Kaiserslautern. Dieser Junge, sagt Kosta Runjaic, habe viel Entwicklungspotenzial. Aber viel mehr will der Trainer des 1. FC Kaiserslautern über Stefan Mugosa lieber nicht sagen. Nicht jetzt, wo die Situation so sei, wie sie sei. Der 1. FC Kaiserslautern spielt diesen Sonntag (ab 15 Uhr im Liveticker) beim FC Erzgebirge Aue, wo die Pfälzer noch nie ein Punktspiel in der 2. Bundesliga gewinnen konnten. Und für Aue schießt derzeit ein gewisser Stefan Mugosa die Tore, die den Club aus Sachsen vor dem Abstieg retten sollen.

Aber dieser Mittelstürmer, der zuletzt drei Mal in zwei Spielen getroffen hat, ist vom 1. FC Kaiserslautern ins Erzgebirge ausgeliehen. Wenn Stefan Mugosa also am Sonntag alles richtig macht, ist das für den Club, zu dem er - Stand jetzt - nach der Saison zurückkehren wird, so ziemlich das Schlechteste was passieren könnte.

Sogar die Relegation ist in Gefahr

Verliert Lautern in Aue, wäre sogar Relegationsrang drei in Gefahr, der direkte Aufstieg bei einem gleichzeitigen Sieg des SV Darmstadt 98 bei der SpVgg Greuther Fürth endgültig verloren. Und wäre Stefan Mugosa auch noch Torschütze für Aue gegen den FCK, wäre das nur die bittere Pointe für die Pfälzer obendrauf. Aber so weit ist es ja noch nicht.

Die 0:2-Heimniederlage gegen den FC St. Pauli und der gleichzeitige Triumph von Darmstadt in Karlsruhe kosteten den FCK vergangenes Wochenende Rang 2. Zuvor hatte der FCK bereits in Darmstadt verloren, und bei vielen Fans herrscht nach den zwei bitteren Niederlagen zuletzt der Eindruck, die junge Lauterer Mannschaft werde im Endspurt nervös.

"Wir spielen eine großartige Saison"

Doch diesem Eindruck wollen die Verantwortlichen so energisch entgegentreten wie es nur geht. Sportdirektor Markus Schupp sagt: "Wir bleiben trotz der Niederlage optimistisch. Wir spielen eine großartige Saison, davon gehen wir nicht ab." Und Trainer Kosta Runjaic betont, man sei immer noch die stärkste Heimmannschaft der Liga und die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Allerdings, wenn man die gute Ausgangslange ausgerechnet im Saisonfinale aus der Hand gibt, ist die Lage zwei Spieltage vor Rundenende nicht mehr ganz so rosig.

Darmstadt scheint den Flow, der diese Mannschaft nach dem dramatischen Relegationssaufstieg gegen Arminia Bielefeld seit vergangenen Sommer trägt, tatsächlich halten zu können. Der Karlsruher SC ist nach der Niederlage gegen Darmstadt aktuell zurückgefallen. Das Momentum in der 2. Bundesliga spricht für Darmstadt. Doch in Auf- und Abstiegskämpfen können sich die Gefühlslagen von Woche zu Woche verschieben. Und dennoch: Lautern hat in den beiden vergangenen Wochen seine gute Ausgangslage verspielt. Ein mögliches Relegationsduell gegen den Drittletzten der Bundesliga ist wahrscheinlicher als der direkte Aufstieg.

"Über kleine Schritte ins Spiel finden"

Trainer Kosta Runjaic will seiner Linie treu bleiben, sachlich seine Elf vorbereiten auf die Partie in Aue und sie Fußballspielen lassen. Aber er weiß, dass nur über kleine Erfolgserlebnisse im Spiel das große Selbstvertrauen wieder zurückkommt. "Jeder Einzelne muss dazu kommen, dass die ersten zehn Pässe ankommen. Wir müssen über kleine Schritte ins Spiel finden", fordert Runjaic, der auf Matmour, Stöger und Gaus verzichten muss.

Zuletzt hat die Mannschaft fünf Tore in zwei Spielen bekommen, davor fünf in der gesamten Rückrunde. Um die Defensive mit mehr Erfahrung zu verstärken, wird wohl Tobias Sippel für Marius Müller wieder als Nummer 1 im Tor stehen. Müller hat in der Zeit von Sippels Verletzung ordentlich gespielt, aber auch nicht überragt. Von dem Routinier Sippel, der den FCK im Sommer verlassen wird, erhofft sich Runjaic wohl auch mehr Führungsqualität auf den Platz.

Torausbeute ist zu gering

Das Mittelfeld schwächelte zuletzt - und Tore schießt der FCK gemessen an seinen Chancen ohnehin zu wenig. Der im Winter nach Paderborn verkaufte Srdjan Lakic ist zusammen mit Alexander Ring und Philipp Hofmann mit sechs Treffern noch immer bester Torschütze. Die Torausbeute insgesamt, aber auch bei jedem einzelnen Offensivspieler ist gering. Simon Zoller, im Winter aus Köln gekommen, hat in elf Einsätzen drei Mal getroffen.

Stefan Mugosa scheint an Effektivität vor dem Tor in Aue gerade einen Entwicklungsschritt gemacht zu haben. Wenn diese Entwicklung gegen den FCK stagnieren würde, hätte in der Pfalz niemand etwas dagegen.

Tobias Schächter