München - Bei kaum einem Proficlub hat sich in diesem Sommer so wenig getan auf dem Transfermarkt wie bei den Münchner "Löwen". Trainer Reiner Maurer hat sein Team weitestgehend zusammengehalten, musste im Sommer von den Stammkräften nur Stefan Bell, Aleksandar Ignjovski und Alexander Ludwig ziehen lassen.

1860 München bewies bislang aber, dass man nicht immer einen totalen Umbruch braucht, um sich spielerisch zu verbessern. Obwohl sie mit einem Durchschnittsalter von 25,4 Jahren immer noch zu den jüngsten Teams der 2. Bundesliga gehören, zeigte das Team sich äußerst abgeklärt, feierte drei Siege in Folge, eroberte Platz 2 und scheint sich in den Top-Platzierungen der 2. Bundesliga festsetzen zu wollen.

Die beste Offensive

Dabei hatte die Saison für die "Löwen" gar nicht so gut angefangen, denn am 1. Spieltag gab es eine 1:3-Auswärtsniederlage, und das ausgerechnet beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig.

Doch die Münchner ließen sich davon nicht beirren und legten einen eindrucksvollen Lauf hin. Drei Siege aus den nächsten drei Partien, dank der momentan besten Offensive der 2. Bundesliga, die in vier Partien bereits zwölf Mal getroffen hat. In der letzten Saison gelang das zwölfte Tor erst am 10. Spieltag.

"Auf einem guten Weg"

Seit dem Bundesliga-Abstieg 2004 legte 1860 nur ein Mal einen besseren Start hin als in dieser Saison. In der Saison 2007/08 hatten die Münchner sogar zehn Punkte nach vier Spielen. Jetzt sind es neun Zähler.

"Wir wollen auch in Düsseldorf was holen, um uns vorne festzusetzen. Wir sind grundsätzlich auf einem guten Weg", erklärte Trainer Maurer. Und egal wie die Partie am Freitag bei Fortuna Düsseldorf ausgeht, die Maurer-Elf wird auch nach dem 5. Spieltag auf jeden Fall im oberen Bereich der Tabelle stehen.

Der Fußball steht wieder im Vordergrund

Ob Benny Lauth, Daniel Bierofka oder auch Gabor Kiraly - das bayrische Team ist gespickt mit einigen Routiniers, die dem Club in den vergangen Jahren trotz finanzieller Einschränkungen und Punktabzug treu geblieben sind.

In diesem Sommer konnten sich die "Löwen" dank eines neuen Investors allerdings aufs wesentliche konzentrieren - den Fußball. Und trotz des Stotterstarts in Braunschweig scheint das immer besser zu klappen. "Wir spielen einfach gut Fußball und wissen, was wir in der Offensive können", meint Kapitän Lauth: "Wir wollten uns oben festbeißen. Das ist uns gelungen."

Sehr gute Chancenverwertung

Ein Grund dafür ist auch die hervorragende Offensivleistung der Münchner, die allein in den letzten beiden Spielen gegen Energie Cottbus und Erzgebirge Aue neun Mal getroffen hat.

Die Spieler von 1860 brauchten im Schnitt nicht einmal sechs Torschüsse für ein Tor (63 Torschüsse, 11 Tore plus ein Eigentor), insgesamt wurden 86 Prozent aller Großchancen verwertet. Letzte Saison brauchte das Team zehn Torschüsse pro Tor und nutzte nur 39 Prozent der Großchancen.

Lauffreudig und zweikampfstark

Aber auch die anderen Werte der "Löwen" sind ein Beleg für den Erfolg. In drei der vier Saisonspiele legten die Sechziger mehr Laufstrecke zurück als der Gegner. Das war nur zuletzt gegen Aue nicht der Fall. Da konnten es die Münchner angesichts des klaren Ergebnisses aber auch ruhiger angehen lassen.

Zudem gewann der TSV an den ersten vier Spieltagen 54 Prozent seiner Zweikämpfe, das ist der beste Wert in der 2. Bundesliga.

Lauth sammelt fleißig Punkte

Dabei profitiert das Team nicht nur von einem einzelnen Spieler, gleich zwei Akteure zeigen sich in Torlaune. Benjamin Lauth hat in vier Spielen zwei Tore erzielt und fünf Torvorlagen gegeben. Mit sieben Punkten führt er die Scorerliste an.

Auch Kollege Daniel Halfar kommt ins Rollen. Der 23-Jährige war allein in den letzten beiden Spielen an vier Toren direkt beteiligt (drei Treffer, eine Torvorlage). Gegen die heimstarken Düsseldorfer zu bestehen, wird zwar keine leichte Aufgabe. Als besondere Motivation winkt bei einem Sieg aber vorübergehend der Sprung an die Spitze.

Jessica Pulter