München - In den unteren Tabellenregionen der 2. Bundesliga tummeln sich mit dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli Mannschaften, die vor der Saison höher gehandelt wurden. Doch aus unterschiedlichen Gründen läuft es derzeit noch nicht rund.

bundesliga.de gibt im Formcheck einen Überblick über die Mannschaften, die noch Luft nach oben haben.

1. FC Köln

Zwar kämpften sich die Kölner mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien in der Tabelle ein paar Plätze nach oben, doch der unbefriedigende Saisonstart mit nur zwei Punkten aus den ersten sechs Spielen wirkt noch ein wenig nach. "Wir sollten jetzt nicht immer auf die Tabelle gucken, sondern Punkte, Punkte, Punkte sammeln. Am Ende wird abgerechnet, nicht nach dem neunten Spieltag", sagt Miso Brecko. Zuletzt rannten die Kölner gegen Dresden lange Zeit einem Rückstand hinterher und sicherten dank Anthony Ujah (Foto) immerhin noch einen Punkt. Insgesamt gibt es beim ambitionierten Absteiger noch einiges zu verbessern. Im Angriff sind die Kölner mit sieben Toren so harmlos wie noch nie in der 2. Bundesliga.

FC St. Pauli

Sieben Punkte, Platz 17, seit fünf Spielen sieglos - dies ist die aktuelle Bilanz der Hamburger. Doch nun gibt es neue Hoffnung und die hat einen Namen: Michael Frontzeck. Der Ex-Gladbach-Trainer hat Andre Schubert abgelöst und soll die Wende am Millerntor einleiten. Doch die Probleme sind vielschichtig. Das Offensivspiel funktioniert nicht. In fünf Spielen blieb St. Pauli ohne eigenen Treffer, schoss insgesamt nur sechs Tore und feierte nicht zuletzt deshalb erst einen Saisonsieg (2:1 gegen Sandhausen). Doch damit nicht genug, die Defensive ist ebenfalls anfällig bei Ecken (drei Gegentore) und Weitschüssen (fünf Gegentore). Genügend Arbeit also für Frontzeck, der die Kiez-Kicker wieder in die Spur bringen soll.

VfL Bochum

Genau wie die Hamburger warten auch die Bochumer seit fünf Begegnungen auf einen vollen Erfolg, stehen mit neun Punkten auf Platz 14 und damit noch über dem Relegationsplatz. Die Elf von Trainer Andreas Bergmann (Foto) blieb fünf Mal ohne Treffer, schoss insgesamt nur fünf Tore in neun Spielen. Für einen Torschrei benötigten die VfL-Spieler im Schnitt 26 Versuche - die schwächste Verwertungsquote der Liga. Das Herausspielen von Großchancen fällt der Mannschaft ohnehin schwer, wie lediglich drei Topmöglichkeiten belegen. Alle anderen Teams haben sich mindestens sieben Großchancen erspielt. Ein weiteres Manko ist die Zweikampfführung. Die Bochumer gewannen nur 46 Prozent ihrer Eins-gegen-Eins-Duelle - ligaweiter Minusrekord.

1. FC Union Berlin

Nach schwachem Start laufen die Köpenicker immer noch der Musik hinterher, daran konnten auch vier ungeschlagene Spiele zuletzt nichts ändern (zwei Siege, zwei Remis). Besonders die Defensivleistung bereitet Trainer Uwe Neuhaus (Foto) Kopfzerbrechen. Seine Mannschaft hat - neben Dresden - als einziges Team der Liga noch nicht zu Null gespielt, kassierte mit 15 Gegentoren die zweitmeisten nach den Duisburgern. Besonders nach ruhenden Bällen fehlt der Union-Defensive die nötige Konzentration. Sechs Gegentore nach Standards dienen als Beweis, alleine drei nach Eckbällen.

Erzgebirge Aue

Einen Punkt und einen Platz hinter Union liegt Erzgebirge Aue. Schlechtes Omen: Zuletzt starteten die Ostdeutschen in der Abstiegssaison 2007/08 so schlecht. Es hakt vor allem am Offensivspiel im Erzgebirge. In mehr als der Hälfte der Spiele (fünf) blieb die Mannschaft von Karsten Baumann (Foto) ohne Treffer, doch der Trend ist positiv, immerhin erzielte Aue im letzten Spiel gegen Regensburg gleich drei Treffer in einer Begegnung (3:1). Die fehlende Passqualität macht den Erzgebirglern allerdings zu schaffen. Mit einer Fehlpassquote von 26 Prozent haben die Auer das unsicherste Passspiel der 2. Bundesliga.

MSV Duisburg

Pünktlich vor der Länderspielpause feierten die "Zebras" den ersten Sieg. Trotzdem steht der MSV seit dem 1. Spieltag durchgehend am Tabellenende, hat aber zumindest den Anschluss ans "rettende Ufer" hergestellt. Aus den letzten beiden Begegnungen holte die Elf von Neu-Trainer Kosta Runjaic, der den glücklosen Oliver Reck ablöste, vier Punkte gegen die Spitzenteams Hertha BSC und Cottbus. Trotzdem stehen schon 19 Gegentore zu Buche, die meisten der Liga. Besonders anfällig zeigt sich die Duisburger Defensive nach Flanken, nach denen es schon vier Mal hinter Torwart Felix Wiedwald (Foto) einschlug. Kein Wunder also, dass der MSV die meisten Niederlagen (sechs) kassierte.


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Maximilian Lotz/Christoph Gailer