München - Eintracht Braunschweig hat die Tabellenführung verloren und muss Fortuna Düsseldorf Platz machen: Der Aufsteiger unterlag am Sonntag im Spitzenspiel der 2. Bundesliga mit 0:3 (0:1) gegen den starken Bundesligaabsteiger Eintracht Frankfurt.

Die erste Saisonniederlage des Teams von Trainer Torsten Lieberknecht nutzten die Düsseldorfer, die bereits am Freitag mit 4:1 (1:0) gegen Ingolstadt gewannen und nun zum ersten Mal seit über 22 Jahren an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga stehen. Punktgleich liegen die Verfolger FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt auf den Rängen zwei und drei.

"Wir haben uns zu wenig gezeigt"

"Wir müssen die Niederlage so hinnehmen", sagte Lieberknecht: "Wir haben uns zu wenig gezeigt. Die ersten beiden Spiele haben aber deutlich gemacht, dass wir in der 2. Bundesliga mithalten können." Frankfurts Trainer Armin Veh war hingegen hochzufrieden: "Wir standen hinten sehr kompakt, und es hat Spaß gemacht, uns zuzusehen."

Mit einem Blitzstart schockten die Frankfurter den bisherigen Ligakrösus. Nach nur 132 Sekunden führte der Bundesligaabsteiger nach einem fulminanten Schuss von Benjamin Köhler aus 17 Metern mit 1:0. Die Zuschauer im ausverkauften Stadion an der Hamburger Straße waren ebenso geschockt wie die Braunschweiger selbst. Die Gäste spielten aggressiv gegen den Ball und waren vor dem Tor gefährlich. Alexander Meier (83./85.) erhöhte mit einem "Doppelpack" und seinen Saisontreffern vier und fünf zum 3:0. Die Niedersachsen hingegen zeigten zu wenig und hatten mit einer ersatzgeschwächten Abwehr Probleme.

Fortuna mit bestem Saisonstart seit 17 Jahren

Bereits seit Freitag stand Fortuna Düsseldorf nach einem 4:1 gegen Ingolstadt an der Spitze. "Das ist eine Momentaufnahme, aber wichtig ist, dass wir besser gestartet sind als letztes Jahr", sagte Fortuna-Trainer Norbert Meier, der mit den Düsseldorfern seit dem 27. September 2010 nicht mehr vor eigenem Publikum verloren hat. Seine Mannschaft freute sich zudem über den besten Saisonstart seit 17 Jahren und liegt zum ersten Mal seit 18. Juni 1989 wieder an der Spitze.

Für Erzgebirge Aue endete das zweite Heimspiel am Sonntag nach dem 0:2 (0:1) gegen den Karlsruher SC mit der ersten Niederlage. Den ersten Gegentreffer der Saison kassierten die Sachsen nach einem platziertem Schuss von Alexander Iaschvili aus 16 Metern direkt in den Winkel (16.). Aues Schlussmann Martin Männel war chancenlos und musste nach 376 Minuten ohne Gegentreffer erstmals wieder den Ball aus dem Tornetz holen. Gaetan Krebs (78.) traf zum Endstand und schoss die Badener auf Rang sechs.

Klatsche für Cottbus

Wenig Höhepunkte bot das dritte Sonntagsspiel zwischen dem FSV Frankfurt und dem MSV Duisburg. Beide noch sieglosen Teams taten wenig für den ersten "Dreier" der Saison und gaben sich beim 0:0 mit einem Punkt zufrieden. Für Duisburg war es der erste Zähler der Saison.

Die höchste Heimniederlage im Profifußball kassierte Energie Cottbus beim 0:5 (0:4) gegen 1860 München. "So viele Gegentore dürfen uns einfach nicht passieren", sagte der Cottbuser Mittelfeldspieler Marc-Andre Kruska. Nach einer Notbremse mussten die Lausitzer zu allem Überfluss schon nach sieben Minuten auf Konstantin Engel verzichten. Stefan Aigner (2.), Kevin Volland (23.), Daniel Halfer (32.) und ein überragender Benjamin Lauth (70.) erzielten die Tore für die "Löwen", außerdem traf Uwe Hünemeier (40.) per Eigentor.

Zwei Rote Karten für Dynamo

In einer turbulenten Begegnung bei der SpVgg Greuther Fürth verlor Dynamo Dresden nach einer Treffer von Olivier Occean (48.) nicht nur das Spiel mit 0:1 (0:0), sondern in Kapitän Christian Fiel (49./Tätlichkeit) und Pavel Fort (70./Beleidigung) auch zwei Leistungsträger durch Platzverweise.

"Wir haben unsere Aufgabe lange Zeit sehr gut gemacht, auch mit nur zehn oder neun Spielern", sagte Dresdens Trainer Ralf Loose, der mit dem achtmaligen DDR-Meister weiterhin auf den ersten Saisonsieg wartet.

St. Pauli setzt sich oben fest

Den ersten "Dreier" feierte Union Berlin am Freitag beim 3:0 (1:0) gegen den SC Paderborn. Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli setzte sich nach dem 3:1 (2:1) gegen Alemannia Aachen ohne Niederlage als Zweiter in der Spitzengruppe fest.

Abgerundet wird der 3. Spieltag am Montag mit dem Duell zwischen dem bisher noch sieglosen Aufsteiger Hansa Rostock und dem VfL Bochum.