Die einen wollen im Kampf um den Relegationsplatz wieder vorlegen, für die anderen ist es höchste Zeit, den Anschluss an die Tabellenspitze wieder herzustellen. Arminia Bielefeld empfängt im Top-Duell der 2. Bundesliga am Freitag den MSV Duisburg (alle Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio), während Fortuna Düsseldorf (gegen Rot Weiss Ahlen) und der 1. FC Union Berlin (gegen die TuS Koblenz) Teams vom Tabellenende empfangen.

Beim Tabellenvierten aus Bielefeld soll der Schwung aus zuletzt zwei Siegen in Folge mitgenommen werden. Ein "Dreier" gegen Duisburg, und das Team von Trainer Thomas Gerstner verdrängt den FC Augsburg zumindest bis Samstagnachmittag von Platz 3.

Touré wohl in der Startelf

"Wir wollen spielerisch und kämpferisch besser sein als Duisburg, dann wird es ein gutes Spiel auf hohem Niveau", sagte Coach Gerstner, dessen Team zuletzt in abgeklärter Weise 1:0 bei Rot Weiss Ahlen gewonnen hatte.

Torschütze in Ahlen war einmal mehr Giovanni Federico, der auch beim 3:0-Erfolg in der Hinrunde in Duisburg zwei Treffer erzielt hatte. Auf seinen Schlüsselspieler (elf Tore, sieben Assists) kann sich Gerstner auch am Freitag verlassen, wenn die Bielefelder versuchen, sich weiter am Spitzentrio festzubeißen.

Verzichten muss der Arminia-Coach aber weiterhin auf Oliver Kirch und Markus Schuler, die erst Mitte der Woche wieder ins Lauftraining eingestiegen waren. Für den gelb-rot-gesperrten Michael Lamey könnte Assimiou Touré erstmals in der Startelf der Ostwestfalen zum Einsatz kommen. "Er ist in der Verfassung zu starten", stellte Gerstner fest.

Schindler und Fahrenhorst wieder im Kader

In besserer Verfassung befinden sich beim Gegner aus Duisburg wieder Kevin Schindler und Frank Fahrenhorst. Beide sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und stehen im Kader. Adam Bodzek kehrt nach seiner Gelbsperre ebenfalls wieder zurück ins Team. Fehlen wird dagegen Änis Ben-Hatira da er sich einer Hüftoperation unterziehen muss.

Trainer Milan Sasic war mit dem 1:1 gegen Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern nicht unzufrieden. "Unser Auftritt und der Punkt am letzten Spieltag haben uns sicherlich das nötige Selbstvertrauen für das Spiel gegen die Arminia gegeben", sagt er.

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Fortuna Düsseldorf - Rot Weiss Ahlen

Fortuna Düsseldorf strebt nach dem Rückschlag im Topspiel beim FC Augsburg gegen den Tabellenletzten aus Ahlen die Rehabilitation an. Zuhause ist die Fortuna noch ungeschlagen (neun Siege, zwei Remis) und gewann in der ESPRIT arena zuletzt sieben Mal in Folge.

Doch die Düsseldorfer sollten gewarnt sein. Keines ihrer letzten sechs Auswärtsspiele haben die Ahlener verloren (zwei Siege, vier Remis), zuletzt siegten sie beim TSV 1860 München (1:0) und knöpften dem Tabellenführer aus Kaiserslautern am Betzenberg einen Punkt ab (0:0).

"Die Partie ist beileibe kein Selbstgänger, wir müssen sehr viel tun um die Ahlener in die Knie zu zwingen, haben aber die Möglichkeit mit einem Sieg unsere Position zu festigen", warnt Fortuna-Trainer Norbert Meier deshalb auch. Fehlen werden ihm weiterhin Deniz Kadah, Ranisav Jovanovic und auch Kapitän Andreas Lambertz, den eine Grippe plagt.

"Wir werden uns nicht verstecken"

Beim Gast aus Ahlen ist der Optimismus, die Aufholjagd auf die Nichtabstiegsplätze fortzusetzen, trotz der Heimpleite gegen Arminia Bielefeld ungebrochen. "Diese Niederlage wirft uns nicht um. Im Gegenteil: Spielerisch war das eine gute Leistung", sagt Trainer Christian Hock. Er sieht die Fortuna als klaren Favoriten, verspricht aber: "Wir werden uns nicht verstecken und unsere Möglichkeiten suchen."

Wieder zurück im Ahlener Team ist Julian Jenner. Der Winter-Neuzugang hatte die Partie gegen Bielefeld wegen der Geburt seines Sohnes verpasst, steht als stolzer Vater aber nun wieder zur Verfügung.

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1. FC Union Berlin - TuS Koblenz

Mit 30 Punkten und Platz 8 steht der 1. FC Union für einen Aufsteiger weiterhin gut da. Doch vor der Partie gegen den Tabellen-16. aus Koblenz richten die "Eisernen" den Blick nach unten, auch wenn sie momentan zwölf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz haben. "Wir spielen ab Freitag bis Sonntag in einer Woche gegen Koblenz, Rostock und Ahlen und damit gegen drei Mannschaften aus dem unteren Bereich der Tabelle. Da bietet sich uns die Riesenchance unserem Saisonziel Klassenerhalt einen großen Schritt näher zu kommen", sagt Trainer Uwe Neuhaus.

Hauptgrund für die Zurückhaltung in der Hauptstadt: Union hat in der gesamten Rückrunde erst ein Tor erzielt, zudem in den vergangenen zehn Ligaspielen nur einen Sieg einfahren können (vier Remis, fünf Niederlagen). Da ist der Trainer, der auf Daniel Schulz, Bernd Rauw, Paul Thomik und Björn Brunnemann verzichten muss, vor allem als Psychologe gefragt:

"Wir haben in Gesprächen mit den einzelnen Spielern die Erinnerung an positive Momente aufgefrischt. Wenn wir weiter mit Leidenschaft und Aggressivität für den Erfolg arbeiten, wird sich der Torerfolg auch wieder einstellen", ist sich Neuhaus sicher.

Sander: Stimmung muss uns inspirieren

Erfolg hatte bislang auch der neue Koblenzer Coach Petrik Sander. Unter seiner Regie verlor die TuS nur eines von fünf Spielen. Da man aber auch drei Mal Unentschieden spielte, ist Sander nicht vollends zufrieden. "Wir haben jetzt ein paar Pünktchen liegen lassen und die wollen wir uns wiederholen", sagt er vor dem Ausflug in die Hauptstadt.

Den Rahmen an der "Alten Försterei" sieht er sogar eher als Vorteil denn als Belastung für seine Mannschaft, erklärt Sander: "Die Fußballstimmung in Berlin ist sehr schön. Davon müssen wir uns inspirieren lassen. Das muss doch Spaß machen. Wir werden uns wehren und wollen unsere Stärken zeigen."

Ein Fragezeichen steht bei der TuS noch hinter dem Einsatz von Benjamin Lense, den eine Erkältung plagt.

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Matthias Becker