Die gute Stimmung ist zurück: Die Fans des 1. FC Nürnberg träumen vom Aufstieg in die Bundesliga. Während Trainer und auch einige Spieler vor zu viel Euphorie warnen, spricht mittlerweile so einiges dafür, dass der "Club" tatsächlich nur ein Jahr in der 2. Bundesliga verbringen muss.

Die Osterferien kamen zur richtigen Zeit. Tausende Fans belagerten das Trainingsgelände des 1. FC Nürnberg. Denn es gibt aktuell viele Gründe, warum sie wieder gut zu sprechen sind auf ihre Mannschaft.

Nur eine Niederlage in 16 Partien

Und dazu gehört nicht nur, dass das Team in der Tabelle aktuell mal wieder vor dem Erzrivalen Greuther Fürth steht - eine besondere Genugtuung.

Viel wichtiger ist aber: Erstmals seit dem 1. Spieltag steht Nürnberg wieder auf einem möglichen Aufstiegsplatz, weil die Mannschaft in den vergangenen 16 Partien nur ein Mal verloren hat.

Ein Grund dafür ist Marek Mintal. In der Rückrunde hat der slowakische Nationalspieler und ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga offenbar wieder zu alter Form gefunden: Sieben Mal hat er bereits getroffen.

Auf das "Phantom" ist wieder Verlass

Doch Mintals Erfolgsserie ist nur ein Indiz dafür, dass die Mannschaft immer besser eingespielt ist. Ihre Spielanteile steigen an, sowohl auswärts wie auch im eigenen Stadion. In der Rückrunde hat der "Club" ohnehin schon die zweitmeisten Tore geschossen - weil mehr Chancen erarbeitet werden. Ligaweit spielt Nürnberg nämlich die meisten Pässe, 389 pro Spiel.

Im bundesliga.de-Interview sagt Torhüter Raphael Schäfer, dass mit Trainer Michael Oenning die nötige Ruhe und Abgeklärtheit eingekehrt sei - und gleichzeitig aber auch wieder der Spaß am Fußball.

Doch Oenning warnt gleichzeitig vor zu viel Spaß: So habe er zum Beispiel schon die jungen Spieler dafür kritisiert, nun auf dem Platz zu viel zaubern zu wollen. Und im Training, sagt Oenning, werde er nun ganz genau darauf achten, wer weiter mit der nötigen Konzentriertheit ans Werk gehe.

Selbst ohne Wolf mit stabiler Abwehr

Allerdings wiegt die erneute Verletzung von Andreas Wolf schwer. Nach einem ausgestandenen Kreuzbandriss ist Nürnbergs Kapitän erneut am Knie verletzt, er war die Hoffnung auf die nötige Verstärkung im Aufstiegskampf.

Wolf wird noch länger fehlen, doch immerhin scheint die Mannschaft seinen erneuten Ausfall wegzustecken: Javier Pinola ersetzte ihn in der Innenverteidigung erfolgreich, und zwar noch erfolgreicher als in der Hinrunde: Die vergangenen vier Partien gewann Nürnberg zu Null, insgesamt gelang das bereits zwölf Mal.

Machbares Restprogramm

Die Nürnberger haben bisher auch die wenigsten Gegentore in der 2. Bundesliga hinnehmen müssen. Sollten sie auch am kommenden Sonntag gegen St. Pauli in den ersten acht Minuten die saubere Weste behalten, dann sind zumindest zuhause die zehn Stunden voll.

Das Programm der kommenden Wochen erscheint machbar: Zunächst spielen die Franken zuhause gegen St. Pauli, nach einem eher schweren Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt kommt der FC Ingolstadt. Die Fans auf jeden Fall hoffen nun, dass es zu mehr reichen wird als nur dem Relegationsplatz: Das letzte Heimspiel gegen den TSV 1860 München ist bereits ausverkauft.

Christoph Leischwitz