wir wollen vor allen Dingen das Mannschaftsgefühl stärken. Dabei werden auch viele Einzelgespräche und Gruppenarbeiten stattfinden", verriet Titz. Am ersten August-Wochenende steht das erste Saisonspiel in der 2. Bundesliga an. Wer der Gegner sein wird, entscheidet sich am Freitag, wenn die Spielpläne veröffentlicht werden. Die Vorfreude ist trotz des Abstiegs groß. Rund 23.000 Dauerkarten hat der HSV bereits verkauft. Das zeigt: Die Hamburger Fans stehen weiter hinter ihrem Verein.

Aus Hamburg berichtet Oliver Jensen