Orel Mangala und Aaron Hunt jubeln. Zwei Protagnosten für den derzeitigen Hamburger Erfolg. - Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
Orel Mangala und Aaron Hunt jubeln. Zwei Protagnosten für den derzeitigen Hamburger Erfolg. - Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
2. Bundesliga

Rückblick Hamburger SV: Auf Kurs zurück in die Bundesliga

Köln – Für so manchen mag es nach 55 Jahren in der Bundesliga immer noch ein wenig ungewohnt sein, wenn der Hamburger SV plötzlich bei Zweitliga-Duellen gegen Magdeburg oder Sandhausen antreten muss. Doch der einstige Dino macht sich dort erstaunlich gut. Trotz einiger Probleme zu Beginn und einem Patzer zum Abschluss des Jahres 2018 deutet aktuell vieles darauf hin, dass das Unternehmen Wiederaufstieg ein Erfolg wird.

"Offen gestanden habe ich es noch immer nicht verdaut", sagte HSV-Legende Uwe Seeler jüngst in einem Interview über den ersten Bundesliga-Abstieg des Hamburger SV im Sommer 2018. Doch auch für den 82-Jährigen sollte dieses Weihnachtsfest zumindest aus sportlicher Sicht etwas besinnlicher sein, als noch in den Jahren zuvor, wo es ausschließlich um den Verbleib in der Bundesliga ging.

Mit 37 Punkten steht der HSV an der Tabellenspitze, drei Zähler beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz, sechs Zähler sind es auf Platz 4. Ein gutes Gefühl, um in die Winterpause zu gehen. Und so, wie sich die Hamburger über weite Strecken präsentiert haben, deutet nicht allzu viel darauf hin, dass sich zeitnah von der Spitze verabschieden müssen.

Die 1:3-Niederlage bei Holstein Kiel im letzten Spiel des Jahres war ärgerlich. Da aber auch Verfolger Köln verloren hat, änderte sich ganz oben nichts mehr.

Lewis Holtby im Auftaktspiel gegen Kiel, das gleich 0:3 verloren ging. - Photo by Lars Baron/Bundesliga/DFL via Getty Images

Holpriger Start in die Saison

Im Sommer war zunächst nur wenig Souveränität zu sehen. Gleich die Auftaktpartie am 1. Spieltag ging mit einer 0:3-Niederlage gegen Holstein Kiel mächtig in die Hose – und das auch noch vor eigener Kulisse. Nach einer Serie von vier Siegen folgte dann am 6. Spieltag die unglaubliche 0:5-Heimpleite gegen Jahn Regensburg. Der HSV ging in dieser Partie zwar noch als Tabellenführer, gewann aber auch anschließend nur eines der nächsten vier Spiele und rutschte auf Platz fünf.

Die Entscheidung, sich in dieser frühen Saisonphase schon von Trainer Christian Titz zu trennen, der vor allem durch seinen erfrischenden Fußball in der Schlussphase der Saison 2017/18 Spieler und Fans begeistern konnte, stieß nicht nur auf Zustimmung. Die Zweifel sollten aber schnell bereinigt sein.

Hannes Wolf ist mit dem HSV noch immer ungeschlagen. - Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Sieben Siege in acht Spielen unter Wolf

Nachfolger Hannes Wolf ist seit seinem Amtsantritt Ende Oktober ungeschlagen, holte dabei in acht Pflichtspielen sieben Siege – inklusive dem Spitzenspiel gegen den Haupt-Aufstiegskonkurrenten 1. FC Köln sowie bei der 2. Runde im DFB-Pokal gegen Wehen Wiesbaden. Was Wolf neben seinem Fachwissen vor allem auszeichnet: Er hat den Aufstieg in die Bundesliga bereits erfolgreich mit dem VfB Stuttgart geschafft.

Die Mannschaft besteht dabei aus einem Gerüst von Routiniers wie Aaron Hunt und Lewis Holtby, den beiden Taktgebern im Mittelfeld sowie Vollstrecker Pierre-Michel Lasogga, der mit sieben Treffern aus zwölf Spielen Top-Torschütze ist. Ergänzt wird die Mannschaft von jungen Wilden wie Außenspieler Khaled Narey, Sechser Orel Mangala oder dem von Salzburg geliehenen koreanischen Nationalstürmer Hee-Chan Hwang.

An die Gegebenheiten der 2. Bundesliga hat sich der HSV nach kurzer Eingewöhnung inzwischen also angepasst. Der Club ist voll im Soll, was das Unternehmen Wiederaufstieg anbetrifft. Und derzeit sieht auch alles danach aus, als würde das den Hamburgern gelingen. Uwe Seeler hätte sein Trauma bis dann gewiss verdaut.