Düsseldorf - Hertha BSC hat auch seine zweite Prüfung in der 2. Bundesliga bestanden. Dem zähen Auftaktsieg gegen Oberhausen folgte ein hart erkämpfter 2:1-Auswärtssieg bei Fortuna Düsseldorf.

Zu den besten Herthanern zählte erneut der defensive Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, der erst vor drei Wochen kurz vor dem Saisonstart für zunächst ein Jahr von Werder Bremen ausgeliehen wurde. Im Gespräch mit bundesliga.de bewertet der 26-Jährige den bisherigen Saisonverlauf.

bundesliga.de: Die Hertha hat 2:1 bei der besten Heimmannschaft der letzten Saison gewonnen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Peter Niemeyer: Wir können sehr zufrieden sein, dass wir gewonnen haben. Es ist sehr lange her, dass in Düsseldorf eine Gastmannschaft gesiegt hat. Das Kuriose am Fußball ist, dass man nicht immer gut spielen muss. Man muss die Chancen nutzen und die Tore machen. Da waren wir der Fortuna voraus. Das war der Unterschied.

bundesliga.de: Bei aller Freude über den Sieg: Haben Sie auch noch Schwächen gesehen?

Niemeyer:Absolut. Es war nicht alles Gold, was glänzte. Sicherlich gibt es noch einige Dinge zu verbessern. Daran müssen wir arbeiten. Aber erst einmal zählt, die Punkte einzufahren. Das haben wir bravourös gemacht. Wir waren unter Druck, haben dem aber Stand gehalten. Das war wichtig.

bundesliga.de: Am 1. Spieltag hatten Sie von allen Spielern der Liga die besten Zweikampfwerte. Auch am Montag gab es wieder eine starke Vorstellung von Ihnen, dazu die Vorlage zum 2:0. Sie sind schnell in die Mannschaft integriert worden.

Niemeyer: Ja. Die Mannschaft hat mir das aber auch sehr einfach gemacht. Wenn ich etwas mache, mache ich das 100 Prozent. Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl gefühlt und setze mich voll ein. Aber ein Kompliment auch an die Mannschaft. Es macht Spaß, mit den Jungs zu spielen.

bundesliga.de: Ein Wort zu Ihren Nebenmann Fanol Perdedaj. Sind Sie so eine Art Mentor von ihm?

Niemeyer: Der Junge macht seine Sache sehr gut. Das war ja erst sein zweites Spiel in der 2. Bundesliga. Aber man sollte aus der Mannschaft niemanden herausheben. Ein Spieler kann nur so gut sein wie der Rest der Mannschaft.

bundesliga.de: Wie schwer ist Ihnen selbst die Umstellung von der Bundesliga zur 2. Bundesliga gefallen?

Niemeyer: Das war kein großer Unterschied. Letzte Woche hatten wir fast 50.000 Zuschauer, in Düsseldorf waren es über 30.000.

bundesliga.de: Wie empfinden Sie in Berlin die Stimmung um die Hertha?

Niemeyer: Es ist schön, dass wir mit zwei Siegen starten konnten, ganz egal wie die zu Stande kamen. Wir haben immer gesagt, dass wir eine Euphorie entfachen können. Das klappt mit Siegen natürlich besser. So müssen wir weitermachen.

bundesliga.de: Spüren Sie den besonderen Druck, unter dem die Hertha als Aufstiegsfavorit Nummer 1 steht?

Niemeyer: Das ist ein positiver Druck. Es ist schön, der Gejagte zu sein. Das macht mir Spaß. Das habe ich auch bei Werder gehabt. Damit komme ich gut klar.

bundesliga.de: Kann man schon von einer Aufbruchstimmung bei Hertha sprechen?

Niemeyer: Als ich nach Berlin gekommen bin, habe ich gesagt, dass ich am Projekt Hertha teilhaben möchte. Das ist ein Neuanfang, ein Neustart. Der Start ist gelungen, wir haben das Maximale herausgeholt. Man sollte sich in Etappen weitere Ziele setzen. Die ersten beiden Spiele haben wir gewonnen. Jetzt haben wir durch die Länderspielpause ein kleines Break. Dann kommen die nächsten Spiele.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski