Osnabrück - Uwe Fuchs wird neuer Trainer beim VfL Osnabrück. Der Fußballehrer erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012.

Neben der wichtigen Cheftrainer-Personalie wurden auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend weitere personelle Änderungen bekanntgegeben. Alexander Ukrow, ehemals Spieler des VfL Osnabrück und zuletzt erfolgreicher Coach der U17, wird als Co-Trainer von Uwe Fuchs arbeiten. Außerdem übernimmt Thomas Reichenberger, der als Stürmer 78 Tore für die Lila-Weißen erzielte und zuletzt in der Marketingabteilung tätig war, das Amt des Teammanagers.

Gans lobt Fuchs' Qualitäten

VfL-Sportdirektor Lothar Gans begründete die Verpflichtung des neuen Cheftrainers wie folgt: "Wir haben mit mehreren Kandidaten Gespräche geführt, weil wir einen Trainer suchten, der jung und ehrgeizig ist und sich auf die Aufgabe beim VfL freut. Uwe Fuchs erfüllt diese Voraussetzungen absolut. Er verfügt zudem über sehr gute Kontakte und hat gezeigt, dass er auch mit schwierigen Situationen umgehen kann."

Der Sportdirektor kündigte außerdem weitreichende strukturelle Veränderungen an. Zur Saison 2011/12 soll beispielsweise eine deutlich engere Verbindung zwischen dem Profikader der Lila-Weißen und dem von Heiko Flottmann geleiteten Juniorenleistungszentrum hergestellt werden.

Gans selbst will sich schrittweise von der Aufgabe des Sportdirektors zurückziehen. Nach der Verpflichtung neuer Spieler wird er einen Nachfolger in sein Aufgabengebiet einarbeiten.

Jetzt geht es an die Kaderplanung

"Ich bin heute ein sehr glücklicher Mensch und freue mich auf eine tolle Herausforderung", erklärte Uwe Fuchs. "Ich will mit meinem Team dazu beitragen, dass der VfL wieder dahin kommt, wo er herkommt!" Es gebe bessere, aber durchaus auch schlechtere Voraussetzungen, um mit einem Verein Erfolg zu haben, sagte Fuchs mit Blick auf den Abstieg der Lila-Weißen und die noch ausstehenden Neuverpflichtungen.

Die Vorgaben seien dennoch völlig eindeutig: "Wir wollen oben mitspielen und unseren Fans attraktiven, temporeichen Fußball bieten. Ich stelle mir vor, dass wir offensiv verteidigen und ein schnelles Umkehrspiel praktizieren." Die Kaderplanung könne möglicherweise erst Ende August vollständig abgeschlossen sein: "Wir brauchen 13, 14 entwicklungsfähige, polyvalente Spieler, die eine hohe Qualität in der 3. Liga gewährleisten." In den nächsten 48 Stunden würden die ersten Entscheidungen fallen. Am Wochenende 18./19. Juni will der VfL Osnabrück dann in die Vorbereitung auf die neue Saison starten.

Bewegte Karriere als Spieler und Trainer

Uwe Fuchs wurde 1966 in Kaiserslautern in eine Fußballerfamilie hineingeboren. Vater Fritz absolvierte 168 Einsätze für die "Roten Teufel" und war nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn unter anderem Trainer in Bielefeld, Essen und Saarbrücken. Onkel Werner Fuchs, der 1999 im Alter von nur 50 Jahren einem Herzinfarkt erlag, war ebenfalls ein erfolgreicher Trainer. Er führte Hertha BSC in die Bundesliga und Alemannia Aachen in die 2. Bundesliga.

Uwe Fuchs begann seine Karriere in Salmrohr und Kaiserslautern. Mitte der 80er Jahre spielte der Stürmer für den FC Homburg und die Stuttgarter Kickers, ehe er zu Fortuna Köln wechselte und für die Domstädter 36 Tore in 67 Spielen erzielte. Über Düsseldorf, den 1. KC Köln, Kaiserslautern und noch einmal Fortuna Köln kam Fuchs zum FC Middlesbrough, mit dem er in die Premier League aufstieg. Anschließend wechselte er noch einmal zum FC Millwall, bevor er seine Spielerlaufbahn bei Arminia Bielefeld beendete.

Wie Vater und Onkel wechselte auch Uwe Fuchs an die Seitenlinie. In den vergangenen zehn Jahren betreute er Fortuna Düsseldorf, Fortuna Köln, LR Ahlen, den VfB Lübeck und - während zweier Amtszeiten - den Wuppertaler SV Borussia. Zuletzt war der 44-jährige als Scout für den Bundesligisten VfB Stuttgart tätig.