Der FC Ingolstadt 04 konnte auch den Angriff von Fortuna Düsseldorf abwehren. Die Schanzer holten im Spitzenspiel der 2. Bundesliga ein verdientes 0:0-Unentschieden und behaupteten ihren Fünf-Punkte Vorsprung auf die gastgebenden Rheinländer. Allerdings trübte die schwere Verletzung von Danny da Costa die Freude der Bayern.

Der 21-jährige Verteidiger zog sich in der Anfangsphase des Spiels bei einem unglücklichen Zusammenprall mit seinem Gegenspieler Lukas Schmitz nach ersten Erkenntnissen einen Schienbeinbruch zu und wurde bereits in der Düsseldorfer Uniklinik operiert. Er dürfte monatelang ausfallen. Damit muss FCI-Coach Ralph Hasenhüttl seine bislang so sattelfeste Abwehr umbauen.

Auswärtsserie ausgebaut

Auch in Düsseldorf zeigte der Tabellenführer eine ansprechende Defensivleistung und blieb zum fünften Mal in Folge ohne Gegentor. Damit ist Ingolstadt seit nunmehr saisonübergreifend 16 Punktspielen und auswärts seit unglaublichen 19 Partien ungeschlagen - Rekord in der 2. Bundesliga. "Uns hat heute die letzte Entschlossenheit gefehlt. Auch wenn das diesmal nicht entscheidend war: Aber unsere starke Auswärtsserie hält damit auch nach dem Spitzenspiel. Darauf sind wir sehr stolz“, zieht Hasenhüttl ein positives Fazit. „Letztendlich war es ein verdientes Unentschieden.“

Das sahen seine Spieler genauso, die sich allerdings uneins waren, ob die Düsseldorfer Gangart zu hart war oder nicht. Während Mannschaftskapitän Marvin Matip einen besseren Schutz seiner Teamkameraden und insbesondere Lukas Hinterseer fordert, spielte der Angesprochene das Thema gleich wieder runter.

"Soll mich jetzt keiner mehr attackieren dürfen?" fragt er in die Journalistenrunde, um markig hinzuzufügen. "Na, es passt schon so. Es ist sogar ein Zeichen von Respekt und Anerkennung, wenn die Gegner uns weh tun wollen. Sie wollen uns den Schneid abkaufen. Wir wissen jetzt, dass das so ist. Aber wir wissen uns schon zu helfen.“

Der Österreicher, der bei den letzten drei Ingolstädter 1:0-Erfolgen zuvor jeweils den Siegtreffer erzielte, genießt die harten Begegnungen in der 2. Bundesliga und die Atmosphäre in den Stadien sichtlich. "Als Österreicher kenne ich das ja nicht so gut. Die Spiele in St. Pauli und Düsseldorf machen mir schon mehr Spaß als in anderen Stadien bei uns in Österreich", strahlte der 23-jährige Angreifer.

Berlin als nächste Probe

Und auch für Teamkollege Robert Bauer ging am Rhein ein Traum in Erfüllung. Der Teenager gab nach dem Seitenwechsel sein Punktspieldebüt für den FCI und wurde zur Pause für Alfredo Morales eingewechselt. Nach einigen anfänglichen nervösen Querschlägern stabilisierte sich der 19-Jährige. "Es ist natürlich unglaublich, wenn man sein Debüt vor so einer Kulisse mit 33.000 Zuschauern geben darf. Und nicht nur ein paar Minuten, sondern ein ganze Halbzeit. Schöner kann man es sich nicht erträumen", jubelt der zu Saisonbeginn vom KSC nach Ingolstadt gewechselte Defensivspezialist. "Das Wichtigste war, dass wir nicht verloren und weiterhin auf Düsseldorf fünf Punkte Vorsprung haben, freut sich Robert Bauer. „Jetzt können wir entspannt gucken, was die Konkurrenz macht.“

"Es wird in den nächsten Wochen genauso weh tun und keinen Deut einfacher", prophezeit Matip. "Die nächsten Gegner wollen die erste Mannschaft sein, die uns schlägt. Es wird nickliger und aggressiver in unsere Richtung. Wenn wir so wie heute dagegen halten, wird die Serie aber noch Bestand haben." Schon der nächste Gegner Union Berlin wird zu einer weiteren Bewährungsprobe des bislang so souverän auftretenden Tabellenführers.