München - Nach der Länderspielpause rollt in der 2. Bundesliga wieder der Ball, es geht in die entscheidende Phase der Saison.

In den Freitagsspielen geht s vor allem um wichtige Punkte im Aufstiegs- bzw. Abstiegskampf (alle Partien ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Arminia Bielefeld - FC Augsburg

Der Tabellenzweite FC Augsburg tritt beim Tabellenschlusslicht Arminia Bielefeld an. Mit einem Sieg in der SchücoArena könnte der FCA zumindest vorübergehend die Tabellenspitze von Hertha BSC übernehmen. Dabei gibt es noch Fragezeichen hinter einigen Spielern.

So ist Michael Thurk nach seiner Trainingspause wegen Sprunggelenksproblemen am Montag wieder ins Training eingestiegen. "Bei ihm müssen wir nach dem Abschlusstraining entscheiden, ob es für einen Einsatz reicht", sagte FCA-Trainer Jos Luhukay am Mittwoch auf der Pressekonferenz zum Spiel. Definitiv ausfallen wird Mittelfeldspieler Marcel Ndjeng, der wegen einer Knieverletzung eine einwöchige Trainingspause verordnet bekommen hat. Auch hinter dem Einsatz von Hajime Hosogai steht noch ein Fragezeichen. Er war zu einem Benefizspiel für die Opfer der Naturkatastrophe in seine Heimat nach Japan gereist. An diesem Spiel der japanischen Nationalmannschaft konnte er aber wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht teilnehmen.

Trotz dieser personellen Ungewissheiten gehen Luhukay und sein Team selbstbewusst in dieses Spiel. "Es erwartet jeder einen Sieg von uns. Und den wollen wir natürlich auch holen. Das kann ein ganz entscheidenes Spiel werden", so der Niederländer. Auch auf schwierige Platzverhältnisse stellt sich Luhukay ein. "Es gibt keine Ausreden: Wir wollen am Freitagabend gewinnen und unbedingt vorlegen. Das ist uns gegen 1860 München und gegen Osnabrück auswärts jeweils sehr gut gelungen." Und weiter: "Wir haben es in der kompletten Saison geschafft, unsere Ausfälle zu kompensieren. Das werden wir auch diesmal tun, weil wir einen qualitativ sehr guten Kader haben, der dies wegstecken kann", ist das Selbstvertrauen Luhukays in seine Mannschaft ungebrochen.

Lienen mit Respekt

Auf Seiten des DSC Arminia gibt es personell gesehen nichts Neues zu vermelden. "Es fehlen die üblichen Langzeitverletzten - inklusive der versammelten Innenverteidigerschaft", stellte Trainer Ewald Lienen klar. Das heißt, Benjamin Lense und Daré Nibombe sind weiterhin verletzt, Markus Bollmann ist seit fast zwei Wochen krank. Darüber hinaus laboriert Eke Uzoma an einem Muskelfaserriss, Collin Quaner plagt eine Muskelverhärtung und auch Pavel Fort ist nach seiner langen Reha-Zeit noch keine Alternative. Immerhin Assimiou Touré ist von seinem Länderspieleinsatz zurück. "Uns stehen genügend Spieler zur Verfügung, um elf Mann auf den Platz zu kriegen", nahm Lienen die Situation abermals mit Humor.

Über den nächsten Gegner hat der Trainer nur Gutes zu berichten: "Der FC Augsburg steht zu Recht so weit oben. Sie sind personell sehr gut aufgestellt, haben zum Beispiel in den letzten fünf Spielen bis auf die Abwehr einmal die komplette Mannschaft ausgetauscht und trotzdem gab es keinen Qualitätsverlust." Aus diesem Grund glaubt Lienen auch nicht an ein Motivationsproblem des FCA gegen den Tabellenletzten: "Der Konkurrenzkampf im Kader ist so groß, da die zweite Garde so gut ist wie die erste. Und die wollen sich gegen uns beweisen, das ist doch klar!"

Trotzdem erwartet er von seiner Mannschaft eine Top-Leistung, denn "das Publikum hat es verdient, Kampf und Einsatz zu sehen. Das ist die Chance, sich anders zu präsentieren als letztes Mal. Wir müssen uns straffen und kämpferisch alles geben."




FC Energie Cottbus - FC Ingolstadt

"Nur mit Siegen kann man Druck ausüben und dabei bleiben," sagt Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz vor dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt und gibt damit die Richtung vor. Auch wenn die Enttäuschung nach der bitteren Niederlage in Bochum extrem groß war, schaut der Trainer des FC Energie Cottbus nach vorn. "Wir geben nicht auf", so Wollitz kämpferisch und fügt hinzu: "Das sind wir den Fans und der Liga schuldig."

