Zusammenfassung

  • Der späte Treffer von Pierre-Michel Lasogga war eine Erlösung für den HSV
  • Unter Hannes Wolf war es der dritte Pflichtspielsieg in Folge
  • Der neue Trainer hat kleine, aber wichtige Anpassungen vorgenommen

Hamburg - Vor zwei Wochen installierte der Hamburger SV in Hannes Wolf einen neuen Trainer. Seitdem geht es bergauf: Das 1:0 gegen den 1. FC Köln war der dritte Pflichtspielsieg in Folge und befördert den HSV auf Tabellenplatz eins.

"Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey", sangen die Fans im Hamburger Volksparkstadion, als das 1:0 gegen den 1. FC Köln in trockenen Tüchern war. 86 Minuten hatte es gedauert, bis Pierre-Michel Lasogga den Siegtreffer erzielte. "Als das Tor fiel, war das der pure Wahnsinn", sagte Torwart Julian Pollersbeck, der über den ganzen Platz gestürmt war, um mit seinen Mitspielern den Führungstreffer zu feiern. Er war nicht der einzige, den die Gefühle überrollten: Ersatzspieler, Betreuer, Assistenztrainer – alle lagen sich jubelnd in den Armen. Das Gefühl der puren Erlösung war sichtbar.

"Ich bin erst zwei Wochen da, habe eine fitte und intakte Mannschaft übernommen, sonst würde das nicht gehen" Hannes Wolf

"Es ist schön, dass wir endlich wieder zu Hause gewonnen haben", sagte Matchwinner Lasogga. Oft taten sich die Hamburger vor eigenem Publikum eher schwer. Der letzte Heimsieg datierte vom 15. September. Damals bezwang HSV den 1. FC Heidenheim und eroberte die Tabellenspitze – genau wie diesmal. Eine Veränderung gegenüber damals gab es allerdings auf der Trainerbank. Stand damals noch Christian Titz in der Verantwortung, so ist es nun Hannes Wolf. Der 37-Jährige hat einen perfekten Einstand hingelegt: Drei Pflichtspiele, drei Siege!

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Der Übungsleiter wollte das Lob allerdings nicht alleine für sich beanspruchen, sondern würdigte auch die Arbeit seines Vorgängers. "Ich bin erst zwei Wochen da, habe eine fitte und intakte Mannschaft übernommen, sonst würde das nicht gehen", sagte Wolf und fügte hinzu: "Ich habe lediglich versucht, den Spielern etwas zu helfen."

Diese Hilfe ist erkennbar. Wolf hat der Mannschaft keine neue Philosophie verpasst, sondern lediglich kleine Anpassungen vorgenommen. Ein paar Beispiele: Torwart Pollersbeck rückt nicht mehr so weit aus dem Strafraum heraus. Die Außenverteidiger greifen nicht nur über die Außenseiten an, sondern suchen den Weg über die Mitte. Und vorne setzt Wolf mit Lasogga eben auf einen klassischen Mitteltürmer. Letztere beiden Anpassungen ermöglichten den Sieg. Santos leitete die Situation mit einem tollen Dribbling ein, Lasogga staubte zum 1:0 ab. Dafür bekamen die beiden ein dickes Lob vom Torwart: "Douglas Santos ist ein Unterschiedsspieler. Und mit Lasogga haben wir vorne eben einen Spieler, der immer weiß, wo er zu stehen hat."

Der HSV ist seit sechs Ligaspielen unbesiegt

Die Zwischenbilanz des Bundesliga-Absteigers kann sich sehen lassen: Der HSV ist seit sechs Ligaspielen unbesiegt und hat in dieser Zeit lediglich einen einzigen Gegentreffer kassiert. Der Lohn ist der erste Tabellenplatz. Pollersbeck möchte dies allerdings nicht zu hoch bewerten: "Das ist lediglich eine Momentaufnahme, aus der wir Kraft schöpfen können. Die Kunst ist es, oben zu bleiben."

Pierre-Michel Lasogga ist der entscheidende Mann im Spiel gegen den FC
Pierre-Michel Lasogga ist der entscheidende Mann im Spiel gegen den FC © gettyimages / Oliver Hardt

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Der erste Verfolger ist nicht der 1. FC Köln, sondern der Stadtrivale FC St. Pauli, der mit zwei Punkten weniger auf dem 2. Platz rangiert. "Auch wenn die Rivalität groß ist, ist es für die Stadt schön, dass beide Vereine so eine gute Saison spielen", sagt Lasogga und fügt grinsend hinzu: "Wichtig ist nur, dass wir auch weiter vor St. Pauli stehen."

Die Fans möchten schließlich nicht zum letzten Mal "Spitzenreiter, Spitzenreiter" gesungen haben.

Aus Hamburg berichtet Oliver Jensen