Die Mini-Krise beendet, den Kampf um Platz drei gewonnen und den Aufstieg in die Bundesliga wieder fest ins Visier genommen: Der SC Freiburg hat durch das 2:0 (0:0) gegen den FC St. Pauli am 12. Spieltag der 2. Bundesliga alle an sich selbst gestellten Anforderungen erfüllt. Doch wenn es nach den Breisgauern geht, ist der Relegationsplatz nur eine Durchgangsstation.

"Nach den zwei Niederlagen in Folge wollten wir zeigen, dass wir noch da sind. Das haben wir geschafft. Jetzt wollen wir noch einen Platz weiter nach oben, das würde schließlich den sicheren Aufstieg bedeuten", sagte Torschütze Kevin Schlitte, der nach dem Treffer von Suat Türker (61.) den verdienten Sieg der Südbadener gesichert hatte (65.).

"Wir müssen auswärts nachlegen"

Für Schlitte, der wie Türker zum ersten Mal in dieser Saison traf, war der Erfolg gegen die Hamburger allerdings nur der erste Schritt auf dem beschwerlichen Weg in die Eliteklasse. "Wir müssen auswärts nachlegen. Ein Sieg bedeutet nicht viel. Oben ist es so eng, da sollten wir jetzt eine kleine Serie starten", erklärte der Außenverteidiger nach dem fünften Erfolg im sechsten Heimspiel.

Durch den Dreier sind die Freiburger (22 Punkte), die zuletzt beim FC Ingolstadt ein 0:4-Pleite kassiert hatten, wieder an den 1. FSV Mainz 05 (24) und den 1. FC Kaiserslautern (23) herangerückt. Zuvor musste Trainer Robin Dutt allerdings den "harten Hund" geben.

Deutliche Worte vom Trainer

"Wenn man 0:4 verliert, muss man Maßnahmen ergreifen. Da besteht Redebedarf", meinte der Coach, der seinen Anteil am Erfolg aber nicht überbewerten wollte: "So wie sich die Mannschaft den Sieg erarbeitet hat, gehört ihr auch das gesamte Lob dafür."

Von Lob für sein Team war Dutts Kollege Holger Stanislwaski dagegen meilenweit entfernt. "Wir sind mit dem Ergebnis noch gut bedient. Wir waren fahrlässig bei den Gegentoren und insgesamt einfach nur schlecht. Wir haben nichts gebacken bekommen", meinte der Coach, dessen Mannschaft mit drei Siegen im Rücken nach Freiburg gekommen war und die bei einem weiteren Erfolg selbst auf den 3. Platz vorgerückt wäre.

Gäste selbstkritisch

Nach der schwachen Leistung seiner Schützlinge, die während der gesamten Partie von den Gastgebern dominiert wurden, blieb dem frustrierten Stanislawski nur noch die Flucht in den Sarkasmus: "Weder mit dem Fuß, noch mit dem Kopf, noch beim Einwurf mit der Hand haben wir die Bälle zum eigenen Mann gebracht."

Immerhin konnte sich der Coach damit trösten, dass die Profis keine Ausreden suchten und nicht mit Selbstkritik sparten. "Wir hatten keine echte Chance im ganzen Spiel. Wir haben über 90 Minuten die Courage vermissen lassen, hier Fußball zu spielen. So kann man natürlich nicht gewinnen", meinte Marius Ebbers: "Wir müssen wieder dahin kommen, Fußball auch wirklich zu spielen, sonst bekommen wir Probleme."