"Hells Bells" von AC/DC. Mit diesem Song verbindet jeder Fußball-Fan in Deutschland sofort das Millerntor. Die mittlerweile legendäre Einlaufmusik der Kiezkicker erzeugt zusammen mit der einmaligen Atmosphäre der FC St. Pauli-Heimstätte eine Mischung, die bei jedem Zuschauer eine Gänsehaut verursacht.

Im Jahre 1961 begannen die Bauarbeiten für das Millerntor-Stadion an seiner heutigen Stelle. Das alte Stadion auf dem Heiligengeistfeld, welches 1946 nach seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg an der Ecke Glacischaussee/Budapester Strasse errichtet wurde, fiel der Internationalen Gartenausstellung zum Opfer.

Das neue Stadion wurde jedoch erst 1963 eingeweiht, da man zunächst die Drainage vergessen hatte und das Spielfeld regelmäßig unter Wasser stand. 1970 wurde das Stadion in Wilhelm-Koch-Stadion umbenannt.

Weltpokalsiegerbesieger

Wilhelm Koch war von 1933 bis zu seinem Tode 1969 fast ununterbrochen Präsident des FC St. Pauli. Auf der Jahreshauptversammlung 1998 wurde beschlossen, den Stadionnamen aufgrund der NSDAP-Mitgliedschaft von Wilhelm Koch zur Saison 1999/2000 wieder in Millerntor-Stadion zu ändern.

Im Februar 2002 kam es im Millerntor-Stadion zu einem spektakulären 2:1-Bundesliga-Sieg gegen den FC Bayern, der kurz zuvor den Weltpokal gewonnen hatten. Die findigen St. Paulianer hatten sofort die richtige Wortschöpfung parat: Weltpokalsiegerbesieger! Auf T-Shirts machte dieser Ausdruck bundesweit die Runde.

Platz für 27.000 Zuschauer

Der Neubauplan des Millerntor-Stadions wurde dann am 13. Juli 2006 von Präsident Corny Littmann und Bürgermeister Ole von Beust präsentiert: Bis zum Jahr 2014 werden die bisherigen Tribünen in vier Bauabschnitten durch neue ersetzt. Das neue Stadion wird dann 27.000 Zuschauern Platz bieten.

Auf der Jahreshauptversammlung am 18. November 2007 wurde beschlossen, bezüglich der Stadionnamensgebung der Tradition den Vorzug zu geben. Sprich: Der Name "Millerntor-Stadion" darf nicht im Zusammenhang mit Werbung o.ä. verkauft werden.

Tradition und Séparées

Am 18. Juli 2008 wurde die neue Südtribüne mit einem Spiel gegen die kubanische Nationalmannschaft eröffnet. Zum ersten Mal in der Geschichte des FC St. Pauli verfügt der Verein seitdem nun auch über Business-Seats und Logen, die hier aber sinnigerweise Séparées genannt werden. Nach der Fertigstellung der neuen Haupttribüne im August 2010 bot das Stadion Platz für 24.487 Zuschauer. Nach Fertigstellung der Gegengerade Anfang des Jahres 2013 wuchs das Fassungsvermögen auf 29.063 Zuschauer an. Die Nordkurve soll auch noch erneuert werden und die Kapazität dann auf ca. 30.000 steigen.

Der FC St. Pauli versucht auch weiterhin, allen Anhängern günstige Eintrittskarten zu verschaffen. Hierzu gehört nun auch ein verschärftes Vorgehen gegen Schwarzhändler vor dem Stadion, welche sogar mit Stadionverboten belegt werden. In Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und den eigenen Anhängern hat sich dieses Vorgehen bisher bewährt.