Köln - Am Sonntag des 9. Spieltags können sowohl der SV Darmstadt 98 gegen Fortuna Düsseldorf, als auch der FC Ingolstadt gegen Eintracht Braunschweig die Tabellenspitze erobern. Der SV Sandhausen will sich gegen den FSV Frankfurt weiter vom Tabellenende entfernen. Alle drei Spiele können sie ab 13.15 Uhr im bundesliga.de-Liveticker verfolgen.

SV Darmstadt 98 - Fortuna Düsseldorf

Die Vorfreude in Darmstadt auf das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf ist enorm. "Bei so einem Match brauchen wir keine zusätzliche Motivation von unserem Trainerteam", sagt Tobias Kempe. Das Überraschungsteam der Saison ist noch immer ungeschlagen und empfängt die Fortuna mit breiter Brust. "Wir haben bisher bewiesen, dass wir es mit jedem Gegner aufnehmen können, wenn wir unsere Tugenden zu 100 Prozent auf den Platz bringen", sagt Lilien-Trainer Dirk Schuster. "Wir wollen Fortuna ärgern – und punkten."

Das Kräfteverhältnis sieht aber dennoch eher unausgeglichen - zu Gunsten der Düsseldorfer. "Die Fortuna gehört vom Potential her in die Bundesliga", so Schuster. Unter der Woche haben sich die Darmstädter noch ein mal verstärkt und mit Leon Balogun einen Ex-Fortunen ans Böllenfalltor geholt. Der Neuzugang freut sich ebenfalls auf das Duell gegen seine ehemaligen Kollegen. "Ich habe dort zwei schöne Jahre erlebt - aber am Sonntag sollen die Punkte in Darmstadt bleiben!" sagt Balogun.

"Man muss den Hut ziehen"

Fortuna Düsseldorf reist mit Anerkennung für die Leistung der Darmstädter an. "Was dort in den letzten Jahren passiert ist, davor muss man den Hut ziehen", sagt F95-Coach Oliver Reck.

Er warnt besonders vor Lilien-Torjäger Dominik Stroh-Engel, der an sieben der 13 Darmstädter Tore beteiligt war. Sein Team sieht er aber für die Herausforderung gut gerüstet. "In den letzten Spielen hatte es unser Team auch schon mit guten Angreifern zu tun", sagt Reck. "Wir werden das wieder im Kollektiv lösen. Außerdem sind unsere Innenverteidiger jederzeit in der Lage, gegnerische Stürmer aus dem Spiel zu nehmen."

Die Düsseldorfer müssen auf einige wichtige Spieler verzichten. So fehlen "Lumpi" Lambertz, Heinrich Schmidtgal und Mathis Bolly definitiv. Ein Einsatz von Lukas Schmitz ist noch fraglich.

Sollte Darmstadt gegen die Düsseldorfer auch das fünfte Heimspiel der Saison gewinnen, würde der SVD mit 18 Punkten die Tabellenführung übernehmen. Wenn nicht der um zwei Tore bessere FC Ingolstadt etwas dagegen hat.

FC Ingolstadt - Eintracht Braunschweig

Die Schanzer erwarten mit Eintracht Braunschweig eine Mannschaft, die ihren Rhythmus noch nicht gefunden hat. Als Bundesliga-Absteiger ist die Eintracht aber dennoch gefährlich, wie FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl bemerkt.

"Auch wenn sie nicht so gut gestartet sind, zähle ich die Braunschweiger nach wie vor zu einem der Top-Favoriten auf den Aufstieg", sagt der Coach vor dem Spiel. "Das ist eine sehr, sehr gute Mannschaft und ich weiß, dass das nicht einfach für uns wird." Schanzer-Angreifer Danny da Costa hat aber noch eine Rechnung mit den Braunschweiger Löwen offen.

"Ich erinnere mich noch gut daran, dass sie bei uns sogar ihren Aufstieg feiern konnten", sagt der 21-Jährige. "Das ist sicherlich hängengeblieben und daher wollen wir dieses Mal die Punkte hier behalten."

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht denkt dagegen gerne an dieses Spiel vor zwei Jahren zurück. Einen Vorteil kann er dadurch aber nicht erkennen, er spricht den Ingolstädter die Favoritenrolle zu:

"Sie stehen zu Recht auf dem ersten Tabellenplatz", so Lieberknecht. "Sie haben eine sensationelle Balance zwischen Offensive und Defensive, haben technisch brillante Spieler in ihren Reihen und sind momentan sensationell drauf." Wie genau er den FCI knacken will, lässt er nicht durchblicken. Nur, dass seine Mannschaft alles geben wird. "Wir müssen dort in allen Belangen zum Anschlag kommen, um erfolgreich zu sein."

SV Sandhausen - FSV Frankfurt

Beim dritten Spiel des Tages erwartet der SV Sandhausen den Tabellenletzten FSV Frankfurt. "Die Mannschaft der Frankfurter ist besser, als es die momentane Tabelle aussagt", mahnt SVS-Trainer Alois Schwartz zur Vorsicht.

Dass die drei Punkte in Sandhausen bleiben sollen, steht für ihn aber außer Zweifel. "Es ist unser Wille zu gewinnen. Und dazu muss meine Mannschaft das abrufen, was sie in den vergangenen Spielen abgerufen hat." Der FSV Frankfurt konnte nach drei Niederlagen in Folge beim 3:3 gegen den FC St. Pauli endlich wieder wichtige Zähler sammeln.

"Wir haben gesehen, wie man auftreten muss, um in der 2. Bundesliga zurecht zu kommen und zu punkten", sagt Cheftrainer Benno Möhlmann. "An das Auftreten gegen den FC St. Pauli gilt es in Sandhausen anzuknüpfen", fährt er fort. "Wir wissen, dass es schwierig wird. Aber wir wollen dort nicht nur bestehen, sondern etwas mitbringen."

Sebastian Stenzel