Berlin - Nachdem es zum Ende der Hinrunde nicht so gut lief für die Hertha, hat sich die "Alte Dame" spätestens mit dem 6:2-Erfolg beim Karlsruher SC wieder als Aufstiegskandidat Nummer eins zurückgemeldet.

Die Hauptstädter, die mit vier Siegen und einem Remis in der Rückrunde noch ungeschlagen sind, haben ihren direkten Konkurrenten im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg bereits vier Punkte abgenommen.

Mit bundesliga.de spricht Herthas Brasilianer Raffael nicht nur über seinen Hattrick gegen den KSC, sondern thematisiert auch die wiedergefundene Form der Berliner sowie Rückkehrer Patrick Ebert. Außerdem erklärt er, wie es ist, gemeinsam mit seinem Bruder Ronny in derselben Profi-Mannschaft zu spielen.

bundesliga.de: Herzlichen Glückwunsch zum 6:2-Erfolg beim Karlsruher SC. Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Raffael: Das war schon ein ganz besonderes Spiel. Zum einen, wie wir die Partie in der zweiten Hälfte gedreht haben. Zum anderen zu erleben, wie fest die Fanfreundschaft zwischen dem KSC und Hertha ist. Das war schon toll, wir haben da klar gewonnen und trotzdem haben uns, als wir mit dem Bus nach dem Spiel wegfuhren, alle Leute applaudiert. Das war sehr nett!

bundesliga.de: Die Hertha kam im ersten Durchgang nicht in Tritt. Woran lag das?

Raffael: Am Anfang ist es nicht so gelaufen, wie wir uns das vorstellten. Vielleicht waren wir zu passiv - aber das hat sich dann geändert.

bundesliga.de: Wie hat Markus Babbel die Mannschaft in der Pause mental eingestellt, um solch eine Reaktion hervorzurufen?

Raffael: Er war ganz ruhig. Der Trainer hat uns nur daran erinnert, unsere Stärken konsequent und konzentriert auszuspielen!

bundesliga.de: Sie waren bei dem Erfolg der Mann des Tages und haben binnen 19 Minuten einen Hattrick erzielt. Wie kam es dazu?

Raffael: So etwas ist immer nicht nur einer, der das schafft. Ok, ich habe drei Mal getroffen, aber die Mannschaft hat mich zu meinen Toren getragen - ich habe sensationelle Zuspiele bekommen!

bundesliga.de: Vor dem Spiel hatten Ihre Fans Wiedergutmachung für die Derby-Niederlage gegen Union verlangt. Sind Team und Anhänger nun wieder versöhnt?

Raffael: Wir wissen, wie tief der Schmerz bei den Fans sitzt. Ich glaube, es gibt kaum etwas Schlimmeres für sie als diese Niederlage. Das die Fans das erleben mussten, tut uns allen sehr leid. Wir haben das Banner in Karlsruhe gelesen, das sagte alles! Ich hoffe, dass wir am Ende der Saison aufsteigen. Vielleicht ist das dann die größte Entschuldigung.

bundesliga.de: Neben Ihnen und Adrian Ramos hat auch Ihr Bruder Ronny getroffen. Wie ist das, mit seinem Bruder in einer Bundesliga-Mannschaft zu spielen?

Raffael: Da gibt es nur ein Wort: Fantastisch.

bundesliga.de: Patrick Ebert hat sein Comeback nach langer Verletzungspause gefeiert und direkt einen Ihrer Treffer vorbereitet. Wie wichtig ist er für die Hertha?

Raffael: Wir sind erst mal alle sehr froh, dass Patrick sich nach seiner schweren Verletzung so toll zurück gekämpft hat. Es ist einfach schön, dass er wieder dabei ist! Und was er kann, hat man ja in Karlsruhe gesehen.

bundesliga.de: Nachdem es zum Ende der Hinrunde so aussah, als wäre die Luft ein wenig raus, sind Sie und die Hertha mit vier Siegen und nur einer Niederlage stark in die Rückrunde gestartet. Wo liegen die Gründe für den erneuten Aufwärtstrend?

Raffael: Wir sind eine Mannschaft. Und wir haben ein Ziel.

bundesliga.de: Während Sie in Karlsruhe gewonnen haben, hat die direkte Konkurrenz aus Augsburg, Bochum und Duisburg Punkte gelassen. Beruhigt das ein wenig?

Raffael: Wir schauen nur auf uns. Wenn wir in jedem Spiel unsere Arbeit richtig machen, dann ist alles in Ordnung.

bundesliga.de: Am kommenden Montag steht die Begegnung gegen Energie Cottbus an. Was für ein Spiel dürfen die Fans erwarten?

Raffael: Ein spannendes bestimmt.

bundesliga.de: Energie hat die letzten drei Spiele nicht gewonnen, sogar zwei Mal verloren. Ist das ein Vorteil oder Nachteil für Sie? Warum?

Raffael: Noch einmal: Wir müssen unsere Arbeit machen, unsere Aufgaben erfüllen. Wenn wir das tun, dann werden wir gewinnen.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig