Als der SC Freiburg dem Traum von der Rückkehr in die Bundesliga einen Schuss mehr Realität verliehen hatte, zeigte Matchwinner Ivica Banovic seine Tätowierung. "Jetzt ist deine beste Zeit", steht auf dem Oberarm des Kroaten - und die Worte wirkten auch wie eine Mahnung für den eigenen Club, der nach vier Jahren Abstinenz die erste Liga herbei sehnt.

Denn obwohl der SC durch das 2:1 (0:1) im Top-Spiel beim 1. FSV Mainz 05 einen großen Schritt Richtung "Oberhaus" gemacht hat und die mitgereisten Fans "Nie mehr zweite Liga" skandierten, wollten die Breisgauer von einer Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg nichts wissen. "Es zählt immer nur die Gegenwart. Mich interessieren auch keine Statistiken", sagte Banovic.

"Müssen den Ball flach halten"

Noch nie hat eine Mannschaft, die nach 27 Spieltagen an der Spitze war, den Aufstieg verpasst, doch auch SC-Trainer Robin Dutt warnte vor Euphorie. "Wir müssen den Ball flach halten", sagte Dutt: "Natürlich haben wir eine gute Aufstiegschance, aber nur, wenn wir nicht anfangen, zu feiern."

Sechs Punkte beträgt der Vorsprung der Freiburger vor dem 1. FC Nürnberg auf Relegationsplatz drei. Doch der Sport-Club hat zuletzt bei drei Spielen in Folge ohne Sieg selbst erfahren, wie schnell so ein Polster schrumpfen kann.

Also genossen die Freiburger den Augenblick - allen voran Banovic. Neun Minuten nach seiner Einwechslung hatte der 28-Jährige per Kopf mit seinem ersten Saisontor für die Entscheidung gesorgt (67.). Zuvor hatte Mohamadou Idrissou (53.) das 0:1 durch Nikolce Noveski (45.) ausgeglichen und seine persönliche Torflaute nach 536 Minuten beendet.

In Mainz behält man die Ruhe

Doch es ist nicht alles Sonnenschein in Freiburg. Während sich die Profis den Blick in die Zukunft verbaten, wird Sportdirektor Dirk Dufner bei der Planung für die kommende Saison ungeduldig: "Spieler, die wir verpflichten wollen, können sich nicht ewig Zeit lassen. Sie müssen sich klar zu uns bekennen", sagte Dufner.

Die Freiburger suchen Ersatz auf der rechten Abwehrseite für Daniel Schwaab, der zu Bayer Leverkusen wechselt. Außerdem soll die Mannschaft im linken offensiven Mittelfeld und im Sturm verstärkt werden.

In Mainz behielten die Verantwortlichen nach dem Rückschlag im Aufstiegskrimi die Ruhe. "Der Druck ist da, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Mannschaft richtig damit umgehen wird. Wir schaffen das", sagte FSV-Präsident Harald Strutz. Manager Christian Heidel gab sich ebenfalls weiter optimistisch und wollte trotz der vierten Pleite im Bruchwegstadion von einem "Heimkomplex" nichts wissen: "Am Freitag gegen Rot-Weiß Ahlen werden wir zurückschlagen."