München - Nur ein Triumph über den Ex-Trainer Otto Rehhagel trennt Fortuna Düsseldorf nach einem Herzschlagfinale noch von der Rückkehr in die Bundesliga. Die Fortuna, 1980 unter "König Otto" Pokalsieger, sicherte sich den Einzug in die Relegation gegen Hertha BSC Berlin am 10. und 15. Mai in turbulenten 90 Minuten mit einem 2:2 (2:2) gegen den MSV Duisburg. Der FC St. Pauli und der SC Paderborn hatten am letzten Spieltag das Nachsehen - St. Paulis 5:0 (2:0) im direkten Duell war wertlos.

Ein Stammgast hat sich dagegen aus der 2. Liga verabschiedet: Im 1020. Zweitliga-Spiel der Klubgeschichte half Alemannia Aachen, Spitzenreiter der "ewigen" Tabelle, ein 2:1 (2:1) bei 1860 München nicht mehr für den Sprung vom 17. Platz. Nach 13 Jahren ist Aachen, 2007 noch Bundesligist und 2004 Finalist des DFB-Pokals, wieder drittklassig.

Dramatik in Düsseldorf



In die Relegation (11. und 14. Mai) gegen den Drittliga-Dritten Jahn Regensburg schaffte es der Karlsruher SC mit einem 1:0 (1:0) gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Gerettet sind Energie Cottbus (2:1 gegen Union Berlin) und Erzgebirge Aue (2:1 gegen den VfL Bochum). Meister wurde die SpVgg Greuther Fürth (2:2 bei Absteiger Hansa Rostock).

Dramatisch ging es in Düsseldorf zu. Vor 51.000 Zuschauern in der ausverkauften Esprit-Arena wogte das "Straßenbahnderby" hin und her, jeder Treffer stellte den Aufstiegsdreikampf auf den Kopf. Den frühen Schock durch Maurice Exslager (8.) steckte die Fortuna weg und konterte sofort. 1:1 Oliver Fink (18.), 2:1 Assani Lukimya (21. ) - die Rheinländer waren vorn.

Doch der MSV gab sich selbst nach einer Gelb-Roten Karte gegen Exslager (22.) nicht auf, und Jürgen Gjasula (27.) machte das 2:2. Ein weiteres MSV-Tor hätte das Aus für die Fortuna bedeutet, die erst 2004 aus der Versenkung der 4. Liga wieder aufgetaucht war. 1997 war F95 aus der Bundesliga abgestiegen.

"Müssen eine andere Leistung bringen"



"Es ist ein schönes Gefühl, dass wir es geschafft haben. Wir müssen uns jetzt gut vorbereiten, damit wir uns in Berlin eine gute Ausgangsposition erarbeiten", sagte Kapitän Andreas Lambertz, der schon in der 4. Liga dabei war. Manager Wolf Werner erwartet eine "Nervenschlacht": "Und wir müssen eine ganz andere Leistung zeigen als gegen Duisburg."

Der Showdown um den 18. Bundesliga-Startplatz ist mit emotionalen Wiedersehen verbunden: Nicht nur Rehhagel hat Fortuna-Vergangenheit, sondern auch Hertha-Manager Michael Preetz. "Ich war im alten Rheinstadion noch Balljunge, das ist etwas Besonderes", berichtete der gebürtige Düsseldorfer und ehemalige Fortuna-Profi (1986 bis 1990) bei Sky. Mit acht Jahren war Preetz dem kleinen Düsseldorfer SC 99 beigetreten.

In München waren viele der Mitgereisten 4000 Alemannia-Fans den Tränen nahe. Denn wann und ob die Aachener sich berappeln können, ist ungewiss - neben dem sportlichen Absturz hatte sich der TSV auch mit dem Bau des neuen Tivoli völlig übernommen, die Kassen sind leer. Die Treffer von Albert Streit (10.) und Alper Uludag (21. ) waren wertlos, da Ilias Charalambous (9.) für den KSC das "goldene Tor" gegen Frankfurt erzielte.

St. Paulis Kantersieg wertlos



Der KSC, der zum vierten Mal in Serie am letzten Spieltag um den Klassenerhalt zitterte, bekommt seine Chance gegen Regensburg und gilt als favorisiert - auch dank vier Heimsiegen in Folge. Zuletzt waren die Badener 2001 drittklassig.

Am Millerntor ging es dagegen um den Aufstieg, und St. Pauli verbuchte einen überzeugenden Sieg ohne Wert. Lasse Sobiech (30.), Max Kruse (36.), Florian Bruns (60.), Moritz Volz (65.) und Deniz Naki (90.) ließen den Großteil der 24.487 Zuschauer zwar jubeln, aber Pauli war dazu verdammt, auf ein weiteres Tor für Duisburg in Düsseldorf zu hoffen - vergeblich. Paderborn hätte ein Sieg gereicht, um den dritten Platz zu erobern.

Fürth holte durch Treffer von Christopher Nöthe (35.) und Sercan Sararer (68.) einen Punkt in Rostock und wurde Meister. Absteiger Rostock steht vor Schicksalstagen - am Mittwoch entscheidet die Bürgerschaft über den Rettungsschirm für Hansa; fällt der Plan durch, wäre der Gang in die Insolvenz nicht zu vermeiden. Hansa wäre viertklassig. Nur noch für die Platzierungen ausschlaggebend waren die Spiele Eintracht Braunschweig gegen FC Ingolstadt (3:1) und FSV Frankfurt gegen Dynamo Dresden (1:1). Die Torjägerkanone teilen sich Olivier Occean (Fürth), Alexander Meier (Frankfurt) und Nick Proschwitz (Paderborn) mit jeweils 17 Treffern.