Gegen den FC Ingolstadt will das Team des FCE demnach bei allem Respekt vor einem starken Gegner auf neu verlegtem Rasen einen Heimsieg einfahren. "Der Verein hat seine Hausaufgaben gemacht und eine neue Spielfläche verlegen lassen. Nun sind wir dran", nimmt der Coach seine Jungs in die Pflicht.

Der Trainer weiß, dass der FCI ein sehr gefährlicher Kontrahent ist, der sich im Winter nochmals verstärkt hat und auch gegen Spitzenteams regelmäßig punktet. Das hält den Gastgeber jedoch nicht davon ab, im eigenen Stadion dominant auftreten zu wollen und gewohnt offensiv zu Werke zu gehen. Nach jetzigem Stand kehrt Emil Jula in den 18-köpfigen Kader zurück. Bis auf Clemens Fandrich und Julian Börner sind alle Akteure einsatzbereit.

FCI mit ordentlich Rückenwind

Der FC Ingolstadt kommt mit breiter Brust in die Lausitz, hollte die Truppe von Trainer Benno Möhlmann in der Rückrunde bereits 15 Punkte und kletterte in der Tabelle auf den 14. Rang.
"Um zu gewinnen, müssen wir schon eine überragende Leistung bringen. Aber warum soll das am Freitag nicht der Fall sein?", blickt Möhlmann gegenüber dem "kicker" zuversichtlich auf die Partie im Stadion der Freundschaft.

Verzichten muss der Coach auf Marino Biliskov (fünfte Gelbe Karte), Ronald Gercaliu, Artur Wichniarek (beide Aufbautraining), Andreas Buchner (Sprunggelenk) und Fabian Gerber (Rückenprobleme).




Karlsruher SC - VfL Osnabrück

Mit elf Trainingseinheiten in nur sieben Tagen hat der KSC das spielfreie Wochenende in der 2. Bundesliga intensiv genutzt, um die Schlagzahl zu erhöhen sowie insbesondere im körperlichen und taktischen Bereich zu arbeiten. "Wir haben die Intensität bewusst hoch gehalten", so KSC-Cheftrainer Rainer Scharinger, um direkt hinterher zu schieben: "Wer im Training durch solche Schweineeinheiten gehen kann, kann dies auch im Spiel."

Erfreulicherweise sind mit Kapitän Alexander Iashvili sowie Lukas Rupp, Marco Terrazzino und Matthias Zimmermann alle Spieler, die für ihre Nationalmannschaften im Einsatz waren, gesund nach Karlsruhe zurückgekehrt. Wieder im Training befinden sich auch Delron Buckley, Michael Mutzel und Christian Timm, die laut Scharinger alle eine personelle Option für die Partie darstellen. Verletzt ausfallen werden neben Andrei Cristea allerdings Martin Hudec und Thorben Stadler. Aus der zweiten Mannschaft werden die beiden Offensivkräfte Christopher Nguyen und Simon Zoller in den Profikader rücken.

Die Partie gegen Osnabrück bezeichnet Scharinger als "eines von sieben Endspielen", das aber "ein wenig wichtiger" sei, weil es gegen einen direkten Konkurrenten gehe. Der 44-Jährige erwartet aufgrund der großen Anspannung auf beiden Seiten "keinen fußballerischen Leckerbissen" und appelliert an die Unterstützung der Zuschauer. "Ich hoffe, dass wir mit zwölf Mann auflaufen können."

Premiere für Enochs

Bei den Gästen steht Joe Enochs als Interimscoach vor seinem Debüt. Nach vier Niederlagen in Folge soll der Osnabrücker Rekordspieler den VfL wieder in die Erfolgsspur führen und vor dem drohenden Abstieg bewahren. Einen ersten Schritt aus dem Tabellenkeller strebt der Amerikaner, der die Nachfolge des beurlaubten Karsten Baumann antrat, am libesten gleich beim KSC machen. "Wir wollen mindestens einen Punkt holen, und ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen werden", sagt Enochs vor der Partie beim direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg.

Dabei muss Enochs auf die Dienste von Tobias Nickenig (Sehnenanriss Zeh), Michael Lejan (Bruch des Schienbeinkopfes, Meniskusriss) und Aleksandar Kotuljac (Kreuzbandriss) verzichten. Dagegen könnte Flamur Kastrati nach seiner in Cottbus erlittenen Gehirnerschütterung sein Comeback geben.