München - Vor zwei Wochen musste Tabellenführer Hertha BSC im Stadtduell gegen Union eine bittere 1:2-Niederlage einstecken, nun steigt im Olympiastadion schon das nächste Derby: Hertha gegen Energie Cottbus. Es ist nicht nur das Treffen des Tabellenführers mit einem seiner Verfolger, sondern auch das Duell der besten Offensivreihen der 2. Bundesliga.

Alles ist also angerichtet für einen torreichen Abschluss des 23. Spieltags (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Es ist ein prestigeträchtiges Spiel", kann auch Hertha-Sportdirektor Michael Preetz nicht verhehlen. Regional trennen die beiden Städte nur 120 Kilometer - die tabellarische Nähe zwischen Berlin und Cottbus ist in den letzen Wochen allerdings gewichen. Zehn Punkte liegt Spitzenreiter Hertha mittlerweile vor Energie, das Rang 7 belegt.

Hubnik vor Comeback

Für die Berliner aber keineswegs ein Grund, sich auf diesem Polster auszuruhen. "Wenn wir das Spiel gewinnen, haben wir Cottbus als Konkurrenten abgeschüttelt", ist sich Torjäger Pierre-Michel Lasogga sicher. Für ihn stellt sich die Frage nach einer erneuten Derby-Niederlage nicht: "Wir werden unsere ganze Qualität abrufen, dann müssen wir vor niemandem Angst haben!"

Hertha und Cottbus stellen gemeinsam die gefährlichsten Offenivreihen der 2. Bundesliga: Jeweils 42 Treffer erzielten die Teams bisher, knapp zwei pro Spiel. Trotzdem liegt für Herthas Chefcoach Markus Babbel der Schlüssel zum Sieg in der Defensive: "Wir haben bisher ein besseres Gleichgewicht zwischen Angriff und Verteidigung. Cottbus bekommt mehr Gegentore, das ist auch der Grund, warum sie zuletzt verloren haben." Die Lausitzer unterlagen bei Greuther Fürth mit 1:3.

Hertha hingegen kam mit einem furiosen 6:2 vom "Freundschaftsspiel" beim KSC zurück. Für die Berliner schlug dabei die Stunde der "drei R": Raffael mit einem Hattrick, Adrian Ramos mit einem "Doppelpack" und Ronny sorgten für das halbe Dutzend. Genau der richtige Schub für das anstehende Derby, bei dem auch Roman Hubnik wieder mit von der Partie sein wird. Der Tscheche kam verletzt von seiner Nationalelf zurück, hat die Oberschenkel-Blessur aber auskuriert. Er wird in der Innenverteidigung den verletzten Sebastian Neumann ersetzen.

Wollitz: "Ein richtungsweisendes Spiel"

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz sieht sein Team in der Rolle des Underdogs, weiß aber auch um die Chance, die diese Ausgangsposition mit sich bringt. "Aber dafür muss alles funktionieren. Klar ist: Es wird ein richtungweisendes Spiel für beide Teams", so Wollitz.

Die Aufstiegshoffungen hat der Trainer noch nicht begraben. "Meine Mannschaft muss klar zeigen, welchen Weg sie gehen will", sagte der FCE-Coach. Es besteht die Hoffnung, dass die Mannschaft nahezu in Bestbesetzung antreten kann - personelle Änderungen sind nach der Niederlage in Fürth aber nicht auszuschließen.