Zwei Mannschaften im Aufwind treffen am Freitagabend in Frankfurt aufeinander: Auf der einen Seite der FSV, der von seinen jüngsten vier Begegnungen nur eine verloren hat und zudem seit drei Heimspielen ungeschlagen ist. Und auf der anderen Seite Hansa Rostock, das zuletzt ein 2:1-Sieg gegen Karlsruhe glückte. Auch Ahlen will auf dem Aachener Tivoli punkten, zudem messen sich noch Karlsruhe und Koblenz (alle Partien ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Der Geschäftsführer der Frankfurter, Bernd Reisig, machte deutlich, dass der "Auswärtsdreier" vom vergangenen Wochenende bei Rot-Weiß Oberhausen "nur wertvoll ist, wenn wir nachlegen. Es ist wichtig, dass wir eine kleine Serie starten." FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen bestätigte: "Der Druck wächst und der Auswärtssieg schürt Erwartungen, denen wir gerecht werden wollen. Die Entwicklung ist gut. Wir sind auf dem richtigen Weg, das Arbeitsklima ist hervorragend und die Verletztenliste sieht richtig gut aus."

Von seiner Mannschaft fordert Boysen, dass sie die Offensive der Rostocker in den Griff bekommt: "Die Mannschaft kann sehr lange Wege gehen und spielt aggressiv. Jeder Zuschauer wird ein interessantes Spiel erleben, ich erwarte ein Kampfspiel." Als einzige Umstellung gegenüber dem letzten Spiel kündigte er den Einsatz von Alexander Klitzpera für den gelb-gesperrten Ex-Rostocker Gledson an. Pekka Lagerblom und Soumaila Coulibaly ("er hat fleißig an seiner Fitness gearbeitet") stellte er einen Platz im Kader in Aussicht.

Zachhuber will die Frankfurter nicht ins Spiel kommen lassen

Mindestens zwei Veränderungen muss dagegen Hansa-Trainer Andreas Zachhuber vornehmen. Neben Rene Lange (Grippe) steht auch Oliver Schröder (Muskelfaserriss) nicht zur Verfügung. Dagegen wird Ersatz-Keeper Jörg Hahnel voraussichtlich wieder in den Kader für das FSV-Spiel zurückkehren. Den Schlussmann hatte zuletzt ebenfalls ein grippaler Infekt erwischt.

Gegen den Tabellenvorletzten erwartet Zachhuber alles andere als eine einfache Aufgabe: "Die Frankfurter sind zwar schwach in die Saison gestartet, befinden sich aber mittlerweile im Aufwind. Es handelt sich um eine abgezockte Mannschaft mit vielen erfahrenen Spielern, die immer besser in Schwung kommen. Wir dürfen den FSV auf keinen Fall ins Spiel kommen lassen", sagte der Hansa-Coach. Von seiner Mannschaft fordert er im Frankfurter Volksbank Stadion den maximalen Erfolg: "Mit dem Sieg gegen den KSC haben wir unsere negative Serie beenden können. Jetzt muss der nächste 'Dreier' folgen."




Karlsruher SC - TuS Koblenz

Sportliche Kontinuität ist bei den Karlsruhern in dieser Spielzeit noch nicht eingekehrt und so findet sich das Team von Trainer Markus Schupp nach 13 Spielen nur auf dem 13. Tabellenplatz wieder. Derzeit haben die Karlsruher noch drei Punkte Vorsprung auf die Koblenzer, die aktuell den Relegationsplatz belegen.

Startelf-Debüt für Demirtas?

"Es ist ein ganz, ganz wichtiges Spiel für uns", erklärte KSC-Coach Schupp. Nur schönen Fußball zu spielen, bringe eben wenig, denn zum Fußball gehöre auch Kampf, so Schupp, der gleich drei Dinge aufzählte, die sich bei seinem Team unbedingt verbessern müssen: "Wir müssen mit mehr Leidenschaft spielen, eine höhere Laufbereitschaft an den Tag legen und körperbetonter agieren." Darüber hinaus sei es vor allem wichtig, hinten die Null zu halten: "Derzeit bekommen wir zu viele Gegentore."

