Am Tag nach der Beurlaubung von Trainer Jürgen Seeberger beantworteten Sportdirektor Andreas Bornemann und Geschäftsführer Frithjof Kraemer am Sonntagmittag (6. September) die Fragen der Medien.

Nach intensiven Gesprächen seit dem Heimspiel gegen Frankfurt seien beide übereingekommen, dass die Trennung der richtige Schritt sei. "Wir haben dabei die Gesamtsituation beleuchtet, nicht nur die rein sportliche", erklärte Bornemann.

"Keine Panikaktion aufgrund des Saisonstarts"

"Am Ende des Weges ist es der richtige Schritt", sagte der Manager, der die Aufgabe der letzten sieben Tage so zusammenfasst: "Wir hatten eine komplexe Situation zu bewerten, in der es rund um Mannschaft und Trainer viele Stimmen und Stimmungen gab."

Ausdrücklich sei die Beurlaubung "keine Panikaktion aufgrund des Saisonstarts". Kraemer bedankte sich beim scheidenden Coach. "Jürgen Seeberger hat der Alemannia in einer äußerst anspruchsvollen Zeit als Trainer zur Verfügung gestanden. Die letzten anderthalb Jahre waren nicht ohne", so der Geschäftsführer.

Kraemer erklärte, dass er gemeinsam mit Bornemann die Situation seit einiger Zeit beobachtet habe. "Es gehört zu jeder guten Unternehmenskultur, sich kritisch zu hinterfragen. Das tun wir, aber wir tun das in der Regel intern", stellte Kraemer klar. Für den Geschäftsführer ist es "kein gutes Zeichen für uns als Arbeitgeber, in den letzten drei Jahren vier Trainer gehabt zu haben".

Kein Druck bei der Trainerfindung

Bis auf weiteres wird Willi Kronhardt die Betreuung des Teams übernehmen und erhält dabei Unterstützung von Reiner Plaßhenrich. "Reiner kennt die Mannschaft sehr gut, bringt eine hohe Identifikation für den Club mit und ist ein guter Typ. Er soll Willi Kronhardt unterstützen", erklärt der Manager. Torwart-Trainer Christian Schmidt und Athletik-Coach Matthias Schiffers bleiben ebenfalls an Bord.

Bei der Suche nach einem Nachfolger will Bornemann sich zeitlich nicht unter Druck setzen lassen. "Wir sehen uns mit dieser Interimslösung nicht unter Druck, schnell handeln zu müssen", sagt er.

Der Manager wird in den nächsten Tagen ein Profil erstellen, welche Kriterien der neue Coach erfüllen soll. Einen Hinweis gab Bornemann am Sonntag schon: "Nach den Trainern Frontzeck, Buchwald und Seeberger, die hier in Aachen ihre erste Cheftrainerstelle - zumindest in Deutschland - bekleidet haben, läuft es eher auf die Variante eines erfahrenen Trainers hinaus."

Klare Worte ans Team

Die ersten Bewerbungen laufen seit Samstagabend ein. "So ist das in unserer Branche. Selbst in der Zeit, die ich jetzt hier oben auf dem Podium sitze, kommen dauernd SMS an", berichtete der Sportdirektor den Journalisten.

Den Wunsch, einige von ihnen vorzulesen, schlug der Manager dann aber aus. Stattdessen machte er zum Schluss der Pressekonferenz ziemlich deutlich, was er jetzt von der Mannschaft erwartet: "Sie soll die vorgegebenen Dinge umsetzen, damit dieser Verein voran kommt."