Eugen Polanski kehrt zurück in den deutschen Profifußball. Am Dienstag gab der 1. FSV Mainz 05 bekannt, dass er den 23-Jährigen für ein Jahr vom spanischen Erstligisten FC Getafe ausleiht.

"Eugen Polanski wird unserer Defensive noch mehr Stabilität verleihen", ist sich Mainz-Manager Christian Heidel sicher und ließ sich in den Ausleihvertrag eine Option auf ein anschließendes Dreijahresengagement für den defensiven Mittelfeldspieler einbauen.

bundesliga.de präsentiert Wissenswertes über den Neu-Mainzer.

"Fohlen"-Fan

Ab der D-Jugend spielte Klein-Eugen für Borussia Mönchengladbach, seinen damaligen Lieblingsverein. Schon als Steppke verfolgte er die Spiele der "Fohlen" mit großer Begeisterung. "Ich war damals mit meinem Vater so oft es ging am Bökelberg in der Nordkurve. Außerdem sind wir beide Mitglieder bei der Borussia."

Ein Traum wird wahr

Als echter Fan muss am 12. Februar 2005 wohl ein Kindheitstraum Polanskis in Erfüllung gegangen sein. An diesem Tag absolvierte er sein erstes Spiel im "Fohlen"-Dress, als er im Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen in der 81. Minute eingewechselt wurde. Randnotiz: In den neun verbleibenden Minuten handelte sich Polanski gleich eine Gelbe Karte ein.

Polnische Wurzeln

Eugen Polanski wurde am 17. März 1986 im polnischen Sosnowiec geboren. Doch bereits zwei Jahre später zogen die Polanskis nach Deutschland. In Viersen, nahe der niederländischen Grenze, besuchte Eugen das Esrasmus-von-Rotterdam-Gymnasium, später dann die Höhere Berufsfachschule des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung in Mönchengladbach.

Lieblingsposition

Vielseitigkeit ist Polanskis Trumpf. Doch angesprochen auf seine bevorzugte Position, fällt die Antwort ziemlich eindeutig aus. "Am wohlsten fühle ich mich im zentralen Mittelfeld, ob defensiv oder offensiv. Da ich beidfüßig bin, kann ich aber auch links oder rechts spielen", sagt der 23-Jährige.

Nationalmannschaft

Polanskis Talent fiel auch den Spähern des DFB früh auf. Er durchlief sämtliche Auswahlmannschaften von der U 17 bis zur U 21, aufgrund seiner Führungspersönlichkeit schon in jungen Jahren übertrugen ihm die Auswahltrainer mehrfach die Kapitänsbinde. Bei der U-21-EM in Schweden fehlt er verletzungsbedingt.

Auf und Ab

Die Karriere des Blondschopfs ist geprägt von einer ständigen Berg- und Talfahrt. Als 18-Jähriger bestritt er sein erstes Bundesligaspiel und stieg in den beiden folgenden Spielzeiten bei der Borussia zum Stammspieler auf. Nach dem Abstieg im Sommer 2007 in die 2. Bundesliga saß er dann aber unter Trainer Jos Luhukay fast nur noch auf der Bank.

Madrid

Aufgrund seines Bankdrückerdaseins in Gladbach verabschiedete sich Polanski 2008 von seinem Lieblingsverein. Überraschend war allerdings die Nachricht, dass es ihn ins Ausland zog, in die spanische Primera Division, in die Hauptstadt Madrid. Zwar hieß das Ziel nicht Real, doch auch beim Madrider Vorstadtclub FC Getafe trauten ihm die wenigsten einen Stammplatz zu, den er sich aber nach kurzer Anlaufzeit eroberte.

Spitznamen

Bei seiner Ankunft in Getafe tauften ihn die spanischen Zeitungen auf den Spitznamen "El Alemán". Wenig kreativ, aber kaum überraschend. Schließlich verkörperte der blonde Polanski mit seinen fußballerischen Fähigkeiten wie Robustheit, Einsatz- und Zweikampfstärke die - angeblich - typisch deutschen Tugenden. Nach der Eingewöhnungsphase erhielt Polanski dann einen etwas sympathischeren Spitznamen: "Eugenito".

Siesta

Während sich Polanski in punkto Fußball zunächst nur langsam an die offensive, von Kurzpassspiel geprägte Taktik in Spaniens Eliteliga gewöhnte, fiel ihm die Anpassung an die kulturellen Gepflogenheiten um einiges leichter. "Die Siesta wird hier meist sehr streng eingehalten", lautete einer seiner ersten Eindrücke, doch dieser Strenge unterwarf sich Polanski schnell und gerne, wie er selbst zugibt.

Stärken und Schwächen

Experten loben am Fußballer Polanski seine Beidfüssigkeit, sein robustes und kompromissloses Zweikampfverhalten, seine Fähigkeit, schnell von Abwehr auf Offensive - und umgekehrt - umzuschalten sowie sein präzises Passspiel. Seine Defizite sind dem Mittelfeldspieler allerdings ebenfalls bestens bekannt: "Dass ich nicht der Schnellste bin, weiß ich selber."

Herr Fröhlich

Dass sich Polanski bei seinem Spanien-Aufenthalt in Getafe bestens zurechtgefunden hat, verwundert nicht. Wer den Jung-Nationalspieler kennt, weiß: Das Beste an ihm ist seine Unvoreingenommenheit. Beispiel gefällig? An seinem allerersten Tag in Getafe trug Polanski, ohne sich dabei etwas zu denken, ein T-Shirt, das vieles über seine Persönlichkeit aussagt. Auf dem Kleidungsstück prangte der Aufdruck: Mister Happy.



Zusammengestellt von Denis Huber