Düsseldorf - In Sachen Stimmung macht Fortuna Düsseldorf in der rheinischen Karnevalshochburg den Narren zwei Wochen vor der "fünften Jahreszeit" Konkurrenz. Vor dem Start aus der Winterpause am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) gegen Erzgebirge Aue herrschen im Umfeld des Zweitliga-Spitzenteams Zuversicht und gute Laune wie lange nicht mehr.

"Die Düsseldorfer bekommen mit, dass bei uns etwas entsteht", sagt Mittelfeldspieler Florian Neuhaus. Tatsächlich scheinen sie die Liebe zu ihrer Fortuna allmählich wiederzuentdecken: Noch einmal 2300 Dauerkarten für die restlichen acht Saisonheimspiele verkaufte der Verein in der Winterpause - fast achtmal so viel wie vor Jahresfrist.

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Angesichts der sportlich guten Ausgangsposition (ein Spiel weniger, punktgleich mit Holstein Kiel und 1. FC Nürnberg und fünf Zählern vor dem Tabellenvierten FC Ingolstadt auf dem ersten Nichtaufstiegsplatz) ist die Stimmung bei den Rheinländern bestens. "Man merkt schon, dass es in Düsseldorf sehr, sehr viele Optimisten gibt", hat Trainer Friedhelm Funkel, der aus der Nachbarstadt Neuss stammt, festgestellt.

Beste Stimmung in Düsseldorf

Der Coach findet auch Gefallen an der Tabellenkonstellation. "Ich bin lieber der Gejagte als der Jäger", sagt der 64-Jährige: "Wenn ich gejagt werde, stehe ich ja oben. Wenn ich aber jagen muss, dann muss ich immer auch auf Fehltritte desjenigen warten, der oben steht, und das müssen die anderen jetzt eben tun."

Motivator an der Seitenlinie: Friedhelm Funkel
Motivator an der Seitenlinie: Friedhelm Funkel © gettyimages / Juergen Schwarz

Dass die Rivalen noch nicht ein Fernrohr zur Sicht auf den Spitzenreiter benötigen, muss sich Funkels Mannschaft selbst zuschreiben. Denn vor dem erlösenden 1:0-Sieg zum Jahresausklang 2017 bei Eintracht Braunschweig hatte sich die Fortuna einen Durchhänger von sechs Spielen nacheinander ohne Sieg mit kümmerlichen drei Punkten erlaubt - und damit einen beruhigenden Vorsprung im Aufstiegsrennen verspielt.

Haraguchi als Verstärkung

Vor ihren unverdrossen erwartungsvollen Fans wollen die Düsseldorfer gegen Aue gleich ein Zeichen an die Konkurrenz schicken und die Pleiten in den beiden vergangenen Heimspielen gegen Dynamo Dresden (1:3) und Nürnberg (0:2) vergessen machen. Dabei helfen soll der japanische Offensivspieler Genki Haraguchi, der am Dienstag bis zum Saisonende vom Erstligisten Hertha BSC ausgeliehen wurde.

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Mit der sechsten Rückkehr der Fortuna in die Bundesliga würde Funkel außerdem an seiner eigenen Legende basteln: Mit fünf Bundesliga-Aufstiegen als Trainer ist der Ex-Profi des 1. FC Kaiserslautern und von Bayer Uerdingen schon jetzt Rekordcoach im deutschen Profi-Fußball.

sid