Fürth - Bei ihrem ersten Auswärtsspiel rehabilitiert sich die SpVgg Greuther Fürth mit 4:0 bei Union Berlin nach der Auftaktpleite gegen Eintracht Frankfurt. Besonders die linke Seite der Franken mit Heinrich Schmidtgal und Stephan Schröck tat sich dabei hervor.

Ebenfalls im Fokus: Stürmer Olivier Occean, Spielmacher Edgar Prib und Keeper Max Grün. Im Gegensatz zu den Hausherren hatten die "Kleeblätter" mit Prib einen echten "Zehner", der im Zentrum für Kreativität sorgte.

Der 21-Jährige bereitete das 3:0 mustergültig vor und holte den Elfmeter zum 4:0 heraus. Da die Franken auch über die Flügel ständig für Gefahr sorgten, bekam die Hintermannschaft der "Eisernen" sie nie in den Griff.

Torschütze Schmidtgal hinten mit Problemen

Schmidtgal und Schröck, das kasachisch-philippinische Duo auf links, machte viel Dampf nach vorn. Linksverteidiger Schmidtgal, kasachischer Nationalspieler mit deutschem Pass, hätte sogar zum absoluten Matchwinner werden können. In der achten Minute besorgte der Neuzugang aus Oberhausen mit seinem ersten Tor für seinen neuen Club die 1:0-Führung. Mit freundlicher Unterstützung von Unions Keeper Höttecke, der auf einen Schlenzer über die Mauer spekuliert hatte, schoss der Linksfuß aus halbrechter Position flach ins untere linke Eck. Bei jetzt sechs Zweitligatreffern war es bereits das dritte Freistoßtor des kleinen Blonden.

Doch in der Rückwärtsbewegung hatte Schmidtgal immer wieder Probleme. Schon im ersten Durchgang wusste er sich nur mit einem Foul gegen Unions Rechtsaußen Christopher Quiring zu helfen und sah dafür Gelb. Nach einer knappen Stunde wiederholte sich das Schauspiel und der 25-Jährige durfte vorzeitig zum Duschen, so dass sein Team über eine halbe Stunde in Unterzahl war. Und Mike Büskens, der Trainer der "Grün-Weißen", muss jetzt seine Viererkette im nächsten Ligaspiel gegen Dynamo Dresden umbauen.

Schröck freut sich für Grün

Der vor Schmidtgal agierende Stephan Schröck sorgte ebenfalls für viel Wirbel. "Auf der linken Außenbahn zu spielen ist schön", fühlte sich der philippinische Nationalspieler sichtlich wohl in seiner Rolle. "Dadurch hatte ich viele Eins-gegen-eins-Situationen, die ich mit meinen Qualitäten gut lösen kann." So wie beim 2:0, das der 24-Jährige mit einem traumhaften Steilpass auflegte.

Schröck freute sich nach dem Spiel besonders für seinen Torwart Max Grün, der in der Vorwoche beim 2:3 gegen die Eintracht nicht immer sicher gewirkt hatte: "Er hat diese Woche auch viel einstecken müssen." Doch diesmal hielt der Keeper einen Strafstoß und machte weitere gute Chancen von Union zunichte.

"Die Elfersituation hat gezeigt, dass er gereift ist und ein gestandener Profi geworden ist, so dass ihm das nichts ausmacht", lobte der Flügelflitzer seinen Schlussmann. Der blieb selbst ganz bescheiden. "Ich denke, ich habe noch viel Arbeit vor mir", erklärte Grün, gab sich aber zugleich zuversichtlich: "Es war ein Schritt in die richtige Richtung."

Occean springt in die Bresche

Weil die Franken den einen oder anderen Hochkaräter vergaben, monierte Schröck deswegen später: "Wir hätten den Sack vor der Halbzeit schon zumachen müssen." Besonders Christopher Nöthe agierte im Gegensatz zum Auftaktspiel, als er einen "Doppelpack" schnürte, diesmal unglücklich. "Er ist auch nur ein Mensch und kann nicht jeden Ball reinmachen", tröstete Schröck seinen Kollegen.

Noch tröstlicher dürfte gewesen sein, dass im Stadion An der alten Försterei Nöthes Sturmpartner Olivier Occean in die Bresche sprang und gleich zwei Mal den Ball versenkte. "Wir haben gut zusammengespielt", lobte der Kanadier sein Team. Der Neuzugang verbuchte seine ersten Pflichtspieltore im neuen Trikot. "Wichtig waren die drei Punkte für uns, denn wir waren schon unter Druck", räumte der Sturmtank ein und schaute nach vorn: "Ich freue mich auf das nächste Spiel."

Das steht am kommenden Sonntag an. In der ersten Runde des DFB-Pokals geht es zum Hamburger Amateurclub Eimsbütteler TV. Nach einem Streit mit der ersten Mannschaft setzt der Vorstand des Regionalliga-Aufsteigers für die Partie gegen die "Kleeblätter" auf seine A-Jugend. Alles andere als ein hoher Sieg für die Büskens-Elf käme da schon einer Sensation gleich.

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo