Deutschlands Fußball-Hauptstadt liegt weiterhin im Norden: Nachdem der Hamburger SV am Samstag die Tabellenführung in der Bundesliga erfolgreich verteidigt hatte, behauptete der FC St. Pauli keine 24 Stunden später auch die Spitzenposition in der 2. Liga.

Die "Kiez-Kicker" triumphierten beim weiter sieglosen FSV Frankfurt mit 3:2 (1:2) und hielten die Konkurrenz somit weiter auf Distanz.

"Wir haben schon in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt und trotz des Rückstandes an unserem Plan festgehalten. Wir waren die klar bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen", sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski nach dem Erfolg bei den Hessen.

Mit nun 13 Punkten und 16:5 Toren gelang den Hamburgern ihr bester Saisonstart im Profibereich.

Neun Tore bei Union gegen Paderborn

Schärfster Verfolger der Hanseaten bleibt Union Berlin. Die Köpenicker gewannen am Sonntag das Aufsteigerduell gegen den SC Paderborn mit 5:4 (3:2) und liegen punktgleich mit St. Pauli auf dem zweiten Platz des Klassements.

Dritter ist der 1. FC Kaiserslautern, der den MSV Duisburg bereits am Freitagabend mit 4:1 (1:0) abgefertigt und bei Gäste-Trainer Peter Neururer für schlechte Laune gesorgt hatte.

"Das ist eine Schande, was wir abgeliefert haben", sagte der völlig bediente Duisburger Coach nach der Pleite gegen den direkten Rivalen im Kampf um den Aufstieg und flüchtete sich anschließend in Ironie: "Wir haben ein überragendes Spiel gezeigt - allerdings nur sieben Minuten lang."

Kurz dämpft Euphorie

Dagegen warnte FCK-Trainer Marco Kurz vor zu hohen Erwartungen: "Es war ein großer Schritt in die richtige Richtung, dennoch wollen wir jetzt nicht zu euphorisch werden."

Dank seiner treffsicheren Offensive hat sich derweil Absteiger Arminia Bielefeld an die Aufstiegsränge herangepirscht. Im Derby gelang ein 2:0 (0:0) gegen Rot Weiss Ahlen. Die Arminia hat nun neun Punkte auf dem Konto. Dabei scheint vor allem Zugang Giovanni Federico wieder zu alter Form gefunden zu haben. Sein Treffer zum 1:0 war sein viertes Tor im fünften Spiel.

Rostock zeigt sich verbessert

Auch Hansa Rostock und 1860 München feierten Erfolgserlebnisse. Nach zwei Niederlagen in Folge und einer Strafaktion von Trainer Andreas Zachhuber, der seinen Spielern nach der Heimpleite gegen Rot-Weiß Oberhausen vor zwei Wochen die freien Tage gestrichen hatte, fuhren die Mecklenburger beim 2:1 (2:1)-Sieg gegen die TuS Koblenz den zweiten Dreier der Saison ein.

"Wir haben eine ganz andere Mannschaft gesehen als gegen Oberhausen", resümierte Zachhuber zufrieden: "Es wurde 90 Minuten lang leidenschaftlich gekämpft."

Kreuzbandriss bei "Löwe" Lovin

Die zuvor drei Spiele sieglosen Münchener beendeten ebenfalls ihre Negativserie. Die Hausherren mussten den 3:1 (0:0)-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth aber teuer bezahlen. Zugang Florin Lovin zog sich bereits nach wenigen Minuten einen Kreuzbandriss zu und wird voraussichtlich sechs Monate ausfallen. "Wir haben heute für Florin gewonnen", sagte Torschütze Holebas.

Dagegen kommt Geheimfavorit FC Augsburg weiterhin nicht richtig in Schwung. Beim 1:1 (1:0) bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf erreichte die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay bereits zum dritten Mal in dieser Saison nur ein Unentschieden und bleibt mit sechs Punkten weiter im Mittelfeld der Tabelle.

Überraschungs-Mannschaft Oberhausen

Dort steht auch Alemannia Aachen, das im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Jürgen Seeberger mit 0:1 (0:0) in Oberhausen unterlag. RWO wird als Tabellenvierter hingegen immer mehr zur bisherigen Überraschungsmannschaft der Saison.

"In der ersten Halbzeit haben wir unser bisher bestes Spiel gemacht. Manchmal glaubt man gar nicht, was die Mannschaft abliefert. Es gibt aber keinen Grund, an unserer Zielsetzung etwas zu verändern", sagte Oberhausens Coach Jürgen Luginger.