München - In Richtung Norden sind es nur ein paar Kilometer bis Heidelberg. Aus dem Westen kann man fast das Motorengeheul vom Hockenheimring hören und bis nach Hoffenheim sind es über Landstraße nur etwa 20 Kilometer. Es ist also keineswegs ein Niemandsland, wo das neue Mitglied der 2. Bundesliga, der SV Sandhausen, zu Hause ist.

Natürlich ist die Gemeinde Sandhausen mit ihren knapp 15.000 Einwohnern keine Fußball-Metropole wie etwa Kaiserslautern, dessen ruhmreicher FCK demnächst zur Ligakonkurrenz des SVS gehört. "Hier ist alles noch sehr familiär. Jeder kennt hier praktisch jeden. Viele Fans kommen schon lange seit Oberligazeiten ins Stadion", sagt Stefan Allgeier, Fanbeauftragter des SVS.

Zwei Mal deutscher Amateurmeister



Rund 700 Mitglieder zählt der 1916 gegründete Verein, der 1978 und 1993 deutscher Amateurmeister geworden ist. 14 Fanclubs mit rund 250 Mitgliedern unterstützen aktuell die Schwarz-Weißen, ein weiterer Fanclub ist in Gründung. "Man fährt zwar auch in der 3. Liga schon durch ganz Deutschland, doch der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist nochmals ein gewaltiger Schritt. Das Interesse an uns ist auf einmal auch überregional viel größer, jetzt ist man so richtig im Profifußball angekommen", meint Allgeier.

Seit dem 21. April steht der Aufstieg fest, als der SVS am drittletzten Spieltag der 3. Liga mit 2:1 bei Preußen Münster gewann. In vier Bussen hatten die SVS-Fans ihre Mannschaft ins Münsterland begleitet und dort die lange Aufstiegsnacht eingeläutet. Später am Abend empfingen 500 Fans die rückkehrenden Aufstiegshelden gegen Mitternacht am Clubhaus in Sandhausen, wo bis in den Morgen der große Triumph gefeiert wurde.

Fanmarsch und Auto-Korso beim letzten Spieltag



Rund um das letzte Saisonspiel im heimischen Hardtwaldstadion am Samstag, 5. Mai gegen den 1. FC Heidenheim stehen weitere Feierlichkeiten an. Am Samstagvormittag treffen sich die SVS-Anhänger zu einem Fanmarsch. Die ersten 500 Fans, die entweder mit Trikot, Schal oder Mütze am Alten Rathaus eintreffen und mitmarschieren, erhalten eine Freikarte. Nach dem Spiel steigt eine große Aufstiegsfeier mit Freibier und Live-Musik, bei einem Heimsieg wäre Sandhausen auch sicherer Meister der 3. Liga.

Einen Tag später startet gegen 10.30 Uhr ein Auto-Korso am Stadion, der am neuen Rathaus und mit einem Empfang bei Bürgermeister Georg Kletti enden wird. Vor dem Rathaus können die konditionsstärksten Fans dann noch weiterfeiern.

"Als gute Gastgeber von den Auswärtsfans geschätzt"



"In der 3. Liga waren wurden wir immer als gute Gastgeber von den Auswärtsfans geschätzt. Ich hoffe, dass wir unseren familiären Charakter auch eine Klasse höher behalten können", meint Allgeier. Und wer weiß: Vielleicht etabliert sich Sandhausen nicht nur als gute, sondern auch als feste Adresse in der 2. Bundesliga.