Drei Punkte sollen also her, doch vor allem in der Innenverteidigung droht ein personeller Engpass. Matthias Langkamp muss sich am 1. Dezember einer Operation an der Achillessehne unterziehen und unter der Woche hatten auch Dino Drpic und Sebastian Langkamp mit Problemen zu kämpfen: Drpics Erguss im Knie hat sich allerdings gebessert und auch der jüngere der beiden Langkamp-Brüder wird nach einem Schlag auf den Fuß wohl spielen können. Eine Änderung deutet sich auf der rechten Abwehrseite an, hier könnte Christian Demirtas zum ersten Mal von Beginn an zum Einsatz kommen und den Vorzug vor Timo Staffeldt erhalten.

Bringt Koblenzer Systemwechsel die Wende?

Aber nicht nur für den KSC ist es eine äußerst bedeutende Partie: "Eigentlich ist ja Ergebnisfußball nicht so mein Ding, aber für uns zählen jetzt einfach nur die Punkte", erklärte TuS-Trainer Uwe Rapolder. Um "endlich ein Mal Überzahl in der Defensive zu schaffen", wird Koblenz im Badener Land wohl im 3-5-2-System auflaufen. Manuel Hartmann soll die Abwehr um Matej Mavric und Benjamin Lense unterstützen, und Everson im defensiven Mittelfeld helfen, Überzahl zu erzeugen.

Verzichten muss Rapolder dabei weiter auf Martin Hudec (Knöchelbruch), Emmanuel Krontiris (Sprunggelenk), Dominique Ndjeng (Oberschenkel), Lars Bender (Oberschenkelprobleme), Michael Stahl (Kreuzbandriss) und Renaldo Rama (Knöchel)




Alemannia Aachen - Rot Weiss Ahlen

Der Ärger über das 0:1 in Koblenz war Aachen-Coach Michael Krüger auch am Donnerstag noch anzumerken. "Maßlos geärgert" habe er sich über die liegen gelassenen Punkte. "Der letzte Sonntag ist absolut nicht so gelaufen, wie ich mir das gewünscht habe", gab Krüger offen zu: "Wir haben eine große Chance verpasst, uns eine gute Ausgangsposition für die Wochen bis Weihnachten zu verschaffen."

Aachen ohne Kapitän Cristian Fiel

Personell eröffnet die Rückkehr von Manuel Junglas, der wohl auf der Sechs spielen wird, und Aimen Demai zusätzlichen Handlungsspielraum. Dafür muss Kapitän Cristian Fiel wegen der fünften Gelben Karte zuschauen. Kevin Kratz hat nach seinem Bänderanriss am Donnerstag erstmals mit der Mannschaft trainiert. "Kompliment an unsere medizinische Abteilung. Er ist dem Heilungsverlauf vier, fünf Tage voraus", erklärte Krüger, der das Training am Spieltag noch abwarten will, ehe er über einen Kaderplatz für den jungen Mittelfeldspieler entscheidet.

Die Aufstellung hat der Chefcoach bereits im Kopf, wollte aber bei der Pressekonferenz nicht mit der Sprache rausrücken. Über die Zielsetzung ließ er dagegen keine Zweifel aufkommen: "Die Marschroute kann doch nur lauten, die drei Punkte am Tivoli zu behalten. Dazu gibt es keine Alternative", stellt Krüger klar.

Hock fordert Einsatz und Leidenschaft

Ahlens Trainer Christian Hock sieht, trotz des letzten Tabellenplatzes, keinerlei Gründe zur Resignation. Viel mehr appelliert Hock weiterhin an den Kampfesgeist und den Siegeswillen seiner Mannen. "Der Spieler, der zu mir kommt und sagt, es gäbe keine Hoffnung mehr, der kann gerne bis Mai Urlaub machen", erklärte der 39-Jährige.

Verzichten muss Hock auf dem Tivoli auf Marcel Busch, Bahatin Köse (beide Faserriss), Ronald Maul (Adduktorenprobleme) und Daniel Thioune (Magen-Darm).